Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Sexualhormone kognitive Hirnfunktionen beeinflussen

04.09.2006
Schwangere und Frauen unter Hormonersatztherapie gesucht
RUB-Biopsychologen analysieren die kognitive Verarbeitung

Launen und Vergesslichkeit werden schwangeren Frauen zwar vom Volksmund nachgesagt, aber wie sich der veränderte Hormonhaushalt tatsächlich auf das Gehirn auswirkt, ist noch weitgehend unerforscht.

Biopsychologen der Ruhr-Universität gehen der Frage auf den Grund: Nachdem frühere Studien schon eindrucksvoll gezeigt haben, wie die kognitiven Fähigkeiten von Frauen im Zyklusverlauf schwanken, untersuchen sie nun Schwangere und Frauen, die eine Hormontherapie bekommen.

Interessierte Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft und Patientinnen nach den Wechseljahren, die Hormone einnehmen, können sich unter Tel. 0234/32-24082 und 0234/7929210 oder per E-Mail unter ulrike.bayer@rub.de melden.

Sexualhormone und das Zusammenspiel der linken und rechten Gehirnhälfte

Ziel der Studie ist es, den Einfluss von Östrogenen und Gestagenen auf die Hirnasymmetrie und die Kommunikation zwischen den beiden Hirnhälften (interhemisphärische Interaktion) zu untersuchen. Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Frauen zum Zeitpunkt des Eisprungs z.B. schlechter bei Tests zum räumlichen Vorstellungsvermögen abschnitten als während der Menstruation, was mit dem Zusammenspiel der beiden Hirnhälften unter dem Einfluss verschiedener Hormone zusammenhängt. Die Forscher hoffen nun mit dieser Studie, weitere Erkenntnisse darüber zu gewinnen

Bilder am Computer ansehen

Die Teilnehmerinnen werden bei einem Testtermin zuerst nach ihrem Befinden gefragt, und aus einer Speichelprobe wird der aktuelle Hormonhaushalt ermittelt. Dann werden den Probandinnen am Computer verschiedene Bilder in der rechten und linken Gesichtsfeldhälfte präsentiert, auf die sie manuell reagieren sollen.

"Die Analyse der Verhaltensdaten erlaubt es, Aussagen über die Leistungen der rechten und linken Gehirnhälfte abzuleiten", erklärt Dipl.-Psych. Ulrike Bayer. Zudem können die Ergebnisse aufgrund der speziellen Darbietungstechnik Hinweise auf die Kommunikation zwischen den beiden Hirnhälften geben. Die Ergebnisse könnten helfen, Funktionen des gesunden und kranken menschlichen Gehirns zu verstehen und so langfristig der Entwicklung neuer Behandlungsansätze dienen.

Untersuchung ohne Nebenwirkungen

Frauen unter Hormontherapie kommen nur einmal zum Test, schwangere Frauen werden in jedem Drittel der Schwangerschaft einmal und nach der Geburt ein letztes Mal getestet. Für die Teilnahme erhalten die Teilnehmerinnen eine Aufwandsentschädigung. Während der Untersuchung werden weder Medikamente noch Hormone verabreicht. Die Untersuchungsmethoden sind schmerzfrei und haben keinerlei Nebenwirkungen. Die erhobenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und ausschließlich in anonymisierter Form ausgewertet. Nach Abschluss der Untersuchungen werden die Teilnehmerinnen auf Wunsch über die Studienergebnisse informiert.

Weitere Informationen

PD Dr. Markus Hausmann, Dipl. Psych. Ulrike Bayer, Arbeitseinheit Biopsychologie, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24082, 0234/7929210, E-Mail: ulrike.bayer@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Hirnhälfte Hormon Hormonhaushalt Schwangerschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie