Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom aus der Bankfiliale: Energieversorger entdecken neue Vertriebswege

17.05.2005


Die Energiebranche entdeckt ihre Kunden. Mehr als die Hälfte der Energieversorger beabsichtigt heute Investitionen in Marketing und Vertrieb. Auch neue Vertriebskonzepte stehen auf dem Programm: Kreditinstitute, Versicherungsgesellschaften und Immobiliengesellschaften sollen außerhalb der Branche als Partner gewonnen werden. 57 Prozent der Entscheider wollen mit Geldhäusern kooperieren – den günstigen Kredit gibt es zukünftig gleich im Paket mit billigem Strom. Jeder dritte Energieversorger setzt zudem auf Vertriebsallianzen mit Assekuranzen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Branchenkompass 2005 Energieversorger“ der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Für die Untersuchung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 100 Topentscheider der 100 größten deutschen Energieversorger. Demnach sollen auch die bestehenden Kunden besser gepflegt werden. 70 Prozent der Fach- und Führungskräfte der Energiebranche halten die Themen Kundenbindung und Kundenwertentwicklung für sehr wichtig, 26 Prozent für wichtig. Für Kundenbindung und Kundenwertentwicklung wollen die Unternehmen darum rund sieben Prozent ihres Budgets ausgeben – mehr als für die Entwicklung neuer Produkte.



Die Energiebranche hat erkannt, dass die Bindung bestehender Kunden kostengünstiger ist als die Akquise neuer Stromabnehmer. Zudem schöpfen die Versorger den potenziellen Wert ihrer Kundenbeziehung kaum aus. Neben der weiterhin notwendigen Gewinnung neuer Kunden wollen sich die Entscheider daher in Zukunft intensiver um ihre Klienten kümmern. Modernes Kundenbeziehungsmanagement soll helfen, den Kundenwert zu steigern und gleichzeitig Wechselhürden aufzubauen. Multi-Utility-Unternehmen wie RWE oder die Stadtwerke können so einfacher Cross-Selling betreiben und Stromkunden beispielsweise auch für ihre Gas- und Wasserprodukte gewinnen.



Um mit dem Kunden Schritt zu halten, planen mehr als die Hälfte der befragten Energieversorger, ihre Vertriebsprozesse zu standardisieren. 41 Prozent der Unternehmen haben dies bereits in der Vergangenheit in Angriff genommen und werden nun Anschlussmaßnahmen umsetzen. Zudem wollen die Entscheider zukünftig wissen, welche Kunden sich für ihr Unternehmen rechnen: 56 Prozent der Befragten investieren in Maßnahmen zur Kundendeckungsbeitragsrechnung. Steht der Deckungsbeitrag fest, kann der Kunde gemäß seinem Wert für das Unternehmen auch individueller betreut werden. Dazu halten 46 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte so genannte segmentspezifische Betreuungskonzepte für notwendig.

Der „Branchenkompass 2005 Energieversorger“ der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consul-ting und des F.A.Z.-Instituts zeigt, wie sich die Energieversorger in Deutschland in den kommenden Jahren aufstellen wollen. Mit welchen Maßnahmen begegnen sie den derzeitigen Herausforderun-gen? Wo werden sie verstärkt investieren? Was tun sie für die Kundenbindung? Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar 2005 100 Topentscheider aus 100 der größten Energieversorger Deutschlands nach ihren Strategien bis 2007 befragt.

Joerg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

Weitere Berichte zu: Energiebranche Energieversorger Führungskraft Kundenbindung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie