Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland ist Europameister bei Produkt-Rückrufen

28.04.2005


Aktuelle PwC-Analyse zeigt: Anzahl der Produkt-Rückrufe steigt rapide / Deutschland führt die Statistik mit großem Abstand an

... mehr zu:
»Produkt-Rückruf

In der Europäischen Union ist Deutschland das Land mit den meisten Rückrufen von fehlerhaften oder gefährlichen Produkten. Zu diesem Ergebnis kommt die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) anhand der neuesten Zahlen der Europäischen Kommission. Die Analyse stellt außerdem fest, dass die Anzahl der Produkt-Rückrufe in den vergangenen zwölf Monaten europaweit stark zugenommen hat.

Seit der Umsetzung der neuen Richtlinie über allgemeine Produktsicherheit (RLAP) Anfang 2004 stieg die Zahl der Produkt-Rückrufe, die der Kommission gemeldet wurden, um 175 Prozent. Im Februar 2004 waren noch durchschnittlich vier Produkte pro Woche zurückgezogen worden, im Februar 2005 im Schnitt schon wöchentlich elf. Die Richtlinie soll Konsumenten vor gefährlichen Waren schützen. Dazu hatte die Kommission die Melde- und Veröffentlichungspflicht verschärft und von allen Firmen in der Absatzkette verbindliche Rückrufe verlangt.


Die PwC-Analyse macht deutlich:

  • In 2004 meldete Deutschland mit 73 die meisten Rückrufe, gefolgt von Ungarn (46), Spanien (39), Litauen (27) und Finnland (24).
  • 373 Produkte wurden insgesamt gemeldet, darunter Kosmetika und Spielwaren.
  • Über die Hälfte der Rückrufe (56 Prozent) wurden von den Behörden der Mitgliedsstaaten verhängt, während 44 Prozent freiwillig erfolgten.

Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des Bereiches Retail & Consumer bei PwC, erklärt: "Wir gehen davon aus, dass die Anzahl der ProduktRückrufe in Deutschland und den anderen EU-Ländern noch weiter steigen wird." Es sei jedoch derzeit noch zu früh, klare Unterschiede im Rückrufverhalten der einzelnen Länder festzumachen.

Die Zunahme der Rückrufe könnte dazu führen, dass das Interesse der Unternehmen an Produkt-Rückruf-Versicherungen steigt, eine Sparte, die derzeit noch unterentwickelt ist. "Ein Produkt vom Markt zurückzuziehen kann ein teures Geschäft werden, also sollten Hersteller genau überlegen, welche Deckung sie benötigen", erläutert Gerd Bovensiepen weiter. Neben ausbleibenden Profiten drohen Kosten für die Information der Konsumenten, Erforschung der Schwachpunkte, Vernichtung der schadhaften Ware und das Marketing für die Wiederherstellung des beschädigten Marken-Images. Im ungünstigsten Fall drohen den Firmen, die Produkte nicht zurückrufen, Geldbußen und Gefängnisstrafen.

Die zehn Spitzenreiter bei Produkt-Rückrufen waren:

1 Deutschland 73
2 Ungarn 46
3 Spanien 39
4 Litauen 27
5 Finnland 24
6 Frankreich 22
7 Großbritannien 20
8 Slowakische Republik 19
9 Schweden 17
10 Tschechische Republik 14

Gerd Bovensiepen | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

Weitere Berichte zu: Produkt-Rückruf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise