Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lärm: Risikobeurteilung und Regulation im Verkehrsbereich

30.06.2006
Europäische Akademie veröffentlicht Studienergebnisse in Buchform

Gestern, Mittwoch, hat die Europäische Akademie die Studie 'Leben mit Lärm? Risikobeurteilung und Regulation im Verkehrsbereich' in Buchform veröffentlicht. In der Studie geben die Autoren den Hinweis, dass die bislang gültigen Vorschriften zur Lärmregulierung nicht ausreichen und fordern die Minderung von Belästigungen im privaten Bereich sowie die Vermeidung lärmbedingter Leistungsstörungen in Schule und Beruf.

Anlass der Untersuchung ist die alltägliche Einwirkung von Lärm auf die Umgebung. Insbesondere stört der Verkehrslärm, der beispielsweise von Hauptstraßen, Autobahnen und Flughäfen ausgeht und große Teile der Bevölkerung belästigt. Verkehrslärm behindert dabei auch die Kommunikation und damit das menschliche Zusammenleben. Außerdem beeinträchtigt er die Lebensqualität und kann an Lärm-Brennpunkten zu erheblichen Leistungsstörungen führen. Nachgewiesen wurde sogar, dass Verkehrslärm ernste gesundheitliche Probleme hervorrufen können. "Die gesundheitliche Beeinträchtigung durch Lärm ist eine Multikausalität über Jahrzehnte. Durch Lärm können beispielsweise Konzentrationsschwäche, Einschlaf- und Durchschlafprobleme sowie bei Kindern Kommunikationsschwächen hervorgerufen werden", so Michael Kloepfer, Mitautor der Studie, im Gespräch mit pressetext. Außerdem steigt durch ständige Lärmbelästigung der Blutdruck und damit auch das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, da der Kreislauf messbar beeinflusst wird.

Ziel der Autoren der Studie ist es, die Forderungen in eine 'umweltgerechte' Mobilität einzubetten. Dazu gehören die Gleichbehandlung aller Verkehrsträger und insbesondere die Verankerung von Ruhe als schützenswertes Rechtsgut. Dies könnte durch die Sicherung und Schaffung geeigneter Rückzugsräume und die Entschärfung von Lärm-Brennpunkten erreicht werden. Möglich wäre dies beispielsweise mit örtlich begrenzten Lärmkontingenten oder lärmabhängiger Anreize zur Verhaltensänderung. So könnte ein sogenannter 'Lärm-TÜV' die Lärmgrenzwerte bei der Zulassung von Fahrzeugen und Reifen sicherstellen. Als einen guten Fortschritt sieht Kloepfer die kürzlich von der Europäischen Kommission neu herausgegebenen Umgebungsrichtlinien 2006, die besagen, dass die Gesamtlärmsituation festgehalten wird und nicht nur bestimmte Gebiete im Fokus stehen.

Die Studie ist das Ergebnis eines zweieinhalbjährigen Forschungsprojekts mit dem Ziel, Lärm-Akteuren, Politikern und Betroffenen Empfehlungen für den Umgang mit der Lärmproblematik zu geben. Dabei fordern die Autoren in der Studie sich zukünftig mehr auf die wissenschaftlich abgesicherten Lärmwirkungen zu konzentrieren. Es gebe technische Verbesserungsmöglichkeiten wie Flüsterreifen, -asphalt, Trassenpreise, abgestufte Grenzwertregelungen, eine Flottenmodernisierungspolitik im Schienen- und Luftverkehr sowie planungswissenschaftliche Möglichkeiten, erläutert Kloepfer. Ein Flüsterjet würde zu einer Lärmminderung von zwölf Dezibel führen, dies ist eine extreme Reduzierung des wahrgenommenen Lärms. Außerdem sollten Umweltbelastungen und stark Lärmgefährdete wie Kinder, Alte und Kranke voneinander getrennt werde, indem man beispielsweise Kindergärten nicht in der Nähe von Lärmumgebungen baut, erklärt Kloepfer. Mit den Studienergebnissen wollen die Autoren zusätzlich deutlich machen, dass die bislang gültigen Vorschriften zur Lärmregulierung nicht ausreichen und warnen vor sinkender Lärmtoleranz.

Ines Gerasch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.europaeische-akademie-aw.de

Weitere Berichte zu: Lärm Regulation Risikobeurteilung Verkehrslärm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung