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Akquisitionen sichern Arbeitsplatzstabilität

30.08.2006
Studie klärt Zusammenhang von Übernahmen und Mitarbeiterverlust

Merger- and Acquisition-Aktivitäten (M&A) führen nicht immer zu Stellenabbau und Zusammenlegung von Betriebsstandorten. Laut David Margolis sind die Arbeitsverhältnisse in jenen Unternehmen stabiler, die bereits an einer Übernahme oder Fusion beteiligt waren. In einer aktuellen Studie beschäftigt sich der Wirtschaftsforscher an der Pariser Sorbonne mit den Auswirkungen von M&A-Prozessen auf Arbeitnehmer. Demnach sind Mitarbeiter mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent nach einem Zeitraum von drei Jahren noch immer in derselben Firma beschäftigt, wenn diese an einer Übernahmen oder Fusion beteiligt war. War ein Unternehmen noch nie Teil eine M&A-Aktivität, so liegt die Wahrscheinlichkeit bei weniger als 50 Prozent.

Primär sind es jene Arbeitnehmer aus den übernommenen Firmen, die ihren Arbeitsplatz bei Akquisitionen am ehesten verlieren. Dies sind laut Margolis aber meist junge und qualifizierte Arbeitskräfte, die gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben und schnell neue Angebote wahrnehmen können. Den größten Unterschied verzeichnete der Studienautor bei jenen Übernahmen, die Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammenführen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die übernommenen Arbeitskräfte in der Firma bleiben sei in diesem Fall weitaus geringer, als bei jenem Personal, das aus dem akquirierenden Unternehmen stammt. Selbst fünf Jahre nach der Akquisition ist die Wahrscheinlichkeit, dass die übernommenen Arbeitskräfte noch in dem Unternehmen beschäftigt sind um rund 33 Prozent geringer. Margolis betont jedoch auch in diesem Fall, dass die Sicherheit des Arbeitsplatzes noch immer höher sei als bei Unternehmen, die nie an Fusionen oder Übernahmen beteiligt waren. "Jeder Arbeitnehmer hat Angst vor einer Übernahme seines Unternehmens, da heute noch immer der Irrglaube besteht, dass dies mit dem Abbau von Arbeitsplätzen einhergeht. Tatsächlich ist es jedoch so, dass die Verantwortlichen sehr offen auf das neu übernommene Unternehmen und deren Mitarbeiter zugehen", so Gregor Nischer, Geschäftsführer von Modern Products, im Gespräch mit pressetext. Heute komme es bei strategischen Firmenkäufen kaum noch zu Stilllegungen der übernommenen Unternehmen, da die bestehenden Mitarbeiter gebraucht werden, um den akquirierten Marktanteil zu halten und weiter auszubauen.

Meist sind es große, profitable und produktive Unternehmen, die die Hauptrolle in M&A-Prozessen spielen. Die Studienergebnisse sollen laut Margolis dazu beitragen sowohl diese zu identifizieren, aber in erster Linie auch jene Unternehmen, die nicht an M&A-Prozessen beteiligt sind. Mithilfe der Studienergebnisse könnte versucht werden, der dort vorherrschenden geringeren Arbeitsplatzstabilität entgegen zu wirken werden. Generell seien die Unterschiede in Bezug auf Fluktuation und Arbeitsplatzverlust zwischen übernommenen und übernehmenden Firmen nur von kurzer Dauer. Nach spätestens drei Jahren könnten keine signifikanten Differenzen mehr festgestellt werden, die Arbeitsplatzstabilität pendelt sich wieder auf ein durchschnittliches Niveau ein.

Die Studie "Should Employement Authorities Worry About Mergers and Acquisitions?" zeichnete die M&A-Aktivitäten französischer Unternehmen zwischen 1993 und 1999 auf und wurde von David Margolis auf der diesjährigen europäischen Wirtschaftskonferenz EEA-ESEM 2006 präsentiert. Unternehmen, die an mehr als einer Fusion oder Übernahme innerhalb des Untersuchungszeitraumes beteiligt waren, wurden nicht in die Auswertung miteinbezogen. Gründe für das Verlassen des Arbeitsplatzes wurden bei der Studie nicht differenziert. Im Hinblick auf Unternehmen, die nicht an M&A-Aktivitäten beteiligt sind, sieht Nischer zwei Möglichkeiten: "Einerseits kann es sein, dass Mitarbeiter aus unterschiedlichen Gründen gehen müssen. Nicht selten verlassen sie das Unternehmen aber gerade deshalb freiwillig, weil es nicht bei Übernahmen oder Fusionen aktiv wird." In Zukunft wären mit Sicherheit jene Unternehmen am globalen Markt erfolgreicher, die in den M&A-Prozess einsteigen.

Victoria Schubert | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.modern-products.net

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