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Westliche Krankheiten erobern Indien

02.08.2006
Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden zum größten Killer im ländlichen Raum

Australische Forscher haben festgestellt, dass Herzerkrankungen mittlerweile auch im ländlichen Indien zu den größten Killern gehören. Dabei lesen sich die von den Experten erhobenen Daten schon fast wie jene in Europa, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com in seiner Online-Ausgabe.

Bruce Neal und sein Team vom George Institute for International Health in Sydney haben im südlichen Bundesstaat Andhrah Pradesh 345 Erwachsene im Alter zwischen 20 und 90 untersucht. Im Durchschnitt waren die Probanden knapp 40 Jahre alt. Das Ergebnis hatte die Wissenschaftler erstaunt: Jeder Fünfte litt an Bluthochdruck, 3,7 Prozent litten an Diabetes, 17 Prozent waren übergewichtig und 2,5 Prozent hatten bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Nach anderen Untersuchungen sind bereits ein Drittel aller Todesfälle auf Herzinfarkte oder Schlaganfälle zurückzuführen. Damit sterben in diesem Bundesstaat mehr Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als durch Verletzungen und Infektionen.

"In urbanen Regionen Indiens ist die steigende Zahl der Todesfälle durch so genannte westliche Zivilisationskrankheiten bekannt. Unbekannt war bisher der Gesundheitszustand der ländlichen Bevölkerung, die eigentlich den größten Teil der Einwohner Indiens ausmacht", so der Forscher. Schuld am katastrophalen Gesundheitszustand der Inder sind die Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten: Zu viel Salz, Fett, Zucker sowie Nikotinmissbrauch.

Neal sieht in seiner Studie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitspolitik in Indien: Das was in dieser Untersuchung herauskam, spiegelt das wieder, was die Zukunft der Gesundheitsvorsorge in den kommenden Jahrzehnten zu erwarten haben wird. "Wie in vielen Schwellen- und Entwicklungsstaaten ist das Gesundheitssystem nicht auf chronische Erkrankungen im Alter vorbereitet", subsumiert der Wissenschaftler. "Die Ergebnisse sind keine Überraschung. Das gleiche konnte man in China auch beobachten", meint der Mediziner Andreas Bayer, Rektor der TCM-Privatuniversität http://www.tcm-university.edu ,im pressetext-Interview. "Das metabolische Syndrom mit Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankunngen ist ein typisches Zeichen für eine Konsumgesellschaft", so der Experte. Mit der gesteigerten Lebenserwartung steige die Zahl dieser Erkrankungen proportional. Eine Untersuchung der amerikanischen University of Tulane habe gezeigt, dass 18 Mio. Chinesen schwer übergewichtig und 137 Mio. übergewichtig sind. Eine ähnliche Studie der Pekinger Universität an 270.000 Chinesen habe ergeben, dass 12 Prozent der erwachsenen Chinesen und acht Prozent der Kinder schwer übergewichtig sind. "Insgesamt sind 22,8 Prozent der Bewohner Chinas in der Zwischenzeit zu dick. Die Gründe dafür sind der höhere Lebensstandard und damit verbunden zuviel Fleisch und Fettkonsum", erklärt der Mediziner abschließend.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tcm-university.edu

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