Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohenheimer WM-Studie: WM-Sponsoring lohnt sich (noch) nicht für alle

09.06.2006
Eine Bevölkerungsumfrage in deutschen Großstädten zeigt: Nicht für alle Unternehmen lohnt es sich, offizieller Sponsor oder nationaler Förderer der WM 2006 zu sein. Die größten Zugewinne an Bekanntheit der internationalen Sponsoren im Vergleich zum Vorjahr erreichen Coca-Cola und die Deutsche Telekom; bei den offiziellen Partnern konnte vor allem die Deutsche Bahn zulegen. Die Studie des Lehrstuhls für Marketing der Universität Hohenheim zeigt aber auch: WM-Werbung lohnt sich vermutlich nur bei Produkten, die der Konsument direkt mit der Fußball-WM in Verbindung bringt.

1.780 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet haben Mitarbeiter des Lehrstuhls für Marketing von Prof. Dr. Markus Voeth an der Universität Hohenheim im Mai 2006 telefonisch, unter anderem auch zu ihrer Kenntnis von internationalen Sponsoren und nationalen Förderern, befragt. "Generell haben wir uns auf die 50 größten Städte Deutschlands sowie Kaiserslautern als einzige WM-Stadt unter 100.000 Einwohnern konzentriert. Dabei haben wir die Stichproben so verteilt, dass wir mit der üblichen Genauigkeit der Marktforschung individuelle Aussagen für jede Großstadt treffen können", erklärt der Leiter der Studie, Prof. Voeth.

Bereits seit mehreren Jahren erhebt der Lehrstuhl von Prof. Voeth, wie bekannt, die internationalen Sponsoren und nationalen Förderer der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 innerhalb der Bevölkerung. "Auf diese Weise konnten wir ermitteln, inwieweit sich einzelne Unternehmen in der Wahrnehmung der Bevölkerung über die Jahre hinweg verbessert oder verschlechtert haben", erläutert Prof. Voeth.

AUS DEN ERGEBNISSEN

... mehr zu:
»Prozentpunkt »Sponsor

Bei den internationalen Sponsoren zeigt sich folgendes Bild: Generell konnten alle internationalen Sponsoren an Bekanntheit zulegen. Betrachtet man die Ergebnisse seit 2004, so konnten alle internationalen Sponsoren gewinnen. Jedoch waren die Zuwächse nicht bei allen Unternehmen gleich groß. "Deutlich hinzu gewonnen haben seit 2005 die internationalen Sponsoren Coca-Cola und Deutsche Telekom. Beide konnten ein Plus von 25 Prozentpunkten erreichen. Unter den Top 5 Unternehmen konnte Mastercard mit einem Zugewinn von vier Prozentpunkten am wenigsten zulegen", berichtet Prof. Voeth, der Initiator der Langzeitstudie. Adidas behauptet den Spitzenplatz des Rankings mit 80 Prozent Bekanntheit, gefolgt von Coca-Cola (76%), McDonald's (70%), Deutsche Telekom (67%) und Mastercard (48%). Schlusslicht der Befragung ist Avaya mit einer Bekanntheit von nur vier Prozent.

"Bei den nationalen Förderern ergibt sich ein heterogenes Bild", so Prof. Voeth. Die Deutsche Bahn konnte ihre Bekanntheit von 2005 auf 2006 um 33 Prozentpunkte auf 54 Prozent steigern. Als weitere Gewinner in Sachen Bekanntheit können sich die Postbank (34%), OBI (34%) und Hamburg-Mannheimer (20%) fühlen, die ihre Bekanntheit ebenfalls ausbauen konnten. Oddset dagegen konnte sich nur um einen Prozentpunkt auf 32 Prozent steigern. Weniger gut lief es für EnBW, deren Bekanntheit im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf neun Prozent fiel. Interessant ist auch, dass die Bevölkerung nationale Förderer von anderen Sponsoren nicht trennen kann. "Die Deutsche Telekom führt das Ranking der Bekanntheit der nationalen Förderer mit 65 Prozent an, obwohl sie internationaler Sponsor ist. Platz Drei des Rankings belegt Mercedes-Benz, eigentlich Partner der Deutschen Nationalmannschaft", erklärt Prof. Voeth.

Darüber hinaus untersuchte Prof. Voeth mit den Projektleitern Christian Niederauer und Isabel Tobies, ob sich die WM-Werbeschwemme für alle Unternehmen lohnt. "Nicht jeder, der mit dem Thema Fußball-WM wirbt, hat sein Werbebudget richtig investiert", kommentiert Prof. Voeth die Erhebungsergebnisse. Die breit angelegte Bevölkerungsbefragung zeigt, dass sich WM-Werbung nur bei Produkten lohnt, die der Konsument mit Fußball, WM oder Fußball-TV-Übertragung in Zusammenhang bringt. Besonders erfolgversprechend zeigt sich WM-bezogene Werbung bei Softdrinks (63 Prozent Akzeptanz in der Bevölkerung), Reisen/Hotelunterkunft (71%) und Sporttextilien (85%).

Fanartikel verkaufen sich laut der Langzeitstudie von Prof. Voeth und seinem Team immer dann gut, wenn sie nicht nur den Bezug zur WM, sondern auch zur Nationalmannschaft suchen. Produzenten von klassischen Fanartikeln sowie Kleidung ist daher angeraten, einen klaren Bezug zu den Nationalmannschaften herzustellen, so die Ergebnisse der Studie.

In einer dritten Untersuchungsphase wird Prof. Voeth mit seinem Team unter anderem den langfristigen Erfolg der Werbemaßnahmen messen. Es wird sich zeigen, inwieweit der Verlauf der WM auf die Bekanntheit der Unternehmen und den Erfolg der Werbemaßnahmen Einfluss haben wird.

Hintergrund

In einer groß angelegten Langzeitstudie zur FIFA Fußball-WM 2006 misst der Lehrstuhl für Marketing von Prof. Voeth in jährlichen Befragungsrunden unter anderem die Begeisterung, Präferenzen und Vorstellungen der Bevölkerung für die WM 2006. Daneben erfassen jährlich wechselnde Sonderschwerpunkte Themen wie die WM als Chance für Städte und Regionen, Vermarktungspotenziale, Sicherheit, Ticket-Pricing, Merchandising und Standortwahl der Stadien. Die Studie soll einerseits Stimmungsindikator, andererseits auch konstruktiver Beitrag für eine erfolgreiche Organisation sein.

Die aktuell vorliegenden Ergebnisse wurden im Mai 2006 mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens per Telefoninterview ermittelt. Insgesamt wurden 1.780 Einwohner deutscher Großstädte befragt.

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.wm-studie.de

Weitere Berichte zu: Prozentpunkt Sponsor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik