Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HPV-Impfstoff: HPV-Impfstoff bietet breiten und anhaltenden Schutz gegen die häufigsten onkogenen HPV-Typen

10.04.2006

Die in der aktuellen Ausgabe des "Lancet" veröffentlichte Follow-Up-Studie bestätigt frühere Ergebnisse zur Wirksamkeit des zur Zulassung bei der EMEA eingereichten Impfstoffes gegen die häufigsten Typen onkogener humaner Papillomviren (HPV). Cervarix[TM], der Kandidat-Impfstoff zur Prävention des Zervixkarzinoms von GlaxoSmithKline (GSK), zeigte in einer Follow-Up-Studie über einen Zeitraum von 4,5 Jahren eine hundertprozentige Wirksamkeit gegen präkanzeröse Läsionen, die durch die HPV-Typen 16 und 18 verursacht werden. Diese HPV-Typen sind weltweit für über 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.(1)

Der Impfstoff enthält zur Verstärkung der Immunantwort das GSK-eigene und patentrechtlich geschützte Adjuvans AS04. Bereits vorliegende Daten haben gezeigt, dass HPV-Impfstoff mit dem Adjuvans AS04 höhere und lang anhaltende Antikörperspiegel induziert als ein Impfstoff mit denselben HPV-Antigenen und Aluminiumsalz als Adjuvans.(2) Die jetzt publizierten Daten zeigen, dass auch nach 4,5 Jahren bei über 98 Prozent der geimpften Frauen immer noch Antikörper gegen HPV 16 und HPV 18 nachweisbar sind. Diese Daten belegen die gute Immunantwort auf den Impfstoff.

Schutz vor weiteren onkogenen HPV-Typen

Darüber hinaus ergeben sich anhand der Studienergebnisse Hinweise, dass der Impfstoff von GSK einen zusätzlichen Schutz vor Infektionen mit den dritt- und vierthäufigsten onkogenen HPV-Typen 45 und 31 bieten kann. Auch dieser Effekt war über einen Zeitraum von 4,5 Jahren nachweisbar. Zudem hat die Untersuchung deutlich gezeigt, dass der Impfstoff gut verträglich ist. GSK führt zurzeit umfangreiche Untersuchungen zur Wirksamkeit gegen weitere onkogene HPV-Typen durch. Die HPV-Typen 16, 18, 45 und 31 sind gemeinsam für etwa 80 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.(1)

Dr. Diane Harper von der Dartmouth Medical School (USA) bemerkte hierzu: "Die Daten der Untersuchung zeigen, dass der Impfstoff mit dem Adjuvans AS04 einen nachhaltigen Schutz vor persistierenden Infektionen mit den HPV-Typen 16 und 18 und den daraus entstehenden zervikalen Läsionen gewährt. Der Impfstoff kann über die Typen 16 und 18 hinaus noch zusätzlichen Schutz vor persistierenden Infektionen mit weiteren onkogenen HPV-Typen bieten. Für die klinische Praxis bedeuten diese Ergebnisse, dass der Impfstoff von GSK einen lang anhaltenden Schutz vor einem noch breiteren Spektrum onkogener HPV-Typen bieten könnte".

Professor Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Medizin bei GSK, betonte: "Wir erwarten von unserem Impfstoff, dass er für alle Frauen einen möglichst hohen Impfschutz gegen das Zervixkarzinom bietet. Über die Ergebnisse der Studie freuen wir uns natürlich sehr. Sie zeigen, dass unsere Entscheidung richtig war, für die Herstellung dieses Impfstoffes ein innovatives Adjuvans einzusetzen, um so eine hohe Wirksamkeit und einen lang anhaltenden Schutz zu erreichen."

Über die Studie

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Follow-Up-Studie mit Frauen, die an der primären Wirksamkeitsstudie des Impfstoffs von GSK gegen die HPV-Typen 16 und 18 teilgenommen hatten. Die Primärstudie war eine kontrollierte Doppelblindstudie mit 1.113 Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, die nach einem randomisierten Verfahren entweder HPV-Impfstoff oder Placebo erhielten. Das Impfschema betrug 0,1 und 6 Monate.(3)

An der Follow-Up-Studie nahmen 776 Frauen des Probandenkollektivs der oben genannten Primärstudie aus USA, Kanada und Brasilien teil. Der Beobachtungszeitraum betrug bis zu 53 Monate. Untersucht wurden die Wirksamkeit hinsichtlich der Prävention persistierender Infektionen mit den HPV-Typen 16 und 18 und die damit assoziierten auffälligen Pap-Abstriche und präkanzerösen Läsionen sowie die Sicherheit und Immunogenität der HPV-Vakzine von GSK. Anhand von Zervixabstrichen wurden zytologische und HPV-DNA-Untersuchungen durchgeführt. Weitere Nachuntersuchungen sind geplant.

Weltweit nehmen an Phase-III-Studien über 30.000 Frauen teil. Im März 2006 hat GSK die Zulassung für den Impfstoff bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA beantragt.

HPV und das Zervixkarzinom

HPV-Infektionen sind sehr weit verbreitet. Es ist allgemein anerkannt, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen persistierender HPV-Infektion und dem Zervixkarzinom besteht. Jede sexuell aktive Frau ist gefährdet, sich mit HPV zu infizieren und an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Es gibt verschiedene onkogene HPV-Typen. Auf die Typen HPV 16 und 18 allein werden in Europa 71,5 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs zurückgeführt. Jedes Jahr erhalten 7.000 Frauen in Deutschland die Diagnose "Zervixkarzinom". Mit jährlich 2.000 Todesfällen gehört Deutschland neben Dänemark und England zu den Staaten in Westeuropa mit der höchsten Zahl an Todesfällen.(4)

Quellen:

(1) Muñoz N, Bosch FX, Castellsagué X, Diaz M, de Sanjose S, Hammouda D, Shah KV, Meijer CJLM. Against which human papillomavirus types shall we vaccinate and screen? The international perspective. Int J Cancer 2004; 111: 278-285.

(2) Giannini SL et al. Superior Immune Response Induced by Vaccination with HPV 16/18 L1 VLP Formulated with AS04 Compared to Aluminum Salt Only Formulation. Poster B68, presented at the 4th Annu.Int.Conf. on Frontiers in Cancer Prevention Research (AACR), October 30 - November 2, 2005, Baltimore, MD, USA

(3) Harper DM , Franco EL, Wheeler C, Ferris DG et al. Efficacy of a bivalent L1 virus-like particle vac-cine in prevention of infection with human papillomavirus types 16 and 18 in young women: a random-ised controlled trial. Lancet 2004;364:1757-65.

(4) Ferlay J, Bray P, Pizani P, Parkin DM. Cancer incidence, mortality and prevalence worldwide. Erhältlich bei GLOBOCAN 2002. Abgerufen 20. September 2005.

Tina Herkströter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.GlaxoSmithKline.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics