Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortschritte bei biotechnologischen Verfahren für die chemische Industrie

04.05.2004


2. Teil der Technical Insights Analyse. Bioprozesse ersetzen traditionelle Syntheseschritte



Mit den beeindruckenden Fortschritten der Biotechnologie wächst auch ihre Akzeptanz in verschiedenen Branchen, insbesondere in der Pharmaindustrie, der Landwirtschaft und der chemischen Industrie. Zu dieser Einschätzung kommt eine neue Analyse von Technical Insights, einem Unternehmensbereich der Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Die Analyse mit dem Titel "Fortschritte bei biotechnologischen Verfahren für die chemische Industrie: Teil 2" stellt zukunftsträchtige Entwicklungen in der chemischen Produktion mit biotechnologischen Verfahren vor.



Die Analyse liefert breit gefächerte Informationen über Patente, Arzneimittel- und Impfstoffzulassungen und registrierte Pestizide. Der Hauptschwerpunkt der durchgeführten Untersuchungen liegt auf der Anwendung biotechnologischer Prozesse im Bereich der Medizin zur Herstellung von Antibiotika, Vitaminen und Biopharmazeutika sowie auf Biopolymeren, Biokatalysatoren und biotechnologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Hoher Aufwand und die Forderung nach sicheren Verfahren beeinflussen die schnelle Einsatzbarkeit

"Wie schnell Bioprozesse Eingang in die verschiedenen Branchen finden, hängt von ihrer wirtschaftlichen Machbarkeit und den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab", erläutert Miriam Nagel, Analystin bei Technical Insights (http://technicalinsights.frost.com). "Die Probleme, die sich in den einzelnen Branchen bei der Einführung von biotechnologischen Prozessen stellen, sind sehr unterschiedlicher Natur und lassen sich nicht unbedingt verallgemeinern."

Bei der biopharmazeutischen Herstellung von Medikamenten ist es vor allem der hohe Aufwand für Forschung und Entwicklung, der mit einkalkuliert werden muss. In der chemischen Industrie sind die entscheidenden Faktoren die Forderungen der Allgemeinheit nach sicheren und nachhaltigen Verfahren und die entsprechenden politischen Vorgaben. Für die Landwirtschaft schließlich stellen die kritische Haltung der Öffentlichkeit gegenüber der Gentechnik und die daraus resultierenden komplexen gesetzlichen Vorschriften die vordringlichsten Herausforderungen dar.

Erste Erfolge in der Pharmabranche lassen hoffen

Solche Faktoren dürften den Einsatz biotechnologischer Verfahren bremsen. Wenn allerdings die erfolgreiche Markteinführung biopharmazeutischer Medikamente für Hepatitis, Krebs, Diabetes und Hämophilie, die den Pharmaunternehmen im Jahr 2003 kräftige Umsatzsteigerungen beschert haben, einen Schluss auf die Marktentwicklung zulässt, dann ist auch in anderen Branchen mit einem breiteren Einsatz der Biotechnologie zu rechnen.

Sinkende Produktionskosten fördert die Akzeptanz

"Die Einsparung verschiedener herkömmlicher Syntheseschritte bei der Herstellung von Vitaminen und Antibiotika hat die Produktionskosten sinken lassen und die Umweltbilanz verbessert, was wiederum die Akzeptanz von Bioprozessen fördert", erläutert Nagel. Bioprozesse ersetzen in einigen Fällen bereits herkömmliche Syntheseschritte in der chemischen Produktion und ermöglichen so eine kostengünstigere Herstellung.

Beleg für den allmählich zunehmenden Einsatz biotechnologischer Verfahren ist die Entwicklung von Biopolymeren, ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten, biologisch abbaubaren Kunststoffen, und entsprechenden Anwendungen wie kompostierbarem Essbesteck und Wegwerf-CDs.

Neue Impulse durch erste Erfolge und anhaltende Investition

Die EU-Zulassung für biologische Fungizide zum Einsatz an für die Ernährung bestimmten Pflanzen und die Zustimmung der US-Behörden zur Entwicklung neuartiger Genfähren, die in Landwirtschaft und Medizin eingesetzt werden könnten, liefern ebenfalls zusätzliche Impulse für die Nutzung der Biotechnologie. Zu den ersten Anwendungen dürften genmanipulierte Sojabohnensorten zählen, die widerstandfähiger gegenüber Krankheiten sind und weniger gesättigte Fettsäuren enthalten.

"Weil Innovation der Schlüssel für biotechnologische Fortschritte in Medizin, Landwirtschaft, industrieller Produktion und Umweltmanagement ist", sagt Nagel, "reinvestieren Biotechnologieunternehmen mehr als 50 Prozent ihrer Erlöse in Forschung und Entwicklung."

Dass sich diese nachhaltigen Anstrengungen auch auszahlen, wird durch die Tatsache belegt, dass in letzter Zeit allein von der amerikanischen Arzneimittelbehörde mehr als 150 biotechnologisch hergestellte Medikamente und Impfstoffe zugelassen wurden. Bemerkenswerterweise erfolgten 75 Prozent der Zulassungen in den letzten sechs Jahren.

Ein enormes Potenzial, an dem geforscht werden muß

Mit Blick auf die Zukunft meint Nagel: "Schon der Umstand, dass fast 99 Prozent der natürlich vorkommenden Mikrobenarten noch nicht erforscht sind, verdeutlicht das gewaltige Potenzial für die Anwendung der Biotechnologie in verschiedenen Branchen." Die chemische Industrie könnte nach Pharmaindustrie und Landwirtschaft die dritte Station auf dem Siegeszug der Biotechnologie werden, meint Nagel abschließend.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine kostenfreie Zusammenfassung der Analyse zu Fortschritten bei biotechnologischen Verfahren für die chemische Industrie in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick, katja.feick@frost.com.

Titel der Analyse: Advances in Biotechnology for Chemical Manufacture: Part 2 (Report D482), Preis der Analyse: USD 4.550,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://technicalinsights.frost.com

Weitere Berichte zu: Bioprozess Biotechnologie Insight Medikament Pharmaindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen