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Überkapazität, mangelndes Differenzierungsvermögen und Konkurrenz durch Billighersteller im Europamarkt für API’s

29.04.2005


Hersteller im überfüllten und extrem fragmentierten europäischen Markt für aktive pharmazeutische Wirkstoffe (active pharmaceutical ingredients - API’s) haben derzeit mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen. Dazu gehören Überkapazität, konstanter Preisverfall und eine große Anzahl an Marktteilnehmern, die zusammen wiederum neue Probleme wie mangelnde Differenzierungsfähigkeit auslösen.


Noch im Jahr 2003 hat der westeuropäische Markt für API’s einen Umsatz von rund 4,5 Millionen US-Dollar generiert. Frost & Sullivan Analyst Himanshu Parmer schätzt, dass das Umsatzvolumen bei einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 3,8 Prozent bis 2010 auf insgesamt 5,85 Millionen US-Dollar ansteigen wird.

Nachfrage nach API’s in Generika steigt


Während das innovative Segment eher langsam wächst, befindet sich der Markt für APIs in Generika im Aufschwung. Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen, darunter die alternde Bevölkerung, der Anstieg chronischer Behandlungen, Kostenbeschränkungen bei den Sozialversicherungssystemen, der Ablauf von Patenten und eine dünner werdende Arzneimittelversorgung.

Insgesamt allerdings leidet der Markt derzeit unter einer deutlichen Überkapazität. Zurückzuführen ist dieses zum einen auf ein reduziertes Outsourcing der API-Produktion aufgrund eines Mangels an neuen Medikamenten und des unerwarteten Scheiterns einiger Arzneien in ihrer Endphase. Ein weiterer Grund liegt in der Tatsache, dass viele aktuelle, nach GMP (Good Manufacturing Practice)-Richtlinien agierende Hersteller umfassende Investitionen getätigt haben, da sie einen starken Anstieg im kundenspezifischen Geschäft erwartet hatten.

Unternehmen suchen neue Geschäftschancen

In Ermangelung kontinuierlicher Aufträge von pharmazeutischen Kunden erforschen die Firmen neue Chancen in Nischenbereichen und im Bereich Biopharmazeutika. Gute Wachstumsmöglichkeiten sieht Analyst Parmer vor allem für kleinere Anbieter, die auf Spezialgebieten wie hochwirksamen API’s technologisch etabliert sind.

"Die wachsende Nachfrage nach neuen API’s durch biopharmazeutische Unternehmen mit innovativen Arzneimitteleinrichtungen eröffnet interessante Möglichkeiten für Hersteller," bemerkt Parmar. "Das ermutigende Wachstum im Bereich Biotechnologie weist auf eine vielversprechende Zukunft für API’s hin."

Biopharmazeutika, die derzeit ungefähr acht Prozent des weltweiten Arneimittelmarktes ausmachen, gewinnen zunehmend an Bedeutung und erleben derzeit zweistellige Wachstumsraten. Das eröffnet gute Perspektiven für den API-Markt, zumal auch die fortlaufende Entwicklung neuer Medikamente und die schnell alternde Bevölkerung eine kontinuierliche Nachfrage nach innovativen API’s sicherstellen und das Marktwachstum positiv beeinflussen werden.

Hersteller müssen sich stärker abgrenzen

Trotz ermutigender Faktoren bleiben Probleme wie die Fähigkeit zur Abgrenzung vom Wettbewerb. Die Hersteller müssen neue Wege zu finden, um sich auf dem hart umkämpften API Markt auf irgendeine Art zu unterscheiden. Dabei schaffen ähnliche Produktionsressourcen und Technologieportfolios eine schwierige Ausgangssituation für die Hersteller in Europa.

Letztgenannte müssen daher nicht nur eine enge Kundenbeziehung pflegen, um einen stetigen Auftragseingang sicherzustellen. Vielmehr ist auch die Steigerung der Produktionsmöglichkeiten und die Verbesserung des Dienstleistungsangebots für einen anhaltenden Wettbewerbsvorteil essentiell. Dabei wird die wachsende Zahl von Fusionen und Akquisitionen auf dem API-Markt die Beziehung der Hersteller zu den neu entstandenen Unternehmen stärken und sie zu weiterem Outsourcing anregen.

"Die Anbieter müssen eine umfassende Reaktivierung ihrer Technologie- und Dienstleistungsportfolios durchführen, um Marktanteile zu gewinnen," meint Parmar. "Für eine effiziente API-Herstellung mit nennenswerten Gewinnmargen muß eine ganzheitliche Vorgehensweise, die unter anderem auch eine zügige Lieferung und preisliche Wettbewerbsfähigkeit einschließt, implementiert werden."

Konkurrenz aus Asien wächst

Eine der größten Herausforderungen des Marktes jedoch besteht in der wachsenden Konkurrenz der Billighersteller aus Asien. Die asiatischen Produzenten können sowohl Kosteneffizienz vorweisen als auch gesetzliche Bestimmungen einhalten. Vor allem Indien erweist sich als attraktiver Standort für die Auslagerung der API-Produktion infolge niedriger Entwicklungskosten, umfassender Synthese-Fähigkeiten, der Einhaltung von GMP-Richtlinien und des riesigen heimischen Marktes.

"Obwohl die asiatischen Hersteller aufgrund ihrer derzeitigen Ressourcen nur auf den Generikabereich fokussiert sind, werden sie mit der Entwicklung größerer Produktionskapazitäten sehr wahrscheinlich auch pharmazeutische Kunden in der westlichen Welt gewinnen," prognostiziert Parmar. "Dieser Trend läßt sich bereits an großen Pharmaunternehmen erkennen, die eine wachsende Anzahl an fortschrittlichen Zwischenprodukten aus Asien beziehen."

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern eine kostenfreie Einführung in den europäischen Markt für aktive pharmazeutische Wirkstoffe und Outsourcing Trends in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick, Corporate Communications (katja.feick@frost.com).

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://healthcare.frost.com

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