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Jahresstudie bescheinigt Automobilindustrie weiterhin Probleme

07.09.2005



Unternehmensberater sieht europäische Innovationsbereitschaft als Chance


Die aktuelle Jahresstudie der Top-Managementberatung A.T. Kearney zur Lage der Automobilindustrie kommt zu dem Schluss, dass jene sich vom Ertragseinbruch Anfang dieses Jahrzehnts noch immer nicht erholt hat. Ungeachtet ihrer Anstrengungen fährt die Automobilindustrie der Gesamtwirtschaft somit weiterhin hinterher, wobei Zulieferbetriebe mit ihren Restrukturierungsmaßnahmen offenbar erfolgreicher waren als Automobil-Hersteller, wie Martin Haubensak, Automobilexperte bei A.T. Kearney, im Gespräch mit pressetext erläutert.

So stieg die Ertragskraft, gemessen am Cash-Flow Return on Invested Capital (CFRIC) bei den europäischen Zulieferern in den letzten drei Jahren um etwa 12 Prozent, während die der Hersteller stagnierte. "Das Niveau vergangener Jahre konnte aber auch im Zulieferbereich noch nicht erreicht werden", so Haubensak, der auch für die kommenden Jahre nur von einer langsamen Erholung ausgeht. Gerade für den europäischen Herstellerbereich besteht laut Haubensak weiterhin großer Handlungsbedarf: "Ohne verstärkte Produktionskostenoptimierung, einem verbesserten Innovationsmanagement und einem aggressiveren Auftreten in den amerikanischen und asiatischen Märkten wird sich die Marktsituation für die Europäer noch verschärfen."


Die im Vergleich zu US-amerikanischen Unternehmen traditionell hohe Innovationsbereitschaft europäischer Zulieferer- und Herstellerbetriebe sieht Haubensak durchaus als Chance, wenngleich Kostenoptimierung und Zielorientiertheit auch in diesem Bereich unumgänglich seien: "Innovationen müssen auf die jeweilige Marke fokussieren und entstehende Produktions- und Entwicklungskosten im Auge behalten." Entwicklungen im Bereich des Treibstoffverbrauchs oder verbesserter Nachtsicht bis hin zur "Lane Detection", einer Funktion, die Autofahrern das Spurhalten erleichtern soll, würden von Kunden sicherlich positiv aufgenommen und dienten zur erfolgreichen Positionierung der eigenen Marke, so Haubensak weiter.

Die Studie kommt außerdem zum Schluss, dass der Konsolidierungsdruck sowohl bei Unternehmen im Hersteller- als auch im Zuliefererbereich weiterhin enorm ist. Wenngleich Haubensak im Gespräch mit pressetext nicht von einer Übernahmewelle sprechen wollte, gehen die an der Studie beteiligten Analysten dennoch davon aus, dass es gerade bei mittelgroßen Unternehmen im Herstellerbereich zu vermehrten Übernahmen kommen werde. Auch für die Zulieferer ergebe sich in einzelnen Segmenten ein Potenzial, das angesichts der allgemeinen aggressiven Marktpolitik unbedingt ausgenützt werden müsse. "Durch die Verschmelzung von zwei Unternehmen und also der Zusammenlegung ihrer Kräfte können Entwicklungskosten gespart sowie Marktposition und Ertragskraft nachhaltig verbessert werden", meint Haubensak gegenüber pressetext abschließend.

Martin Stepanek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.atkearney.de

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