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Vogelgrippe: Europa muss enger zusammenarbeiten

20.04.2006


Bedrohung wird allgemein nur von außen erwartet



Die Länder der Europäischen Union müssen bei den Vorbereitungen für den Kampf gegen eine zukünftige Vogelgrippe-Pandemie enger zusammenarbeiten. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine gekommen, die die Vorbereitungen von 21 Ländern analysiert hat. Obwohl die Vorbereitungen Europas allgemein gut sind, bleiben wichtigen Lücken, schreiben die Wissenschafter in The Lancet. Die Aufrechterhaltung entscheidender Dienstleistungen und die Verteilung von Impfstoffen und anderen medizinischen Artikeln müsse besser geplant werden. Zusätzlich sei eine bessere Überwachung jener Personen erforderlich, die mit Tieren arbeiten.

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Seit der Ausbreitung des Virus H5N1 nach Europa sollten sich die Mitgliedstaaten laut Studie darauf vorbereiten, dass eine Pandemie auch in Europa ihren Ursprung haben könnte. "Die Überwachung von Tieren und den Menschen, die mit ihnen arbeiten, sollte mittels einer effektiven Zusammenarbeit und Koordination zwischen beiden Bereichen eng aufeinander abgestimmt werden." Es zeigte sich jedoch laut BBC, dass es keine gemeinsamen Richtlinien für die Gesundheits- und Veterinärbehörden gibt. 2004 ersuchte die Weltgesundheitsorganisation die Staaten der Europäischen Union dringend, Pläne zum Schutz der Bevölkerung vor einer Grippepandemie auszuarbeiten. Eine Checkliste mit Aktivitäten, die eine Ausbreitung der Infektion, die Anzahl der Erkrankungen und Todesfälle verringern sollten, wurde zur Verfügung gestellt.

Das Team um Richard Coker evaluierte die Pläne von 25 EU-Ländern und vier nicht EU-Ländern in Hinblick auf die WHO-Richtlinien. Die meisten Länder gingen im Falle einer Pandemie von einer Sterberate zwischen 2,3 und 4,65 Prozent aus und schätzten, dass zwischen 15 und 50 Prozent der Bevölkerung infiziert werden würden. Obwohl die Vorbereitungen mit der Errichtung von 18 nationalen Planungsausschüssen allgemein gut waren, gingen alle Länder davon aus, dass ein Ausbruch der Pandemie beim Menschen durch externe Ereignisse verursacht werden würde. Die bestehenden Pläne wiesen nur selten auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedstaaten hin. Das galt trotz der Aufforderung seitens der EU auch für die direkten Nachbarn. Laut Studie sollte die EU ihre Rolle bei der Sicherstellung der Übereinstimmung der Pläne für den Ernstfall übernehmen.

20 Länder haben eine Strategie für den Einsatz von antiviralen Medikamenten entwickelt. Nur die Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Lettland und Rumänien haben klare Prioritäten für die Behandlung festgelegt. Laut Coker bestünde im Ernstfall die größte Herausforderung bei Impfstoffen und der Behandlung im Timing. Verantwortlich dafür ist, dass die Vorbereitungen für einen vollständigen Schutz erst dann anlaufen können, wenn ein Virenstamm aufgetreten ist. "Dann müssen die Herstellungskapazitäten koordiniert werden. Dann wird es ein Thema sein, wer die erste Lieferung mit Impfstoff bekommt." Europa sei ziemlich gut vorbereitet und investiere eine große Menge an Ressourcen und Anstrengungen in die Planung. Die entscheidende Frage sei jedoch, was die einzelnen Regionen voneinander lernen könnten. Die Vogelgrippe wurde bisher bei Vögeln in Italien, Griechenland, Bulgarien, Deutschland, Österreich, Frankreich, Slowenien und Großbritannien nachgewiesen. Bis jetzt wurden innerhalb der Europäischen Union keine Menschen infiziert.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lshtm.ac.uk
http://www.thelancet.com

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