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RFID-Funkchips werden sich durchsetzen

21.04.2004


Funkchips mit RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) werden sich in Europa in den nächsten Jahren auf breiter Front durchsetzen. Dies ist das Schlüsselergebnis einer europäischen Studie der Beratungsgesellschaft LogicaCMG über die bei Bürgerrechtlern und Datenschutzaktivisten umstrittenen RFID- Chips.



Die Mehrzahl der Handelsunternehmen, Nahrungsmittelhersteller und Logistikfirmen in den wichtigsten europäischen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich werden die Funkchips den Widerständen zum Trotz einführen, hat eine europaweite Umfrage von LogicaCMG zutage gefördert. Bei 60 Prozent der 50 befragten Unternehmen hat RFID eine hohe oder sogar höchste Priorität. Rund die Hälfte wollen noch in diesem Jahr RFID-Pilotprojekte starten. Die überwiegende Mehrheit will innerhalb der nächsten drei Jahre mit der breitflächigen Einführung der Funktechnologie beginnen. LogicaCMG hat die Studie gemeinsam mit dem deutschsprachigen Teil der ECR-Organisation (Efficient Consumer Response), einem Zusammenschluss von Händlern, Herstellern und Logistikfirmen, sowie dem europäischem EAN-Normeninstitut, das maßgeblich zur Barcodestandardisierung beigetragen hat, durchgeführt.



RFID wird von der Wirtschaft als idealer Nachfolger des althergebrachten Barcodes gesehen. Die technische Grundlage bilden Etiketten mit integriertem Chip und Miniantennen, die ähnlich leicht wie Barcodestreifen auf Waren anzubringen sind. Die Chipetiketten können über mehrere Meter Entfernung per Funk ausgelesen werden, so dass sich Waren drahtlos ohne menschliches Zutun identifizieren und verfolgen lassen. Dadurch können Logistikprozesse stark vereinfacht werden, wodurch sich erhebliche Kostenvorteile ergeben. Angesichts von Kosten in Höhe von etwa 50 Cent pro Chip bringen die Unternehmen die Funketiketten zunächst bei Transportbehältnissen wie Kisten und Paletten zum Einsatz, die zurückgegeben werden, hat die Studie ergeben. Für Paletten ergibt sich durch die automatisierte Handhabung eine Kostenersparnis von rund 8,5 Prozent, so dass sich die Funktechnik nach zwei bis drei Jahren auszahlt. In den USA haben drei der vier größten Einzelhandelsgesellschaften ihre Lieferanten aufgefordert, ihre Transportbehältnisse schon ab nächstem Jahr mit RFID-Etiketten zu versehen.

Erst ab 2008 erwartet LogicaCMG aufgrund der Umfrageergebnisse den breitflächigen Einsatz von RFID auf Verbrauchsgütern, wenn die Chipkosten weiter nach unten gefallen sind. Musterkalkulationen gehen bis dahin von RFID-Etikettenkosten von 5 Cent aus, ein Betrag, den die Berater bei einem Produktionsvolumen von rund 30 Milliarden Funkchips im Jahr ansetzen. Dabei wird von sog. passiven Chips ausgegangen, die für die Funkabfrage keine eigene Stromversorgung benötigen.

Sowohl technisch als auch im Hinblick auf die Standardisierung wird die RFID-Technologie ab 2005 für den Einsatz bereit sein, heißt es in der Studie von LogicaCMG. Die Mehrzahl der Unternehmen setzt auf die EPC-Norm (Electronic Product Code), die noch nicht endgültig verabschiedet ist, und das UHF-Frequenzband, dessen Nutzung allerdings in vielen europäischen Ländern gesetzlichen Restriktionen unterworfen ist. Die Software zur RFID-Integration in die Informationssysteme der Unternehmen wird nach Einschätzung von LogicaCMG bis Ende des Jahres stabil laufen.

Bis dahin erwartet LogicaCMG auch eine Lösung hinsichtlich der Stärke der Funksender, die zum Auslesen der RFID-Etiketten zum Einsatz gelangen. In den USA dürfen die Sender eine Stärke von bis zu 2 Watt haben, in den meisten europäischen Ländern derzeit nur von 0,5 Watt. Da die Wirtschaft jedoch eine weltweite Vereinheitlichung anstrebt, hat das European Telekommunication Standards Institute (ETSI) einen Vorschlag erarbeitet, der auf die Zulassung einer Sendeleistung von 2 Watt auch in Europa hinausläuft. Die Verabschiedung dieser Norm in den Mitgliedsländern der EU wird bis Ende dieses Jahres erwartet.

In Deutschland zeichnet sich nach Einschätzung von LogicaCMG der RFID-Einsatz auf breiter Front bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ab. Das Organisationskomittee hat angekündigt, den Zugang zu den zwölf deutschen WM-Stadien durch RFID-Tickets zu sichern. Die Fans sollen die Eintrittskarten im Internet per Kreditkarte kaufen und die Tickets vier bis sechs Wochen vor dem Anpfiff per Post erhalten. Da verloren gegangene Tickets elektronisch zu sperren sind, kann der Versand durch die normale Briefpost erfolgen – die bisher in solchen Fällen übliche Auslieferung per Wertbrief entfällt. Allein dadurch rechnen sich die Mehrkosten für die Funkchips auf den Tickets, haben die Organisatoren der Fußball-WM ausgerechnet.

LogicaCMG gehört zu den internationalen führenden Beratungsgesellschaften für Informationstechnologie und IT- Systemintegratoren: In Europa ist LogicaCMG unter den Top 10, weltweit unter den Top 30. Das Dienstleistungsspektrum reicht von der Management- und IT-Beratung über die Softwareentwicklung und Systemintegration bis hin zum Outsourcing. LogicaCMG ist in Kernbranchen wie Telekommunikation, Finanzdienstleistungen, Energie und Versorgung, Industrie, Transport und Logistik sowie im öffentlichen Sektor engagiert. Im Dezember 2002 aus der Fusion von Logica und CMG entstanden, beschäftigt das Unternehmen rund 20.000 Mitarbeiter an seinen Niederlassungen in 34 Ländern und verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung. Mit Hauptsitz in Europa ist LogicaCMG an den Börsen in London und Amsterdam (LSE: LOG; Euronext: LOG) gelistet. Weitere Informationen sind unter www.logicacmg.com verfügbar.

Roland Lindemann | LogicaCMG
Weitere Informationen:
http://www.logicacmg.com

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