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Abgase schaden dem Herz des Fahrers

27.04.2004


Menschen leiden unter dem giftigen Staub in ihren Autos. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Umweltschutzbehörde in Research Triangle Park in North Carolina. Das Ergebnis zeigt die Notwendigkeit von strengen Kontrollen für Abgas-Emissionen auf. Mehrere Studien haben ergeben, dass die Luft in Autos fast so schmutzig ist wie die auf der Straße, aber nur wenige haben das direkt mit der Gesundheit der Fahrer in Zusammenhang gebracht.



Robert Devlin und seine Kollegen bei der Umweltschutzbehörde haben neun Polizisten auf Nachtstreife begleitet. Vier Tage lang kontrollierten die Forscher das Niveau der Schadstoffe in den Autos der Polizisten und maßen am nächsten Morgen die Fitness ihrer Herzen. Sie fanden heraus, dass kleine Partikel, genannt PM2,5, die von den Auto-Abgasen ausgeschieden und dann vom Inneren des Autos aufgesaugt werden, scheinbar einen Einfluss auf die Herzen der Fahrer ausüben. Je größer die Belastung der Polizisten bei einer neunstündigen Schicht war, desto größer war ihr Risiko an unregelmäßigen Herzschlägen und einer erhöhten Blutgerinnung zu leiden, die wiederum ein Risiko für Herz- und Gefäßleiden indizieren.

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Obwohl die Konzentration der Teilchen außerhalb des Autos höher ist, glaubt Devlin, dass jene Partikel, die es bis ins Auto schaffen, besonders wirksam sind. Andere Schadstoffe, so wie Ozon und Kohlenmonoxid, waren ebenfalls im Auto vorhanden, stehen aber nicht näher mit den Gesundheitsproblemen dieser Studie in Zusammenhang. Es ist zu früh, um auf Langzeiteffekte einzugehen. Und es ist nicht bekannt, ob Lkw-Fahrer oder Pendler ebenfalls soviel Belastung durch diese Teilchen erfahren, um Schaden davonzutragen, sagt Forschungsmitglied Michael Riediker vom Institut für berufsbezogene Gesundheitsforschung in Lausanne, Schweiz. Aber die Studie tritt den Beweis an, dass PM2,5 -Teilchen, die auch von Kraftwerken und anderen Industrien, die Treibstoff verbrennen, emittiert werden, giftig sind. Geschätzte 500.000 Menschen sterben jedes Jahr durch die Einatmung der mikroskopischen Partikel.

Es gibt aber bereits Fortschritte bei der Kontrolle von PM2,5: Viele Länder haben Luftqualitäts-Standards, und "saubere" Treibstoffe und moderne Maschinen helfen die Emissionen der Fahrzeugen zu reduzieren. Aber in den USA könnten die Levels von PM2,5 weiter reduziert werden durch die Entsorgung von alten Dieselbussen und -Lkws. Solange Schadstoffteilchen nicht an der Quelle abgebaut werden, kann der Normalverbraucher jedoch wenig tun, um seine Belastung zu begrenzen. Voriges Jahr hat die Umweltschutzbehörde begonnen, täglich Warnungen vor Teilchenverschmutzung herauszugeben, die wie sie hofft, in den Wetterberichten berücksichtigt würden, um Menschen davor zu warnen.

Devlin betont, dass potenziell jene bedroht seien, die schon vor Herzleiden gefährdet sind, wie beispielsweise ältere Menschen. An Tagen mit "schlechter Luft" sollten sie lange Autoreisen oder Anstrengungen vermeiden, die die Einatmung der Partikel unterstützen. Die Menschen sollten außerdem einsehen, dass das Recycling der Auspuffluft eines Autos das Problem nicht löst, da ein Bruchteil trotzdem von außen in das Auto hineingesaugt wird.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.epa.gov/rtp/

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