Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immer mehr Reiche in Schwellenländern und Asien-Pazifik-Raum

21.06.2006
World Wealth Report 2006: 8,7 Mio. vermögende Investoren weltweit

Das Gesamtvermögen der HNWI´s (High Net Worth Individuals), also von wohlhabenden Privatanlegern mit einem Finanzvermögen von mehr als einer Mio. Dollar, ist im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf 33,3 Billionen Dollar angestiegen. Weltweit gibt es 8,7 Mio. HNWI´s, wie aus dem World Wealth Report 2006 (WWR) hervorgeht, der gestern, Dienstag, in Wien von Capgemini und Merril Lynch zum zehnten Mal präsentiert wurde. Am stärksten stieg die Zahl vermögender Privatanleger in Schwellenländern und im Asien-Pazifik-Raum. In Südkorea (21,3 Prozent), Indien (19,3 Prozent), Russland (17,4 Prozent) und Südafrika (15,9 Prozent) gab es überdurchschnittliche Zuwachsraten. Die Zahl der Ultra-HNWI´s, die über ein Vermögen von mehr als 30 Mio. Dollar verfügen, stieg im letzten Jahr sogar um 10,2 Prozent auf 85.400 Personen an.

Europa liegt demnach trotz verbesserter Performance im Jahr 2005 im Wachstum der HNWI hinter den anderen Regionen zurück. Während sich Europas Reiche um 4,5 Prozent vermehrten, stieg die Zahl der Vermögenden im Nahen Osten um 9,8 Prozent, gefolgt von Lateinamerika (9,7 Prozent), Asien-Pazifik-Raum (7,3 Prozent) und schließlich Nordamerika um 6,9 Prozent. Interessanter Aspekt ist, dass sich zum ersten Mal seit drei Jahren das HNWI-Bevölkerungswachstum in Nordamerika verlangsamte.

Der zehnte WWR zeigte auch, dass die HNWI´s bei der Vermögensallokation deutlich aggressiver vorgehen als noch im Vorjahr. "Wohlhabende Privatanleger machen sich immer mehr die Strategien der Ultra-HNWI´s zu eigen", so Gregor Erasim, Sector Manager Financial Services, Capgemini Österreich/CEE. "Sie balancieren ihre Portfolios neu aus, indem sie den Anteil internationaler Anlagen erhöhen, weil diese Märkte stärkere Erträge liefern und die Unsicherheiten über die Entwicklung des US-Dollars zunehmen. Ein Beweis für dieses Verhalten sind die zunehmenden Investitionen wohlhabender Privatanleger in den asiatischen Märkten", so Erasim weiter.

Österreich konnte im Jahr 2005 rund 68.000 HNWI´s vorweisen, damit stieg die Zahl der Dollarmillionäre gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent und somit etwas stärker als der weltweite Schnitt (6,5 Prozent). "Wichtige Faktoren waren einerseits die sehr gute Performance der Aktienmärkte und andererseits eine allgemeine positive Wirtschaftsentwicklung getrieben durch ein starkes Exportwachstum", führt Erasim aus. Die künftige Entwicklung wird stark davon abhängen, ob es der österreichischen Wirtschaft weiterhin gut gelingt, am Wachstum der osteuropäischen Volkswirtschaften zu partizipieren und den bereits eingeschlagenen Reformkurs in Österreich weiter voranzutreiben, heißt es in der Studie.

Zwar konzentriert sich der größte Anteil des weltweiten Anlagevermögens wohlhabender Privatinvestoren weiterhin in den USA und Kanada, allerdings wurden auch 2005 Investitionen aus dieser Region abgezogen. Im Vergleich zu 2004, als die Mittelabflüsse durch das mangelnde Vertrauen in den Dollar bedingt war, verringerten die Investoren 2005 ihre Investments in Nordamerika vor allem wegen niedriger Erträge. Auf den Asien-Pazifik-Raum entfielen 23 Prozent des weltweiten HNWI-Anlagevermögens, womit Europa (22 Prozent) als zweitbeliebteste Region für internationale Investitionen abgelöst wurde.

In den kommenden drei Jahren ist ein weiterer Rückgang der Investitionen in Nordamerika und Europa zu erwarten. Dagegen werden die Märkte im Asien-Pazifik-Raum und in Lateinamerika weiter wachsen. Der WWR erwartet auch, dass die wohlhabenden Privatanleger voraussichtlich auch weiterhin eine etwas aggressivere Portfolioausrichtung bevorzugen, indem sie den Anteil von Barmitteln, Bankeinlagen und Immobilien reduzieren und Mittel in Aktien und alternative Geldanlagen umschichten. "Investoren werden weltweit immer ausgeklügelter vorgehen", resümiert Erasim abschließend.

Michael Fiala | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ml.com
http://www.capgemini.com

Weitere Berichte zu: Asien-Pazifik-Raum Erasim HNWI Privatanleger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics