Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Perspektiven für Therapie und Diagnostik: Nanomedizin im Aufschwung

16.08.2004


Mit der Möglichkeit, therapeutische Wirkstoffe direkt an ihr Ziel zu dirigieren und damit die Nebenwirkungen zu verringern, könnte die Nanomedizin die Lebensqualität vieler Patienten erheblich verbessern. Gleichzeitig setzen immer mehr große Unternehmen bei der Entwicklung von Therapie- und Diagnoseverfahren auf Nanotechnologie-basierte Anwendungen und liefern der Nanomedizin damit wichtige Impulse. Technical Insights ein Geschäftsbereich der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, untersucht in einer neuen Analyse die Wachstumschancen dieses viel versprechenden Marktes.



Neben der Therapie wird die Nanomedizin möglicherweise auch die Diagnostik revolutionieren: "Mit Techniken zur Früherkennung von Krankheiten und in manchen Fällen sogar von entsprechenden Veranlagungen könnte die Nanomedizin den Durchbruch zur präventiven Intervention bringen", so Rajaram Sankaran, Analyst bei Frost & Sullivan. "Damit ließen sich künftig vielleicht Krankheiten verzögern oder sogar ganz verhindern."



Den Auslöser für den derzeitigen Boom der Nanomedizin lieferten Pharma- und Biopharmaunternehmen sowie Entwickler neuer Methoden zur Arzneimittelverabreichung mit ihrem Interesse an Nanotech-Anwendungen. Als wichtigste Beispiele nennt die Analyse den Einsatz der NanoCrystal-Technologie (Elan Corporation) durch Wyeth und Merck sowie die Verwendung von Qdot(r)-Partikeln (Quantum Dot Corporation) durch Pfizer, GSK, Astra Zeneca und Genentech.

Daneben bringt auch der akademische Sektor ständig frischen Wind in die Nanomedizin. Obwohl Partnerschaften zwischen Industrie und Wissenschaft diesen Forschungsbereich quasi täglich ein Stück weiter vorantreiben, gilt Innovation hier nach wie vor als Leitmotiv.

Multidisziplinärer Ansatz notwendig

Und dennoch müssen sich Forscher und Anwender diversen Herausforderungen stellen. Eine der wichtigsten besteht darin, dass die "reine Lehre" der Nanomedizin dringend durch Know-how aus unterschiedlichsten Technologie-Bereichen ergänzt werden muss. "Der naheliegendste Weg zu einer solchen Multidisziplinarität liegt in der Kooperation mit Pharmaunternehmen und Herstellern medizinischer Geräte", empfiehlt Sankaran. "Zu Beginn könnten solche Partnerschaften die Form gemeinsamer Marketing-Bestrebungen annehmen. Dadurch würde die Nanomedizin in die Lage versetzt, langfristig sämtliche Stadien von F&E bis zur Kommerzialisierung selbst abzudecken."

Geeigneten Produktionsstandards für Nanotechnologiematerialien fehlen noch

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Frage nach der Skalierbarkeit, das heißt, der Fähigkeit, große Mengen dreidimensionaler Nanostrukturen kosteneffizient herzustellen. "Das Problem liegt vor allem darin, dass es momentan noch keine geeigneten Produktionsstandards für Nanotechnologiematerialien und -komponenten gibt", so Sankaran. "Die Entwicklung solcher Standards ist vor allem dann erforderlich, wenn Nanotech-Verfahren zu Massenanwendungen für den täglichen Einsatz werden sollen. Das Potenzial wäre da - bisher fehlt es nur an der Umsetzung."

Gleichzeitig erfordern die einzigartigen Eigenschaften von Nanopartikeln auch geeignete Maßnahmen zur Qualitätskontrolle. Ob der Nanomedizin ein nachhaltiges Wachstum bevorsteht, könnte sich möglicherweise an der Frage nach Herstellungsstandards und Qualitätssicherung entscheiden, so das Fazit der Analyse.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine kostenfreie Zusammenfassung der Technical Insights Analyse zum Markt für Nanomedizin per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com). Titel der Analyse: Nanomedicine - Global Developments and Growth Opportunities (Report D292) Preis der Analyse: Euro 3.610,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://technicalinsights.frost.com
http://www.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie