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Unsoziales Verhalten kann genetisch bedingt sein

25.05.2005


Umweltfaktoren bei psychopathischen Tendenzen wichtig



Das unsoziale Verhalten mancher Kinder könnte auf ihre genetische Veranlagung zurückzuführen sein. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Institute of Psychiatry am King’s College gekommen. Forschungen mit Zwillingen legen nahe, dass Kinder mit frühen psychopathischen Tendenzen wie einem Mangel an Reue diese Eigenschaften wahrscheinlich von ihren Eltern geerbt haben. Diese jungen Kinder legen eher auch ein ererbtes antisoziales Verhalten an den Tag. Die Wissenschafter betonen jedoch, dass Umweltfaktoren ebenfalls eine wichtige Rolle spielen und als Puffer dienen können. Unsoziales Verhalten bei Kindern ohne psychopathische Tendenzen sei wahrscheinlich hauptsächlich auf Umweltfaktoren zurückzuführen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht.

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Für die aktuelle Studie begleitete das Team um Terrie Moffitt 3.687 Paare sieben Jahre alter Zwillinge. Eineiige Zwillinge werden häufig zur Erforschung ererbter Charakterzüge eingesetzt, da sie über die gleiche genetische Ausstattung und daher die gleichen ererbten Einflüsse verfügen. Die Forscher setzten Bewertungen unsozialen Verhaltens und psychopathischer Tendenzen ein, um die Zwillinge in Gruppen aufzuteilen. Jene, die beim asozialen Verhalten zu den oberen zehn Prozent gehörten, wurden je nach Vorhandensein von psychopathischen Tendenzen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Analyse zeigte, dass das unsoziale Verhalten nur bei den psychopathischen Kindern deutlich auf eine Vererbung zurückzuführen war.

Die leitende Wissenschafterin Essi Viding erklärte, dass diese Ergebnisse nahe legten, dass diese Kinder bereits frühzeitig Hilfe benötigten. "Jedes Verhalten wird durch eine Vielzahl von Genen beeinflusst. Eine ungünstige Kombination von Genen kann daher auch die Anfälligkeit für eine Funktionsstörung erhöhen." Eine starke Erblichkeit bedeute jedoch nicht, dass man nichts tun könne. Kinder sind laut BBC bereits früh für positive Einflüsse offen und diese Einflüsse können die Auswirkungen einer genetischen Anfälligkeit mildern. In der Vergangenheit hatten die Wissenschafter nachgewiesen, dass Jungen, die über eine bestimmte Version eines Gens verfügten, sich viel eher asozial verhielten, wenn sie früh Misshandlungen ausgesetzt waren.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iop.kcl.ac.uk

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