Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strategische Analyse des Europamarktes für Innenraum-Module und -Systeme

06.04.2005


Nach dem erfolgreichen Outsourcing von Fahrzeuginnenraum-Modulen in Nordamerika gewinnt das Konzept nun auch in der europäischen Automobilindustrie zunehmend an Popularität. Zu den zahlreichen Vorteilen der Auslagerung an eine neue Gattung so genannter Tier 1-Zulieferer zählen, dass Fahrzeughersteller zusätzliche Montagebänder für Modellvarianten einrichten und sich so auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können.



"Innenraum-Module und -Systeme werden auf dem europäischen Markt im wachsenden Umfang ausgelagert, wobei Cockpit-Module und Sitzsysteme eine Vorreiterrolle in diesem Prozess spielen", stellt Frost & Sullivan Programm-Manager Anil Valsan fest. Seiner analyse zufolge wird der Umsatz des europäischen Marktes für Innenraum-Module und -Systeme von 23,7 Milliarden Euro in 2003 auf rund 56,2 Milliarden Euro im Jahr 2012 wachsen, was einer durchschnittlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10,1 Prozent pro Jahr entspricht.



Outsouring schafft Synergieeffekte und Flexibilität

„Fahrzeughersteller entscheiden sich für ein Outsourcing von Modulen, da sie dadurch einerseits Synergieeffekte bei den hochkomplexen, aus mehreren Komponenten bestehenden Modulen erreichen können. Andererseits wird eine größere Flexibilität des Montagebetriebes sichergestellt, zumal die Zulieferer die Module auf einer Just-in-time-Basis zur Verfügung stellen", so Valsan.

Der Fokus vieler Fahrzeughersteller auf eine möglichst große Palette von Modellvarianten hat bereits zu einem besseren Produktmix und zunehmender Modularisierung geführt. Derzeit eruieren VMs, ob Modularisierungsstrategien auch in den zuvor unangetasteten Motoren- und Chassis-Segmenten angewendet werden können. Darüber hinaus wird das Segment der Nischen-Fahrzeuge untersucht, das infolge der hohen Mehrwerte, die von Zulieferern angeboten werden, ebenfalls Potenzial bereithält.

Diese Mehrwerte - offeriert von Zulieferern aufgrund des hohen Drucks seitens der Fahrzeughersteller, innovative Produkte zu entwickeln - haben wesentlich zur Aufrechterhaltung der hohen Qualitätsstandards bei den Innenraum-Modulen und -Systemen beigetragen. Zusätzlich hat die Einführung von Funktionen wie Overhead Information Displays, Musik- und Unterhaltungsmodulen, Aufbewahrungsbehälter-Modulen, sowie anspruchsvollen Sonnendach- und Panoramadach-Systemen das Ertragswachstum stimuliert.

Sitzsysteme und Cockpit-Module werden bevorzugt ausgelagert

Sitzsysteme sind gegenwärtig für mehr als 67,6 Prozent der Gesamtmarkterträge verantwortlich. Gleichwohl erwartet Frost & Sullivan, dass sich Cockpit-Module bis 2012 an die Spitze der Gewinnbringer setzen. Das Outsourcing sowohl von Sitzsystemen als auch Cockpit-Modulen wird sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen, da sich fast alle führenden europäischen Fahrzeughersteller die Vorteile dieses Konzeptes zu Nutze machen werden.

Daneben werden sich die Erträge von Overhead Information Displays, die im Jahr 2003 mehr als 3,1 Milliarden Euro betrugen, bis 2012 voraussichtlich verdoppeln. Die Bauteil-Versendung dieser Systeme soll sich in demselben Zeitraum vervierfachen. Teppichakustik- und Ladungsmanagement-Systeme indes werden immer mehr den Kundenwünschen angepasst, um die Nachfrage nach Schwingungs- und Geräuscheigenschaften (Noise Vibration Harshness - NVH) zu bedienen.

"Da sich Synergien von Teppichakustik-Systemen mit anderen Innenraummodulen wie den Sitz- und Overhead Information Displays ergeben, werden Zulieferer künftig ein größeres Interesse daran zeigen, komplette Innenraumlösungen mit integrierten Akustikangeboten in Form von Sitzstoffen, Dachinnenverkleidungen und Armaturenbrettisolierungen zusammenzustellen", bemerkt Frost & Sullivan Analyst Kaushik Madhavan. „Daraus wird ein bedeutender Trend in der europäischen Automobilindustrie entstehen, wobei eine zunehmende Zahl von Tier 1-Zulieferern die Koordination der Beschaffung von sämtlichen individuellen Komponenten, Modulen und deren anschließende Integration übernimmt."

Kombinationen von Komponenten in Modulen gefragt

Mit einer wachsenden Zahl von individuellen Komponenten für Innenraummodule werden sich solche Zulieferer, die eine größere Anzahl artverwandter Komponenten in einem Modul oder System kombinieren und so ein besseres Preis-Leistungsverhältnis anbieten können, vermehrt Aufträge von Automobilherstellern sichern können. Obgleich gegenwärtig noch eine Domäne der Fahrzeughersteller, verspricht die Integration von Elektronik in Fahrzeuginnenräumen ebenfalls ein neuer, potenzieller Bereich für Zulieferer zu sein.

„Insgesamt verlangen die Endkunden nach einem höheren Niveau der Integration von Motorisierung und Elektronik. Daher haben Zulieferer die Gelegenheit, Automobilhersteller mit einer Elektronik zu überzeugen, die kompatibel ist mit der jeweils spezifischen elektronischen Architektur der Systeme einzelner Hersteller", folgert Madhavan.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern eine kostenfreie Einführung in die strategische Analyse zum Europamarktes für Innenraum-Module und -Systeme in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Janina Hillgrub, Corporate Communications (janina.hillgrub@frost.com).

Janina Hillgrub | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://transportation.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten