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Neue Erkenntnisse über die globale Häufigkeit von Obstipation

11.08.2006
Im Rahmen des Digestive Week Congress in Los Angeles wurden im Mai neue Omnibus-Daten aus der umfassendsten, vor der Veröffentlichung stehenden, weltweiten Studie über die Epidemiologie der Obstipation (Verstopfung) vorgestellt. Diese von Boehringer Ingelheim gesponserte Studie bietet neue Erkenntnisse über die Häufigkeit der Obstipation und beweist, dass die daran leidenden Patienten nicht auf die wirksamsten Behandlungsmethoden zurückgreifen.

Die epidemiologische Studie, in deren Rahmen Dauer und Häufigkeit von Obstipation bei 13.879 Patienten aus vier Kontinenten erfasst wurden, zeigt, dass weltweit 12 % der Bevölkerung nach eigenen Angaben an Obstipation leiden. Diese Zahlen weisen regionale Unterschiede auf: So sind davon in Nord- und Südamerika und im Raum Asien-Pazifik etwa doppelt so viele Menschen betroffen wie in Europa, wo die Inzidenz am geringsten ist. (Mittelwert für Nord- und Südamerika und Asien-Pazifik 17,3 % gegenüber 8,75 % in Europa).1

In der Studie wird auch betont, dass ein Viertel der unter Obstipation leidenden Personen nichts zur Linderung der Symptome unternimmt und einfach darauf wartet, dass sich das Problem von selbst löst. Professor Carmelo Scarpignato, Professor für Pharmakologie an der medizinischen und zahnärztlichen Fakultät der Universität Parma, Italien, und einer der führenden Autoren der Untersuchung meinte dazu: "Viele an Obstipation leidende Menschen lassen sich durch unbegründete Bedenken und irrige Ansichten davon abhalten, zur bestmöglichen Behandlung wie Kontaktlaxativa (z.B. Wirkstoffe: Bisacodyl oder Natriumpicosulfat) zu greifen."

Ungeachtet der Tatsache, dass eine kürzlich veröffentlichte Studie gezeigt hat, dass Laxantien eine sichere und wirksame Form der Behandlung darstellen, greift weniger als ein Drittel der Patienten, die ihr Problem behandeln, tatsächlich zu diesen Präparaten.2 Im Raum Asien-Pazifik, einem der Gebiete, in dem Obstipation am stärksten verbreitet ist (17 %), werden Laxantien am seltensten verwendet, und weniger als zwei von zehn Betroffenen greifen zur Behandlung ihrer Symptome zu diesen Wirkstoffen. Sogar in Nord- und Südamerika, wo die Behandlung mit Laxantien am stärksten verbreitet ist, sind es weniger als vier von zehn Betroffenen, die sich dieser Behandlungsmethode der Obstipation bedienen.1

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Der Hauptverantwortliche der Studie, Professor Arnold Wald, Professor für Innere Medizin an der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health, USA, kommentierte diesen Umstand wie folgt: "Die Betroffenen lassen sich nach wie vor durch Ammenmärchen, die sich um das Problem der Obstipation ranken, beeinflussen und sind von diesen irrigen Annahmen nur schwer abzubringen. Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass im Durchschnitt etwa 40 % der Betroffenen das Problem der Obstipation durch Veränderungen ihrer Ernährungsgewohnheiten zu behandeln suchen, obwohl umfassende Studien gezeigt haben, dass Ernährung und Lebensstil nicht unbedingt für das Auftreten von Verstopfung verantwortlicht gemacht werden können, und eine Erhöhung der Flüssigkeits- und Ballaststoffaufnahme keine dauerhafte Erleichterung bringt."

Professor Wald fügte hinzu, "Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Obstipation nach wie vor nur in unzureichendem Ausmaß behandelt wird. Wir müssen die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Tatsache lenken, dass wir die beste Lösung zur Behebung von Obstipation bieten können."

Die epidemiologische Studie hat zu weiteren Untersuchungen geführt, die sich vor allem mit Personen befassten, die häufig an Obstipation leiden (also Patienten, die mit diesem Problem schon mindestens zwei Jahre lang oder zumindest einmal alle zwei bis drei Monate zu kämpfen hatten), um ein vollständiges Bild dieser Gruppe von Betroffenen zu erhalten. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen im Rahmen der 14. United European Gastroenterology Week in Berlin, Deutschland, vom 21.- 25. Oktober 2006 vorgestellt werden.

Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 143 verbundenen Unternehmen in 47 Ländern tätig und beschäftigt insgesamt fast 37.500 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens im Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie der Tiergesundheit.

Im Jahr 2005 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von 9,5 Milliarden Euro. Fast ein Fünftel der Umsätze aus dem größten Bereich verschreibungspflichtige Arzneimittel investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente.

Das Consumer Health Care Business gehört zum Kerngeschäft des internationalen Unternehmensverbandes Boehringer Ingelheim, der bestrebt ist, seine weltweiten Kunden mit einer breiten Palette hochwertiger pharmazeutischer Produkte zur Selbstmedikation zu versorgen.

Boehringer Ingelheim Consumer Healthcare ist der achtgrößte Hersteller von Produkten zur Selbstmedikation.

Mag. Ingeborg Homolka | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.boehringer-ingelheim.com

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