Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzinfarkt und Schlaganfall: NRWs Senioren an der Spitze

15.04.2004


Die Häufigkeit von Herzinfarkten bei Menschen über 65 liegt in NRW um 40 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. Das ist eines der Ergebnisse aus der getABI-Studie, das jetzt bei der Jahrestagung der Deutschen Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie in Heidelberg vorgestellt wurde. Die Forscher machen u. a. den höheren Urbanisierungsgrad und den überdurchschnittlichen Raucheranteil in NRW dafür verantwortlich. Die getABI-Studie, die von der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie koordiniert wurde, ermittelte die Häufigkeit von arteriellen Durchblutungsstörungen in den Beinen bei über 65-Jährigen in hausärztlicher Behandlung und die daraus entstehenden Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall.



Städter mit höherem Risiko



Im Bundesdurchschnitt erlitten 8,8 Prozent der über 65-jährigen Menschen bereits einen Herzinfarkt, 4,6 Prozent einen Schlaganfall. In NRW sind es 12,3 bzw. 5,1 Prozent. "Mögliche Gründe für die erhöhten Raten in NRW könnten der erhöhte Urbanisierungsgrad und der hohe Raucheranteil sein", so Diplom-Statistiker Tim Holland-Letz (Ruhr-Universität Bochum) bei der Tagung in Heidelberg. 63,4 Prozent der Menschen leben hier in Gemeinden über 50.000 Einwohner, im Bundesdurchschnitt sind es nur 39, 8 Prozent. 54,5 Prozent der NRW-Bürger haben je geraucht, gegenüber 45,9 Prozent in Deutschland insgesamt.

Viele Risikopatienten sind in Behandlung

Bei anderen Risikofaktoren machen die NRW-Einwohner jedoch eine gute Figur: Laut Bundesgesundheitssurvey hat NRW die niedrigsten Raten an Übergewichtigen (20,4 Prozent, Bundesdurchschnitt 23,1 Prozent). Auch in der Behandlung von Risikofaktoren ist NRW führend: 96,6 Prozent der über 65-jährigen mit Bluthochdruck werden ärztlich behandelt, im deutschen Mittel sind es 95,3 Prozent. NRW-Bürger mit erhöhten Blutfettwerten sind zu 62,5 Prozent in ärztlicher Behandlung, im Bundesdurchschnitt werden 57,4 Prozent der Patienten behandelt.

getABI: Arterielle Durchblutungsstörungen oft unbemerkt

In der getABI-Studie (German Trial on Ankle Brachial Index) wurde bei 6880 Menschen über 65 Jahren aus ganz Deutschland der Blutdruck an der Pulsader und in der unteren Wadenregion gemessen und verglichen. Eine hohe Differenz zwischen den beiden Werten ist ein sicheres Zeichen für arterielle Durchblutungsstörungen. Knapp ein Fünftel der Probanden waren davon betroffen. Ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist deutlich erhöht. Da die periphere arterielle Verschlusskrankheit jedoch schleichend verläuft, wird sie nur in ca. einem Drittel der Fälle diagnostiziert.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, OVBB 2/4, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27790, Fax: 0234/32-14325, E-Mail: hans.j.trampisch@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.amib.ruhr-uni-bochum.de
http://www.getabi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte