Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie ist ein depressiver Rückfall zu verhindern?

20.11.2006
Neues Behandlungskonzept testen die Universitäten Frankfurt, Jena und Tübingen in einer psychologische Studie: Teilnehmer in Hessen gesucht

Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung. Nach Aussage des Psychologen Professor Dr. Ulrich Stangier von der Universität Jena wird wahrscheinlich jeder Dritte in seinem Leben irgendwann eine schwere Depression durchleben. Außerdem sei die Rückfallgefahr bei dieser Erkrankung sehr hoch.

Typische Merkmale einer wiederkehrenden Depression sind beispielsweise kontinuierliche Schlafstö¬run¬gen, verbunden mit gedrückter Stimmung, Teilnahmslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Appetitmangel und Scheu vor der Umwelt. Aber Depressionen sind heilbar. In den letzten Jahren wurden neue psychologische und psychiatrische Behandlungsansätze speziell zur Prävention von Rückfällen entwickelt. Bisher waren diese in Deutschland jedoch kaum bekannt.

Die J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main testet gemeinsam mit den Universitäten Jena und Tübingen in einer Studie erstmalig ein Behandlungskonzept, das neueste Verfahren und Therapieformen kombiniert.

Hierfür werden weitere Teilnehmer gesucht. Die Behandlung wird an verschiedenen Kliniken in Thürin¬gen und in Hessen an insgesamt neun Kliniken und Krankenhäusern im Raum Frankfurt angeboten. Das Frankfurter Universitätsklinikum ist eines der Behandlungszentren. Hier koordiniert vor Ort PD Dr. Aglaja Stirn, Leiterin des Bereiches Psychosomatik der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, die Teilnehmerrekrutierung.

Untersucht wird, welche von zwei zur Auswahl stehenden Behandlungsformen langfristig besser depressive Rückfälle verhindert. Wissenschaftlich begleitet wird die Studie von Professor Dr. Ulrich Stangier (Universität Jena) und von Professor Dr. Martin Hautzinger (Universität Tübingen).

Teilnehmen am Behandlungsangebot können Personen, die mindestens drei depressive Episoden in ihrem Leben erlitten haben. Dabei werden sie per Zufallsprinzip entweder einer kog¬nitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung oder einer psychiatrischen Be¬ratung mit Informationsvermittlung zugeteilt. In der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung werden Informationen über Symptome und Auslöser von Depression vermittelt, persönliche Risikofaktoren für die Auslösung von Rückfällen ermittelt und Fähigkeiten eingeübt, um diesen Risikofaktoren entgegenzuwirken. Die psychiatrische Beratung umfasst intensive Informationen über Symptome, Ur¬sachen und Verlauf von Depressionen sowie Risikofaktoren bei Rückfällen. Ziel ist es, Rückfälle besser zu erkennen und zu verhindern. Es wird eine intensive Aufklärung über die Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Medikamenten zur Rückfallprophylaxe gegeben. Die Teilnehmer können eine medikamentöse Behandlung bei ihrem Arzt parallel zur Teilnahme in der Studie fortsetzen.

Beide Therapien werden an 16 Terminen, verteilt über acht Monate, durchgeführt. Als Standorte kommen für die Teilnehmer im Raum Frankfurt und Umgebung in Frage: Frankfurt (Klinikum und Universität), Elisabethenstift Darmstadt, Fachklinik Hofheim, Hohe Mark Oberursel, St. Valentinushaus Bad Soden, Philippshospital Riedstadt und Kreiskrankenhaus Schlüchtern.

Interessierte wenden sich bitte an Frau Dipl.-Psych. Sanja Zolotic-Nikolic, Ambulanz für Forschung und Lehre am Fachbereich für Psychologie und Psychotherapie der J. W. Goethe-Universität Frankfurt, Tel.: (069) - 35353253, E-Mail: d.nikolic@em.uni-frankfurt.de

Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
http://www.uni-jena.de/svw/pred

Weitere Berichte zu: Behandlungskonzept Depression Psychosomatik Rückfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher verwandeln Diamant in Graphit

24.11.2017 | Physik Astronomie

Dinner in the Dark – ein delikates Wechselspiel der Mikroorganismen

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

24.11.2017 | Physik Astronomie