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Finanzielle Risiken selbst nutzender Wohneigentümer bleiben gering

17.05.2004


Trotz einer Zunahme von Zwangsversteigerungen im Immobilienbereich bleibt das Risiko bei selbst nutzenden Wohneigentümern gering. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in Auftrag gegeben hat. Nach den Ergebnissen der Untersuchung "Zahlungsschwierigkeiten von Wohneigentümern" sei die Zahl der Zwangsversteigerungsverfahren von 1995 und 2000 um 34 Prozent angestiegen. Diese Entwicklung sei jedoch maßgeblich auf die Zunahme von Versteigerungen bei Gewerbeimmobilien und vermieteten Wohneigentumsprojekten zurückzuführen. Die Steigerung bei selbst genutztem Wohneigentum sei deutlich geringer. Zudem sei die tatsächliche Zahl von versteigerten Objekten weit niedriger als die Zahl der Termine, da auch mehrfache Termine desselben Objektes mit erfasst würden.

Bei selbst nutzenden Wohneigentümern würden mehr als 40 Prozent der Verfahren durch erfolgreiche Sanierungsmaßnahmen oder freihändigen Verkauf vor Versteigerung eingestellt. Zu tatsächlichen Zwangsversteigerungen von selbst genutzten Eigenheimen oder Eigentumswohnungen komme es nur in jährlich rund 17.600 Fällen. Damit sei das Zwangsversteigerungsrisiko insgesamt nach wie vor gering, teilte das Bundesministerium mit. So seien im Jahr 2000 durchschnittlich 0,2 Prozent aller Eigentümer, die noch finanzielle Verpflichtungen aus der Eigenheimfinanzierung haben, von Zwangsversteigerung betroffen gewesen. Die Studie zeige auch, dass auftretende Zahlungsschwierigkeiten in der Mehrheit nicht in einer Zwangsversteigerung enden.

Zahlungsschwierigkeiten von Wohneigentümern lägen oft außerhalb der eigentlichen Wohneigentumsfinanzierung begründet. Nach den Ergebnissen der Studie seien die Hauptursachen Arbeitslosigkeit und Trennung von Lebenspartnern, Fehlkalkulationen der mit dem Eigentumserwerb verbundenen Kosten und ein insgesamt zu geringer finanzieller Spielraum. Der Anstieg im Untersuchungszeitraum sei vor allem auf die konjunkturbedingte hohe Arbeitslosigkeit und Einkommensminderungen zurückzuführen, aber auch auf Nachfrageschwäche und Preisrückgang auf vielen regionalen Wohnungsmärkten, die häufig einen freihändigen Verkauf der Immobilie zur Abwendung einer Zwangsversteigerung erschwerten.

Die Zunahme der Zwangsversteigerungsverfahren sei aber auch Begleiterscheinung der positiven Entwicklung der Wohneigentumsbildung seit Mitte der neunziger Jahre. Allein zwischen 1998 und 2002 habe die Zahl der Eigentümerhaushalte bundesweit um über 8 Prozent zugenommen, davon in den alten Ländern um 7,2 Prozent und in den neuen Ländern sogar um über 13 Prozent. Bis 2002 sei die Eigentumsquote in den alten Ländern auf 44,6 Prozent, in den neuen Ländern auf 34,2 Prozent angestiegen (zum Vergleich:1993 41,6 Prozent bzw. 26 Prozent). Angesichts der Tatsache, dass Deutschland europaweit immer noch Schlusslicht in der Eigentumsbildung sei und Wohneigentum für die privaten Altersvorsorge zunehmende Bedeutung erlangt, sei dies ein sehr erfreulicher Trend, betonte das Bundesministerium.

Gleichwohl müsse die Entwicklung von Zwangsversteigerungen von Wohneigentümern sehr ernst genommen und sorgfältig beobachtet werden. Derjenige, dessen Objekt zwangsversteigert werde, müsse nicht nur den Traum von den eigenen vier Wänden aufgeben, sondern könne nicht selten auch mühsam angespartes Eigenkapital verlieren und in Überschuldung geraten. Der Schritt ins Wohneigentum sollte daher immer sorgfältig überlegt und vorbereitet sein und nicht ohne eine ausreichende Eigenkapitalausstattung unternommen werden. In die Prüfung sollten auch die am Markt angebotenen Versicherungslösungen einbezogen werden. Hohe Anfangsbelastungen und daher unvermeidlich höhere Risiken dürften nicht unbeachtet bleiben.

In diesem Zusammenhang gebe die Studie Empfehlungen zur Prävention und Behebung von Zahlungsschwierigkeiten sowie zur Weiterentwicklung von Sicherungsinstrumenten. Der ausführliche Bericht könne vom Institut InWIS Forschung und Beratung GmbH angefordert werden: Telefonnummer 0234/9447-700 oder per Email: info@inwis.de.

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Weitere Informationen:
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