Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Essen bis es krank macht

03.11.2006
Das ttz-Sensoriklabor partizipiert an europaweit größter Studie zum Übergewicht bei Kindern:

Übergewichtige Kinder werden immer häufiger zu kranken Kindern. Studien zeigen, dass ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und das soziale Umfeld die häufigsten Ursachen für Fettleibigkeit sind. In dem mit 15 Millionen Euro von der europäischen Kommission geförderten Projekt IDEFICS fragen Wissenschaftler des ttz Bremerhaven genauer nach und untersuchen das Geschmackserleben normalgewichtiger und fettleibiger Kinder.

Grundlage ist dabei der Forschungsansatz, dass ungesunde Lebensmittel aufgrund ihres Geschmacks und ihrer Zusammensetzung zum "mehr" - Essen verleiten. Diese Geschmackspräferenzen von Kindern im Alter von zwei bis zehn Jahren wollen die Sensoriker am ttz im Projekt erforschen und die Ergebnisse zur europaweiten Prävention anwenden.

Die Zusammenarbeit mit Kindern im Alter von zwei bis zehn Jahren stellt selbst die erfahrenen Konsumententester des Bremerhavener Sensoriklabors vor neue Herausforderungen: "Trotzdem ist die Zusammenarbeit mit ganz jungen Kindern unverzichtbar, da deren sensorische Wahrnehmung noch recht unverfälscht ist.

Sie haben durch ihre tägliche Ernährung noch keine starken Geschmackspräferenzen ausgebildet wie ältere Kinder oder Erwachsene," erklärt Kirsten Buchecker, verantwortlich im Projekt IDEFICS am ttz Bremerhaven. Die Sensorikexpertin weiß, dass neben Faktoren wie dem sozialen Umfeld und Bewegungsverhalten, der Geschmack ein wichtiger Parameter für kindliches Essverhalten ist.

Während Forscher aus Schottland und Italien den genetischen Grundlagen für Geschmack auf den Grund gehen, will sich das ttz-Sensorikteam die Geschmacksvorlieben der Kinder anschauen, die sie durch ihre individuelle Ernährung entwickelt haben. Verglichen werden dann die Ergebnisse der sensorischen und genetischen Untersuchungen unterschiedlicher Altersgruppen sowie normalgewichtiger, übergewichtiger und fettleibiger Kinder. "Wir arbeiten mit Schulen und Kindergärten zusammen. Ein Teil der Kinder nehmen dann an einem Bewegungs- und Ernährungsprogramm teil, das innerhalb des Projektes entwickelt wird. Dabei soll ermittelt werden, ob und wie das Ernährungs- und Bewegungsprogramm im Vergleich zu den Kindern, die nicht teilnehmen, wirkt.

Gleichzeitig beobachten wir, ob das Ernährungsprogramm zu einer Veränderung der Geschmackspräferenzen führt," erläutert Buchecker. Am Ende soll ein Gesamtkonzept stehen, das Gesundheitszentren europaweit die Instrumente zur Verfügung stellt, um die Veranlagung zu Übergewicht nicht nur festzustellen sondern auch durch gezielte Präventionsprogramme vorbeugen zu können. "Wir freuen uns, als ttz Bremerhaven mit unserer Expertise auf dem Gebiet der Geschmacksforschung einen wissenschaftlichen Beitrag zu einem so wichtigen Thema leisten zu können" so Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven.

Das Projekt IDEFICS startete am ersten September und wird von dem Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) koordiniert. In dem Projekt arbeiten 23 renommierte Forschungseinrichtungen aus elf EU-Ländern zusammen.

Das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik sowie Wasser-, Energie-, Landschaftsmanagement.

Kontakt:
Anke Janssen,
ttz Bremerhaven, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 0471 / 4832-121/-124,
Email: ajanssen@ttz-bremerhaven.de

Anke Janssen | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Tanzende Elektronen verlieren das Rennen

22.09.2017 | Physik Astronomie

Ein Quantensprung in der Herzdiagnostik

22.09.2017 | Medizintechnik

Am Einmaleins kommt keiner vorbei

22.09.2017 | Seminare Workshops