Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erlanger Forscher entdecken Defizite im deutschen Allokationsplan zum EU

22.12.2006
Ende November 2006 wurde der Entwurf des deutschen nationalen Allokationsplans zum EU-Emissionshandel unter weitreichenden Auflagen von der Europäischen Kommission genehmigt.

Ob die Bundesregierung die erteilten Auflagen erfüllen will, ist derzeit offen. Eine der Auflagen mahnt unter anderem eine stärkere Absenkung der Emissionsobergrenze an. Zudem werden die im nationalen Allokationsplan festgeschriebenen Zuteilungsgarantien von 14 Jahren für Neuanlagen aufgrund einer befürchteten Beeinträchtigung des europäischen Wettbewerbs von der Europäischen Kommission abgelehnt.

Eine aktuelle am Institut für Wirtschaftswissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführte Studie zeigt allerdings weiterreichende Defizite des deutschen Zuteilungsplanes auf.

Im Idealfall sollte der eingeführte Zertifikathandel zu einer relativen Besserstellung von kohlenstoffarmen Brennstoffen wie Erdgas und einer relativen Schlechterstellung stark kohlenstoffhaltiger Brennstoffe wie Kohle führen. Szenariorechnungen der Erlanger Wissenschaftler zeigen allerdings, dass die konkrete Ausgestaltung des deutschen Allokationsplanes insbesondere den kohlenstoffhaltigsten Brennstoff Braunkohle prämiert.

Hintergrund ist die Zuteilung von Zertifikaten an neue braun- aber auch steinkohlebefeuerte Kraftwerke auf Grundlage eines eigenen Kohle-Referenzwertes, der diesen eine reichliche und kostenlose Ausstattung mit Zertifikaten bietet. Damit wird das mit dem Zertifikathandel angestrebte Ziel einer kostengünstigen Reduktion von Kohlendioxid nachhaltig gefährdet, meint PD Dr. Hans-Günter Schwarz, der die Studie an der Universität Erlangen-Nürnberg leitete.

Die vollständige Studie mit dem Titel "The European emission trading system and the present draft of the German national allocation law: A critical evaluation of the effects on electricity production and investment patterns" ist im Internet unter http://www.economics.phil.uni-erlangen.de/forschung/workingpapers/WorkingPaper_Draft_NAL_II.pdf nachzulesen.

Weitere Informationen für die Medien:

PD Dr.Hans-Günter Schwarz
Institut für Wirtschaftswissenschaft
Tel.: 09134/907101
Hans-Guenter.Schwarz@wiwi.phil.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Berichte zu: Allokationsplan Brennstoff Zertifikat Zertifikathandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

Problem Plastikmüll: Was können wir gegen die Verschmutzung der Meere tun?

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alternativer Therapieansatz für die Fettspeicherkrankheit Morbus Gaucher

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Kühler Zwerg und die sieben Planeten

23.02.2017 | Physik Astronomie