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Nanoforum veröffentlicht Ergebnisse einer online-Befragung zur europäischen Nanotechnologie-Strategie

10.01.2005


Zwischen August und Oktober 2004 führte Nanoforum zusammen mit der Europäischen Kommission eine online-Befragung zu Entwicklungen in der Nanowissenschaft und -technologie (N&N) durch.


Insgesamt 720 Personen haben den Fragebogen ausgefüllt (93% davon aus 32 europäischen Ländern) und ihn damit zu einem der umfassendsten seiner Art in Europa gemacht. Neben Antworten aus dem Forschungs- und Entwicklungsbereich haben auch Journalisten, Dozenten und Wirtschaftsvertreter ihre Meinung geäußert.

Die Umfrage erhob Meinungen zum Einfluss von N&N, zur Position Europas im Vergleich mit anderen Regionen der Welt, zur Förderung und Infrastruktur, zu gesellschaftlichen sowie zu Gesundheits- und Sicherheitsaspekten. Die meisten Personen stimmten zu, dass ein integrierter und verantwortungsvoller Ansatz in der N&N-Entwicklung verfolgt werden sollte.


Die Umfrage erbrachte u. a. folgende generelle Erkenntnisse:

  • Nanotechnologie wird innerhalb von 10 Jahren einen starken Einfluss auf die europäische Industrie (90% Zustimmung) und Einwohner (80%) haben;
  • Europas Position wird deutlich hinter den USA sowohl in der Nanowissenschaft (76%) als auch im Transfer von Nanotechnologie in die Industrie (77%) wahrgenommen;
  • ein Einfluss der Nanotechnologie wird insbesondere in den Bereichen Chemie und Materialien, Informations- und Kommunikationstechnologien und Gesundheit erwartet;
  • die Forschungsförderung über das europäische Rahmenprogramm sollte signifikant erhöht werden (79%);
  • 64% unterstützen die Bildung von neuen Einrichtungen auf europäischer Ebene, z. B. in der Nanomedizin, bei Nanomaterialien und in den Informationstechnologien, um das Fehlen einer geeigneten europäischen Infrastruktur zu beheben;
  • Europa erwartet ein Fehlen von qualifiziertem und interdisziplinär ausgebildetem Personal in 5 bis 10 Jahren (90%);
  • Aspekte der Gesundheit, Sicherheit und Umweltrisiken sollten früh in die Forschung einbezogen werden (75%), wobei vordringlich Wissenslücken zum Verhalten von freien Nanopartikeln geschlossen werden sollen (72%);
  • Europa sollte gesellschaftliche Auswirkungen der Nanotechnologie frühzeitig betrachten (75%) und den Dialog hierüber verstärken;
  • die Kooperation mit entwickelten (96%) und weniger entwickelten (76%) Ländern wird als wichtig angesehen und auch ein internationaler Verhaltenskodex wird begrüßt (87%).

Die vollständigen Details der Umfrage können dem Nanoforum-Report "Outcome of the Open Consultation on the European Strategy for Nanotechnology" entnommen werden, der zum Download von der Nanoforum Internetseite bereit steht (Der Download benötigt eine vorherige kostenlose Registrierung, die nur einige Momente beansprucht).

Über Nanoforum

Nanoforum ist ein europaweites, von der EU gefördertes Nanotechnologie-Exzellenznetz. Es ist koordiniert vom Institute of Nanotechnology (Großbritannien) und beinhalt als Partner die VDI Technologiezentrum GmbH (Deutschland), CMP Cientifica (Spanien), CEA-LETI (Frankreich), MTV (Niederlande), BIT (Österreich), METU (Türkei), UNIPRESS (Polen) und die Monte Carlo Group (Bulgarien).

Nanoforum stellt eine Plattform für die Verbreitung von Informationen zur Unterstützung der europäischen Nanotechnologieszene zur Verfügung. Über die Internetseite hat die Öffentlichkeit, Industrie und Forschungsfachszene kostenlosen Zugriff auf eine umfassende Datenbank über europäische N&N-Einrichtungen, auf die neuesten Nachrichten, Veranstaltungen und weitere relevante Informationen. Zusätzlich veröffentlicht Nanoforum eigene Studien über Nanotechnologie und Schlüsselmärkte, sowie über ökonomische und gesellschaftliche Auswirkungen. Nanoforum organisiert Veranstaltungen in ganz Europa, um zu informieren, Netzwerke zu unterstützen und die europäische Kompetenz zu fördern.

Dr. Andreas Hoffknecht | idw
Weitere Informationen:
http://www.nanoforum.org

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