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Noch viel Aufklärungsbedarf zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Älteren

16.03.2006


Studie der Hochschule Niederrhein erhielt Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung



Für Nahrungsergänzungsmittel zur Gesundheitsvorsorge wie zum Beispiel Multivitamine oder Knoblauchpräparate gibt es bei der angepeilten Zielgruppe noch erheblichen Aufklärungsbedarf. Der Begriff und das, was er bezeichnet, ist bei älteren Menschen nicht ausreichend bekannt. Das ergab eine Studie der Hochschule Niederrhein, die jetzt beim 43. wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Stuttgart-Hohenheim vorgestellt wurde. Wichtig seien intensivere Verbraucherinformationen sowie einheitliche Empfehlungen und wissenschaftlich fundierte Produktbewertungen zur Nahrungsergänzung für Ernährungsberater, Ärzte und Apotheker, so die Autoren aus dem Fachbereich Oecotrophologie in Mönchengladbach.



Die Studie, die in Verbindung mit der Verbraucherzentrale NRW durchgeführt und beim DGE-Kongress mit dem Poster-Preis 2006 ausgezeichnet wurde, untersucht die Akzeptanz und das Einkaufsverhalten von Nahrungsergänzungsstoffen bei über 55-Jährigen. Dazu wurden über 2.000 Seniorinnen und Senioren in ganz Nordrhein-Westfalen von Studierenden befragt. Professorin Dr. Gisela Semmler, die zusammen mit Prof. Dr. Paul-Bernd Heinrich und Diplom-Oecotrophologin Juliane Schmidt das Forschungsprojekt vorstellte, nennt Ergebnisse: Fast 58 Prozent der älteren Menschen nehmen Nahrungsergänzungsmittel, mehr als 30 Prozent sogar täglich. Frauen greifen mit 32,5 Prozent häufiger zu den Gesundheitspräparaten als Männer (26 Prozent). Bevorzugt werden Vitamine, Knoblauchpräparate und Mineralstoffe. "Mit zunehmenden Alter zeigte sich eine Tendenz zur regelmäßigen Einnahme. Die Hälfte der Befragten ist der Auffassung, das sich mit den Präparaten das allgemeine Wohlbefinden steigern lässt", so Professorin Semmler. Die Einnahmehäufigkeit ist weitgehend unabhängig vom subjektiv empfundenen Gesundheitszustand: von den regelmäßigen Nutzern sind 44 Prozent mit ihrem Gesundheitszustand unzufrieden und 39 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden.

Auf der anderen Seite hat sich gezeigt, dass die Zielgruppe häufig nicht weiß, worum es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln handelt. Fast 72 Prozent derjenigen, die angaben, keine Zusatzpräparate zu nehmen, kreuzten bei der konkreten Frage nach eingenommenen Produkten mindestens ein Präparat an. Und das, obwohl fast 64 Prozent wiederum ihre Informationen aus der Apothekerzeitschrift bezogen. Die Apotheke ist für die Mehrheit der bevorzugte Kaufort, gefolgt von Drogeriemarkt und Supermarkt. Nur 1,5 Prozent nutzte Teleshopping.

Rudolf Haupt M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

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