Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Existenzgründer wünschen Beratung

18.01.2007
Studenten der Fachhochschule Trier veröffentlichen empirische Studie über Probleme und Komplikationen bei der Existenzgründung

Im Rahmen des Projektseminars 'Management' von Professor Constanze Chwallek haben zwei Studenten der FH Trier im Fachbereich Wirtschaft eine Studie zu Problemen und Komplikationen bei der Existenzgründung durchgeführt. Jan Adam und Tobias Dörholt befragten 28 Unternehmensgründer der letzten Jahre - überwiegend aus der Region Trier.

Die Studie wurde mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Trier sowie der Handwerkskammer Trier und unter Begleitung des Institutes für Existenzgründungsforschung und -entwicklung (EXFOR), Neumagen-Dhron, erarbeitet.

Die Studien zeigt, dass nicht einzelne Problemfelder den Gründern und Gründerinnen gravierend zu schaffen machen, sondern immer eine Vielzahl von Problembereichen zusammen kommt, die den Start neuer Unternehmen erschweren.

Die Befragten nennen dabei fünf wesentlichen Komplikationsfelder: Probleme mit Partnern oder Mitgesellschaftern, mit der Ergebnis- und Liquiditätsplanung, mit dem familiären und privaten Umfeld, mit den Förderinstitutionen und Kapitalgebern und mit der Bürokratie.

Bei einer Korrelationsanalyse (Analyse der Abhängigkeiten von Ergebnissen) ergeben sich signifikante Zusammenhänge zwischen dem Erfolg eines neuen Unternehmens und der Bewältigung der Problembereiche Finanzierungsquellen, Vertriebswege, Zahlungsverhalten der Kunden, Konkurrenzsituation, Kalkulation/Durchsetzung der Preisvorstellung, Unternehmereignung, Aufbau- und Ablauforganisation und Zeitpunkt des ersten Absatzes.

Die Beratungsunterstützung, die im Rahmen der Vorbereitung genutzt wurde, beurteilen die Jungunternehmer durchaus befriedigend, wobei insbesondere die selbständigen Bekannten und Verwandten, die Steuerberater und die Handwerkskammer überdurchschnittlich gut abschnitten. Unterstützungsbedarf wird insbesondere in den Feldern Marketing und Vertrieb, Bewertung von Unternehmen bei der Nachfolge, und bei Verhandlungen mit Kapitalgebern gesehen.

Die Studie zeigt außerdem, dass Gründerinnen und Gründer am besten über die Fördermöglichkeiten zur Unternehmensgründung durch die Bundesagentur für Arbeit Bescheid wissen und diese Förderung auch am stärksten nutzen. Obwohl nur 17 Prozent angeben, vor der Unternehmensgründung arbeitslos gewesen zu sein, nutzen 59 Prozent diese Fördermöglichkeit. Hier ist ein erheblicher Mitnahmeeffekt zu erkennen, dem inzwischen jedoch durch den neuen Gründungszuschuss begegnet wurde.

Die Studierenden haben ihre Untersuchung auch einer früheren bundesweit angelegten Studie (Anm.1) über Probleme und Handlungswünsche von Gründern und Beratern gegenüber gestellt. Der Vergleich zeigt, dass die Gründer in den letzten Jahren älter geworden sind, stärker als Alternative zur Arbeitslosigkeit zu einer Gründung motiviert werden - so genannte Notgründungen - und sich länger intensiv auf die Gründung vorbereiten. Auch gründen die Interviewpartner stärker in erfahrungsfremden Branchen.

Folgende Empfehlungen leiten die jungen Forscher für die Existenzgründungsberatung aus ihrer Studie ab:

- Mentorenprogramme mit aktiven Unternehmern sollten stärker zum Einsatz kommen.

- Die Beratungsqualität, insbesondere bei den staatlichen und halbstaatlichen Einrichtungen, sollte optimiert werden.

- Es sollte eine stärkere Fokussierung auf das Thema Marketing und Vertrieb bei der Gründungsberatung erfolgen.

Die Studie kann per E-Mail unter: moehlig@t-online.de kostenlos angefordert werden.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Constanze Chwallek
Telefon: +49 651/8103 - 482, E-Mail: C.Chwallek@fh-trier.de
Jan Adam, E-Mail: j.adam85@googlemail.com
Tobias Dörholt, E-Mail: tdoerholt@googlemail.com
EXFOR, E-Mail: moehlig@t-online.de
Anm. 1: Diese Studie wurde ebenfalls in Zusammenarbeit zwischen Fachhochschule und EXFOR erstellt - vgl. Möhlig, Günther; Diethelm, Gerd; Feidicker, Hanno: Problembereiche und Handlungsfelder bei Existenzgründungen - Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren neuer Unternehmen

Konstanze Kristina Jacob | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-trier.de

Weitere Berichte zu: EXFOR Existenzgründung Handwerkskammer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik