Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie "Rauchen in Film und Fernsehen" veröffentlicht

29.11.2006
Unter dem Titel "Verbreitung des Rauchens im deutschen Fernsehen und in deutschen Kinofilmen" fördert das Bundesministerium für Gesundheit seit Mai 2005 ein Forschungsvorhaben, dessen erster Teilbericht heute veröffentlicht wird.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass im deutschen Fernsehen und in deutschen Kinofilmen häufig Tabak konsumiert wird. So wurde beispielsweise in drei Viertel von 409 Top-Kinofilmen, die in den Jahren 1994 bis 2004 erstmals in deutschen Kinos ausgestrahlt wurden, geraucht. Die Studie zeigt im internationalen Vergleich, dass in Deutschland produzierten Serien und Spielfilmen tendenziell häufiger geraucht wird als in ausländischen Produktionen.

Zu den Studienergebnissen erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing: "Die Studie fördert klipp und klar zu Tage, was viele täglich beim Fernsehen erahnen: Im deutschen Fernsehen und Kino wird viel geraucht, mehr, als im internationalen Vergleich. Tabakkonsum ist kein "wertfreies" dramaturgisches Mittel, sondern ein Vorbild für Kinder und Jugendliche, das zur Nachahmung verleitet. Internationale Studien deuten darauf hin, dass der Einfluss von rauchenden Schauspielern in Filmen auf das Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen nicht von der Hand zu weisen ist. Rauchen im Film ist ein Risikofaktor für den Beginn des Rauchens bei Kindern und Jugendlichen.

Mir ist es wichtig, dass wir auf der Grundlage dieser Studienergebnisse eine Debatte über die Vorbildfunktion des Fernsehens und Films führen können, denn Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit. Ich möchte eine Diskussion zwischen Gesundheitswissenschaftlern und Medienfachleuchten in Gang bringen, um zusammen zu erörtern, wie die Häufigkeit des Rauchens im deutschen Fernsehen und deutschen Kinoproduktionen gesenkt werden kann.

... mehr zu:
»Rauchen

Zu diesem Zweck habe ich bereits ein erstes Gespräch mit dem Kultur- und Medienbeauftragten der Bundesregierung geführt. Weiter werde ich die Studie an die Intendanten und Senderchefs der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten in Deutschland senden und sie um eine Stellungnahme zu den Ergebnissen bitten. Es ist mein Ziel, eine stärkere Sensibilisierung für dieses Thema bei den Filmschaffenden in Deutschland auf den Weg zu bringen. Dazu möchte ich eine freiwillige Vereinbarung mit Film- und TV-Produzenten anregen, dass Schauspielerinnen und Schauspieler in deutschen Produktionen möglichst nicht rauchen.

Dass dies auf vorbildliche Weise geht, zeigen die bisherigen Auszeichnungen der jugendrelevanten RTL-Serie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" und der ARD-Serie "Marienhof" sowie der ZDF-Produktion "Soko Leipzig" mit dem "Rauchfrei-Siegel" der Deutschen Krebshilfe und des Aktionsbündnisses Nichtrauchen."

Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit von Rainer Hanewinkel, Gudrun Wiborg und James D. Sargent (Institut für Therapieforschung, Kiel) durchgeführt und ist im Internet unter www.drogenbeauftragte.de veröffentlicht.

| BMG News
Weitere Informationen:
http://www.bmg.bund.de
http://www.drogenbeauftragte.de

Weitere Berichte zu: Rauchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie