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EU und Euro verlieren Vertrauen der Deutschen

04.04.2005


Nur die Briten sind noch größere Europa-Skeptiker - Polizei und Ehe an der Spitze der Vertrauensskala - Bundesregierung Schlusslicht

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Die Ehe und die Polizei sind die Institutionen, denen die Deutschen das meiste Vertrauen entgegenbringen. Beide Institutionen liegen in Europas größtem Vertrauens-Test punktgleich an der Spitze. Dagegen landeten der Euro und die Europäische Union auf dem tiefsten Wert, den die Studie auf dem europäischen Kontinent ermittelte: Nur die Briten sind noch größere Europa-Skeptiker, teilte der Verlag Reader’s Digest Deutschland in Stuttgart mit, der die Studie durchgeführt hat. Auf dem letzten Platz unter den 14 untersuchten Institutionen landete die Bundesregierung.

Angesichts der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten wissen die Deutschen stabile Verhältnisse zu schätzen - im öffentlichen Leben genauso wie im Privaten. 75% der Deutschen sprachen sowohl der Institution der Ehe als auch der Polizei ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen aus. Auch der Bundeswehr bringen die Deutschen großes Vertrauen entgegen: Die Mannschaft von Bundesverteidigungsminister Peter Struck gilt bei 58% der Deutschen als "sehr" bzw. "ziemlich" vertrauenswürdig und landete damit auf Platz vier.


Dagegen verliert die Europäische Unioin weiter Vertrauen in der Bevölkerung. Nur 27% der Deutschen bringen der Europäischen Union ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen entgegen. Vor zwei Jahren waren es noch 42%. Auch das Vertrauen in den Euro geht zurück: Die europäische Gemeinschaftswährung kam auf 30%, im Vorjahr waren es noch 35%.

Ihrer Bundesregierung weisen die Deutschen mit erneut 14% den niedrigsten Vertrauenswert Westeuropas zu. In der Studie fuhren nur die Regierungen von Polen und Tschechien weniger Punkte ein. Vor allem bei der Arbeitsmarkt- und Beschäftspolitik sowie bei der Rentenpolitik haben die Deutschen das Vertrauen in das Kabinett von Gerhard Schröder verloren. 90% bzw. 93% der Befragten gaben an, dass sie bei diesen Politikfeldern "ziemlich wenig" bzw. "kein" Vertrauen in die Bundesregierung haben. Lediglich die Umweltpolitik genießt immerhin bei 43% der Deutschen ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen.

Die Gewerkschaften, die vor zwei Jahren die rote Laterne hatten, konnten dagegen etwas Boden gut machen und legten um zwei Punkte auf 18% zu.

Auch die Kirchen konnten in Deutschland wieder leicht zulegen, und zwar gegen den europäischen Trend. Während der Vertrauenswert der Institution Kirche in Europa gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozentpunkte zurückging, stieg er in Deutschland um zwei Punkte auf 39% an.

Das Radio behauptete seine Stellung als vertrauenswüdigste Mediengattung. Der Vertrauenssieger von 2002 landete wie im Vorjahr auf Platz drei. Mit einem Wert von 73% liegt das Radio nach wie vor deutlich vor dem Fernsehen, das auf 55% kam.

Über die Studie

Mit der Studie "Reader’s Digest European Trusted Brands 2005" hat das Magazin Reader’s Digest zum fünften Mal die vertrauenswürdigsten Institutionen, Marken und Berufe in 14 Ländern Europas ermittelt. Rund 25.000 Menschen beteiligten sich von September bis November vergangenen Jahres an der Umfrage der meistgelesenen Zeitschrift der Welt, davon rund 7.000 allein in Deutschland. Die Ergebnisse wurden repräsentativ zur jeweiligen Altersstruktur der Bevölkerung ermittelt. Damit ist die jährlich durchgeführte Studie "Reader’s Digest European Trusted Brands 2005" die aktuell größte europaweite Verbraucheruntersuchung, teilte Reader’s Digest Deutschland in Stuttgart mit. Ihre Ergebnisse finden weit über Fachkreise hinaus Beachtung.

Erste Ergebnisse über die vertrauenswürdigsten Marken wurden bereits veröffentlicht. Markenklassiker wie AOL, Asbach, Aspirin, Miele, Nivea, Persil, Schwarzkopf, Siemens, Sparkasse und TUI haben auch in der Neuauflage von Europas größter Verbraucherstudie klar die Nase vorn und genießen das meiste Vertrauen der Deutschen. Allerdings wird es selbst für Traditionsmarken immer aufwändiger, ihre Spitzenposition auf Dauer zu halten. Der Wettbewerbsdruck steigt: In der Studie nannten die rund 7.000 Befragten allein in Deutschland 4.500 Marken über alle Produktkategorien als die für sie persönlich vertrauenswürdigsten. Diese Zahl macht deutlich, wie vielfältig die Markenlandschaft für den Konsumenten ist, in der er seine Kaufentscheidungen trifft.

Über Reader’s Digest

Das Magazin Reader’s Digest ist die meistgelesene Zeitschrift der Welt. Allein in Europa haben 4,7 Mio. Menschen eine der 20 europäischen Ausgaben von Reader’s Digest abonniert. Neben dem Magazin erscheinen bei Reader’s Digest Bücher, Hörbücher, Musik- und Videokollektionen.

Uwe Horn | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.readersdigest.de

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