Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BDU-Innovationsstudie Baden-Württemberg - Unternehmen in Baden-Württemberg verspielen leichtfertig ihre Zukunft

04.05.2004


Nur 21 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen sich als innovativ - Erfolgreiche Unternehmen entwickeln in allen Organisations- und Funktionsbereichen eine hohe Innovationskraft


Baden-württembergische Unternehmen betreiben ihre Innovationsanstrengungen zu nachlässig und zu wenig strategisch und gefährden damit ihre Zukunftsfähigkeit. Nur die erfolgreichen Firmen beziehen Innovationen auf fast allen Ebenen wie bei Produkten, Dienstleistungen, Prozessen, Strategien oder der Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten mit ein. Das ist das Fazit einer aktuellen Studie des Regionalarbeitskreises Baden-Württemberg im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., die heute in Stuttgart vorgestellt wurde. Die schriftliche Befragung, an der rund 300 Unternehmen aus Baden-Württemberg teilgenommen haben, wurde im Frühjahr 2004 durchgeführt. Besonders erschreckend: Nur 21 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten sich selbst als ’innovativ’, 45 Prozent als ’wenig innovativ’ und 34 Prozent sogar als ’nicht innovativ’. BDU-Präsident Rémi Redley: "Wirtschaft und Industrie im ’Muster-Ländle’ verlassen sich offensichtlich zu sehr auf ihre Erfolge der letzten Jahrzehnte. Wer nicht aus der ersten Liga absteigen möchte, muss seinen Blickwinkel erweitern und Innovationen im eigenen Unternehmen mit Nachdruck vorantreiben."

Signifikant sind die Unterschiede bei der Frage, was nach Einschätzung der Unternehmen erfolgversprechende Innovationen ausmachen. Ist man sich bei der Bedeutung von Produkten bei innovativen und nicht innovativen Unternehmen mit 89 Prozent bzw. 80 Prozent noch weitgehend einig, so öffnet sich die "Meinungs-Schere" auf anderen Ebenen deutlich. Während 70 Prozent der innovativen Unternehmen beispielsweise die Dienstleistungen, 79 Prozent die Prozesse und 79 Prozent die Strategie für wichtige Erfolgsfaktoren ihrer zukunftsgerichteten Anstrengungen halten, sinkt der prozentuale Anteil der nicht innovativen Unternehmen bei Dienstleistungen auf 25 Prozent, bei Prozessen auf 13 Prozent und bei Strategien auf nur noch 5 Prozent.


Keine Branche wirklich innovativ

Die innovativsten Unternehmen sind laut Umfragergebnissen in der Medizintechnikbranche und im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe zu finden. Schlusslicht der Untersuchung bilden Unternehmen aus der Bau- und Chemiebranche sowie der Textil- und Metallindustrie. Alarmierend in der BDU-Studie ist allerdings, dass in keiner der Branchen mehr als ein Drittel der Unternehmen sich zur Zeit als ’innovativ’ bezeichnet. "Hier verspüren wir deutlich die umfangreichen Rationalisierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre, die zu Lasten von Innovation, Forschung und Entwicklung erfolgt sind. So richtig und wichtig in vielen Unternehmen die Senkung von Kosten gewesen ist, so negativ wirken sich die mangelhaften Innovationsbemühungen jetzt aus", sagte Dr. Dieter Coy, Geschäftsführer der Gesellschaft für Innovation und Beratung bR sowie Vorstandsmitglied des BDU-Regionalarbeitskreises Baden-Württemberg und einer der Autoren der Studie.

Innovationen müssen bewusst gelebt werden

Darüber, das Innovationen einen entscheidenden unternehmerischen Erfolgsfaktor darstellen, sind sich sowohl innovative (98 Prozent) als auch nicht innovative Unternehmen (85 Prozent) in Baden-Württemberg weitestgehend einig. Das Innovationen das Ergebnis strategischer Überlegungen sind und bewusst gelebt werden müssen, erkennen zwar 95 beziehungsweise 93 Prozent der innovativen Unternehmen, aber nur noch 75 beziehungsweise 69 Prozent der nicht innovativen Unternehmen. Immerhin 84 Prozent der innovativen Unternehmen geben in der Befragung an, dass sie ihre Markt- und Technologietrends systematisch aufspüren (nicht innovative Unternehmen: 59 Prozent). Trotzdem muss kritisch festgehalten werden, dass selbst bei knapp einem Drittel der innovativen Unternehmen (nicht innovative Unternehmen: 52 Prozent) in der Finanzplanung keine Budgets für Innovationen vorgesehen sind. 77 Prozent der innovativen Unternehmen (nicht innovative Unternehmen: 33 Prozent) sagen, dass Innovationen wichtiger Bestandteil einer Markttreiber-Position sind und damit nicht reaktiv, sondern aktiv betrieben werden müssen.

Konsequentes und geplantes Ideenmanagement legt Potenziale frei

Nach Ansicht der Unternehmensberater zeigen die Studienergebnisse deutlich, dass in vielen Unternehmen in Baden-Württemberg ein umfassenderes Innovationsverständnis zukünftig notwendig sein wird. Wider besseres Wissen seien Innovationsprozesse zu selten in die Unternehmensstrategie einbezogen. Die BDU-Berater empfehlen, mit einem gezielten Ideenmanagement die Ressourcen auf die erfolgversprechenden Projekte zu konzentrieren. Dazu gehöre aber auch, erfolgkritische Projekte konsequent abzubrechen. Entscheidend sei letztlich, Innovation als Daueraufgabe zu begreifen und alle Ebenen des Unternehmens mit ihren Innovationspotenzialen auszuschöpfen und die Voraussetzungen hierfür hinsichtlich Transparenz und Kommunikation zu schaffen.

Grafiken zur Studie oder auch die kompletten Studienergebnisse schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur Zeit rund 15.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert, die sich auf über 500 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2003 einen Gesamtumsatz von rund drei Milliarden Euro. Im BDU-Regionalarbeitskreis Baden-Württemberg engagieren sich zur Zeit rund 30 Beratungsunternehmen im regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch.

Klaus Reiners | BDU e.V.
Weitere Informationen:
http://www.bdu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie