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Neue Studien belegen: Embolisation bessere Behandlungsmethoden für Gebärmuttermyome

11.10.2006
Ungefähr 30% aller Frauen leiden an Gebärmuttermyomen. Obwohl diese gutartigen Gewächse nicht lebensbedrohlich sind, können sie schwere Symptome hervorrufen.

Bis dato musste für ihre Behandlung oft eine vollständige Entfernung der Gebärmutter durchgeführt werden. Zwei neue Studien belegen jedoch, dass das Durchführen einer Gebärmutter erhaltenden Embolisation die bessere Behandlungsmethode ist.

Gebärmuttermyome treten bei ungefähr 30% aller Frauen auf, wobei es ungefähr ab dem 30. Lebensjahr zur Bildung dieser gutartigen Tumore aus glatten Muskelfasern kommen kann. Viele Patientinnen sind beschwerdefrei. Treten jedoch Symptome auf, können diese sehr schwerwiegend sein. Die häufigsten Beschwerden sind verstärkte Regelblutungen, häufiger Harndrang und durch den Druck des Tumors verursachte Schmerzen. Bei zahlreichen Frauen mit Gebärmuttermyomen wird eine Hysterektomie, also eine Entfernung der gesamten Gebärmutter durchgeführt. Hysterektomien sind die häufigsten gynäkologischen Operationen; allein in Großbritannien werden pro Jahr ungefähr 12.000 Eingriffe dieser Art zur Behandlung von Gebärmuttermyomen durchgeführt.

Seit einigen Jahren gibt es jedoch eine Alternative zur Hysterektomie: die Myomembolisation (auch UFE für Uterine Fibroid Embolisation). Es handelt sich dabei um einen nicht-operativen Eingriff, der von interventionellen Radiologen durchgeführt wird. Bei dieser minimal invasiven Methode der Embolisation werden, durch einen Katheter, die das Myom versorgenden Arterien verstopft, wodurch der Tumor "verhungert" und abstirbt. Die Patientin kann im Normalfall schon am Tag nach dem Eingriff das Krankenhaus verlassen und nach einer Woche ihrem normalen Tagesablauf nachgehen. Obwohl die Embolisation in den USA und manchen Ländern Europas (z.B. GB, Frankreich) weit verbreitet ist, haben in zahlreichen Regionen Europas Myompatientinnen noch immer keinen Zugriff auf diese Behandlungsmethode. Bisher gab es wenig wissenschaftliche Beweise für die Vorteilhaftigkeit der Embolisation, weswegen nur wenige Gynäkologen ihre Patientinnen an interventionelle Radiologen weiterleiteten.

Beim diesjährigen Kongress der Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe (CIRSE 2006, 9.-13. September) wurden die Ergebnisse von zwei randomisierten Studien präsentiert, in denen die Behandlungsresultate von Hysterektomien mit denen von Embolisationen verglichen wurden. Die so genannte EMMY Studie (Prof. Reekers, Amersterdam) war unabhängig von der REST Studie (Prof. Moss, Glasgow) durchgeführt worden. Die REST Studie ergab, dass die Lebensqualität bei beiden Testgruppen (Embolisationspatientinnen und Hysterektomiepatientinnen) ein Jahr nach dem Eingriff fast gleich war. Die EMMY Studie zeigte auf, dass auch nach 2 Jahren der gleiche Grad an Lebensqualität bestand. In über 80% der Fälle konnten chirurgische Eingriffe wie Hysterektomien vermieden werden. Des Weiteren zeigte sich in beiden Studien, dass eine Embolisation fast 40% weniger kostet als ein operativer Eingriff. Publikationen aus den USA und Frankreich hatten zwar schon zuvor viel versprechende Ergebnisse der Embolisationsmethode aufgezeigt, diese konnten jedoch zum ersten mal in zwei voneinander unabhängigen, randomisierten Studien bestätigt werden. Die EMMY und REST Studien haben also den Beweis erbracht, dass Embolisation eine gute und dauerhafte Alternative zu Hysterektomie ist. Außerdem haben sie bestätigt, dass eine Embolisation wesentlich kostengünstiger und patientenfreundlicher ist. Aus diesem Grunde sollte allen Myompatientinnen eine Embolisation angeboten werden, noch bevor eine Hysterektomie in Betracht gezogen wird.

Näheres zur Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe (CIRSE)

Die CIRSE ist Europas wichtigste Plattform für interventionelle Radiologie. Dieser medizinische Zweig ist aufgrund der stetig steigenden Nachfrage für minimal invasive Behandlungsmethoden in den letzten Jahrzehnten zu einer der am schnellsten wachsenden Sparten der modernen Medizin geworden. Die von interventionellen Radiologen durchgeführte "Schlüssellochchirurgie" bietet den Patienten zahlreiche Vorteile, wie z.B. schnellere Erholzeiten, verkürzte Krankenhausaufenthalte, nur minimal kleine Narben und verminderte Risiken.

Die CIRSE organisiert jährlich den größten nicht kardiovaskulären Kongress für endovaskuläre Behandlungsmethoden. Obwohl es sich dabei um das Highlight unseres wissenschaftlichen Jahres handelt, umfassen unsere Aktivitäten zahlreiche weitere Wissenschafts- und Ausbildungsprojekte, wie z.B. die European School of Interventional Radiology, in deren Rahmen Kurse für interventionelle Radiologie in verschiedenen europäischen Ländern abgehalten werden. Des Weiteren verfügen wir über eine UFE Arbeitsgruppe, die sich mit der Forschung und Öffentlichkeitsarbeit bezüglich Myomembolisation befasst.

Für weitere Informationen über Myomembolisation oder andere minimal invasive Behandlungsmethoden im Rahmen der interventionellen Radiologie kontaktieren Sie bitte das CIRSE Büro unter mann@cirse.org, das sie mit einem Spezialisten in Ihrem Land in Verbindung setzen kann.

CIRSE Central Office
Petra Mann
Phone: +43 1 904 2003 15
Fax: +43 1 904 2003 30
mailto: mann@cirse.org

Petra Mann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.cirse.org

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