Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Benchmarkingstudie: Zypern führt Rangliste der IuK-Forschungsprogramme

15.12.2005


EU-Projekt ALIPRO hat die Qualität der Forschungsprogramme für Informations- und Kommunikationstechnik in den neuen EU-Mitgliedstaaten sowie den Beitritts- und Kandidatenländern verglichen. Am besten schnitten Programme aus Zypern, Ungarn, Estland, Bulgarien, Litauen und Polen ab. Die untersuchten IuK-Programme des Referenzlandes Deutschland erzielten Platzierungen im vorderen Bereich und im Mittelfeld.


Zypern hat das am besten geleitete und effektivste IuK-Forschungsprogramme aller neuen EU-Mitgliedstaaten und Beitritts- und Kandidatenländer. In einer Benchmarkingstudie des EU-Projekts ALIPRO zu Programmen mit Bezug zur Mobilkommunikation erwies sich das zypriotische Programm für Forschung und technologische Entwicklung als Spitzenreiter unter 32 Programmen aus 13 neuen EU-Mitgliedstaaten und Beitritts- und Kandidatenländern.

In der vergleichenden Analyse erzielte das zypriotische Programm den höchsten Durchschnittswert (3,75 von 4), gefolgt von zehn Programmen aus Ungarn, Estland, Bulgarien, Litauen und Polen. Sie alle sind in derselben Klasse wie die Referenzprogramme: das IST-Programm im 6. EU-Rahmenprogramm, EUREKA Cluster-Programm CELTIC sowie vier deutsche Programme. Die durchschnittliche Qualität der Programme je Land variierte in einigen Fällen erheblich, wie das Beispiel Polen zeigt: Ein Programm befindet sich unter den ersten Zehn, während zwei wesentlich schlechter abschnitten.


Dies trifft auch für Deutschland zu: Während zwei der deutschen Programme, das Programm der Deutschen Forschungsgemeinsschaft (DFG) und das bayerische Programm Informations- und Kommunikationstechnik, in der Spitzengruppe platziert sind, reichte es für die Bundesprogramme des BMBF, Informationstechnologie-Forschung und Informationsgesellschaft, nur zu Plätzen im Mittelfeld.

Die Forscher von ALIPRO maßen ein Bündel aus elf Qualitätskriterien in Bezug auf die analysierten Programme. Es beinhaltete die Effizienz des Bewerbungsprozesses, die finanzielle Kapazität, die Management-Qualität, Transparenz und Wirkung. Positiv war, das 75 Prozent aller Programme einen effektiven Bewerbungsprozess haben und 65 Prozent hohe Wirkung erzielten.

Schwachpunkte der analysierten Programme waren Offenheit, Management-Qualität und finanzielle Kapazität. Es gibt erhebliche Ungleichgewichte hinsichtlich der F&E-Intensität zwischen den neuen Mitgliedstaaten sowie den Beitritts- und Kandidatenländern auf der einen Seite und einigen alten Mitgliedstaaten wie Deutschland. Das jährliche Finanzvolumen des bayerischen Informations- und Kommunikationstechnologie-Programms ist zum Beispiel 34-mal größer als das Budget des nationalen bulgarischen Wissenschaftsprogramms zur Informationsgesellschaft.

Generell gibt es Anhaltspunkte, dass die Reform von F&E-Programmen einen positiven Einfluss auf deren Leistung haben kann. Die ALIPRO-Forscher fanden heraus, dass kürzlich geschaffene oder reformierte Programme effizienter und effektiver sind als alte, nicht-reformierte Programme.

Der Schwerpunkt der Benchmarkingstudie lag auf Programmen, die Mobilkommunikation unterstützen. Doch nur zwei Programme fördern ausdrücklich Forschung zu Technologien, Anwendungen und Diensten im Mobilfunkbereich. Darüber hinaus bieten 4 IuK-Programme und 26 allgemeine Programme Förderung for Forschung zur Mobilkommunikation.

Die Benchmarkingstudie ist erhältlich auf der ALIPRO Website unter http://alipro.eurescom.de

Über ALIPRO

ALIPRO ist eine Specific Support Action innerhalb des 6. Forschungsrahmenprogramms der EU. Das Projekt wird durchgeführt von einem Konsortium aus 14 Organisationen aus allen neuen EU-Mitgliedstaaten sowie den Beitritts- und Kandidatenländern Rumänien, Bulgarien und Türkei sowie der alte EU-Mitgliedstaat Deutschland. Das Projekt began im März 2005 und hat eine Dauer von 13 Monaten.

Milon Gupta | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurescom.de/
http://alipro.eurescom.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics