Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Elektrizitätswerke-Markt in Mittel- und Osteuropa

22.12.2004


Liberalisierung und Privatisierung stimulieren den Elektrizitätswerke-Markt in Mittel- und Osteuropa



Die zunehmende Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes und die Privatisierung von öffentlichen Versorgungsbetrieben eröffnen interessante Wachstumschancen auf dem Elektrizitätswerke-Markt in Mittel- und Osteuropa. Einer neuen Frost & Sullivan Analyse zufolge werden die Einnahmen des Marktes bei einer jährlichen Wachstumsrate von sieben Prozent für die Jahre 2003 bis 2010 von 494,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2003 auf 796,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 ansteigen.



Um das volle Potential dieses jungen Marktes auszuschöpfen, sind allerdings flexible Strategien gefragt, die neben regionalen Besonderheiten insbesondere auch die lange Tradition der firmenintern angesiedelten Instandhaltung berücksichtigen.

"Die Elektrizitätsmärkte sind noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Deshalb ist eine gewisse Flexibilität bei Vertragsbedingungen und -absprachen von höchster Bedeutung," stellt Forschungsanalyst Anurag Khetan von Frost & Sullivan (http://energy.frost.com) fest. "Verträge, die auf rechtliche Bestimmungen sowie wirtschaftliche und politische Besonderheiten einer Region abgestimmt sind, und dazu die Geduld, mit einer Vielzahl von Aktionären zu verhandeln, sind entscheidend über Erfolg oder Misserfolg auf dem Markt."

Dienstleister müssen altes Betriebsmodell abschaffen

Insbesondere sehen sich die Dienstleistungsanbieter mit der Herausforderung konfrontiert, das alte Betriebsmodell, demzufolge jede Dienstleistung von den Firmen selbst geleistet wurde, durch Effizienz, Betriebsrationalisierung und ein schlankes Management abzulösen. Bereits jetzt wird erwartet, dass beispielsweise eine Deregulierung die Firmen ermutigen wird, sich von diesem herkömmlichen, nach innen gerichteten Betriebsmodell abzuwenden und das Outsourcing-Modell zu adaptieren.

Darüber hinaus soll das Marktwachstum durch die steigende Liberalisierung der Elektrizitätsmärkte in Zentral- und Osteuropa einerseits und die schrittweise Näherung an die Wettbewerbs-, Regulierungs- und Umweltstandards von Westeuropa andererseits angekurbelt werden. Bis 2007 ist geplant, dass Endverbraucher in Europa ihre Stromanbieter frei wählen können und damit der Wettbewerb und die Effizienz der aufstrebenden Sektoren gefördert wird.

Das wiederum eröffnet sehr wahrscheinlich neue Geschäftsmöglichkeiten für solche spezialisierten Dienstleister von dritter Seite, die ein gut entwickeltes umfassendes Produktangebot, Standards sowie Arbeitserfahrung unter deregulierten Bedingungen haben.

Zunehmende Privatisierung wird Markterweiterung fördern

Auch die zunehmende Privatisierung von staatlichen beziehungsweise öffentlichen Versorgungsbetrieben in Mittel- und Osteuropa wird die Markterweiterung fördern. Grund dafür ist, dass private Unternehmen generell eher als staatliche Stellen Dienstleistungen wie Instandhaltung, Reparaturen und technische Überholungsarbeiten outsourcen.

Die Intention hinter der Instandsetzung und Renovierung von Kraftwerken liegt zumeist in der Notwendigkeit, diese verbesserten Umweltstandards anzupassen und ihre Effizienz zu steigern. Es wird erwartet, dass die im Rahmen derartiger Modernisierungen eingeführte neue Technologie es bestehenden Belegschaften schwer macht, notwendige Dienstleistungen ohne Hilfe Dritter durchzuführen. Das wiederum unterstreicht die Wichtigkeit gemeinschaftlicher Bemühungen mit Dienstleistern von dritter Seite.

Frost & Sullivan Analyst Anurag Khetan zufolge werden Polen und Bulgarien langfristig wohl ihre jeweilige Position als größter beziehungsweise kleinster Markt für Elektrizitätswerke in Mittel- und Osteuropa beibehalten. Ein überdurchschnittliches Wachstum wird für die Baltischen Staaten sowie Ungarn und die Türkei prognostiziert, während die Tschechische Republik und das ehemalige Jugoslawien nur unterdurchschnittlich wachsen sollen.

Marktanteil für Gastrubinen wächst am schnellsten

Der Anteil des größten Marktsegments, der Kesselinstandhaltung, geht stark zurück. Gründe dafür liegen in einer Erhöhung des Anteils der gasbetriebenen Kapazitäten in der Region, sowie in der Tatsache, dass die Instandhaltung von Gasturbinen - anders als bei Kesseln - zumeist outgesourct wird.

Mit einer Wachstumsrate von 8,5 Prozent ist der Marktanteil des Gasturbinen-Services zwar der kleinste, jedoch auch der am schnellsten wachsende. Der Anteil soll von 29,7 Prozent im Jahr 2003 auf 32,8 Prozent im Jahr 2010 wachsen und damit noch hinter dem Anteil der Kesselinstandhaltung, aber vor dem der Instandhaltung von Dampfturbinen, an zweiter Stelle stehen.

Zahl der Kooperationen wird steigen

Die Konzentration auf dem Elektrizitätswerke-Markt ist mit derzeit 42 Prozent relativ niedrig und deutet auf einen fragmentierten Markt hin. Momentan führt ALSTOM den Markt an, gefolgt von GE, Siemens AG und Dalkia Plc. Lokale und russische Original-Hersteller und Dienstleister, wie RAFAKO, Slovenske Energeticke Strojarne (SES), TECHNOPROMEXPORT, TRANSELEKTRO, Skoda und Leningradsky Metallichesky Zavod (LLMZ), halten weitere Marktanteile.

"Der Elektrizitätswerke-Markt wird langfristig gesehen in Bewegung kommen und damit die Konkurrenz intensivieren. Das wird sich jedoch hauptsächlich im oberen Marktsegment abspielen, da neue Technologien es den lokalen Originalherstellern und Dienstleistern schwer machen, ihre Expertise auf der bestehenden Ausrüstung zu beweisen und Service-Verträge zu bekommen," erklärt Khetan. "Außerdem werden die mit der Zeit steigenden technologischen Hindernisse zu einer wachsenden Anzahl an Kooperationen, Partnerschaften, Firmenzusammenschlüssen und -aufkäufen und somit einem allmählichen Konsolidierungsprozess der Industrie führen."

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern eine kostenfreie Ueberblick zum Markt für Elektrizitätswerke in Mittel- und Osteuropa in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Janina Hillgrub, Corporate Communications (janina.hillgrub@frost.com).

Titel der Analyse: "Central and Eastern European Power Plant Services Market"

Janina Hillgrub | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com

Weitere Berichte zu: Elektrizitätswerke-Markt Instandhaltung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie