Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Monitor erkennt Wachzustände während Operationen

15.04.2004


Anzahl der Wachzustände um 80 Prozent reduziert



Ein groß angelegter internationaler Test hat nachgewiesen, dass der so genannte BIS Monitor die Anzahl der Fälle von Wachheit während Operationen um 80 Prozent reduzieren kann. Das Gerät wird bereits in einigen amerikanischen Krankenhäusern zur Überwachung der Tiefe der Anästhesie eingesetzt. Der Versuch wurde von Paul Myles vom Alfred Hospital und Kate Leslie vom Royal Melbourne Hospital durchgeführt. Laut Leslie sollte der BIS Monitor auf jeden Fall in jenen rund fünf Prozent der Operationen mit hohem Wachheitsrisiko eingesetzt werden. Myles fordert, dass diese Form der Überwachung bei 50 Prozent der Eingriffe durchgeführt werden soll.



Beim BIS Monitor handelt es sich um eine Art Elektroenzephalogramm (EEG), das elektrische Aktivitäten im Gehirn mittels einer einzelnen Elektrode an der Stirn erkennt. Diese Aktivität hängt vom Stoffwechsel, der Erinnerungsfunktion und dem Bewusstseinszustand ab, die ihrerseits alle von der Narkose beeinflusst werden. Die Anzeige des Geräts zeigt eine komplexe Anordnung von verschiedenen Gehirnwellen. Der Monitor nutzt ein standardisiertes mathematisches Verfahren zur Auswertung der komplexen Wellenformen zur Erstellung eines Wachheitsindex. Bei 100 ist man hell wach. Der für Narkosen empfohlene Wert liegt zwischen 40 und 60.

Für den Versuch beobachteten Myles und Leslie 2.500 Patienten, die in 24 verschiedenen Krankenhäusern in Australien, Neuseeland, Großbritannien und Hongkong operiert wurden. Bei allen Teilnehmern musste von einem hohen Wachheitsrisiko ausgegangen werden. Mittels Zufallsprinzip wurde ein Teil der Patienten mit dem BIS Monitor überwacht oder auf Anzeichen eines Wachzustandes wie Schwitzen, Bewegungen und Ansteigen von Blutdruck und Herzschlag beobachtet. Die Teilnehmer wurden vier Stunden, einen Tag und 30 Tage nach der Operation befragt. Elf Patienten der normal überwachten Gruppe erfuhren Wachzustände, verglichen mit zwei aus der monitorüberwachten Gruppe. Detaillierte Forschungsergebnisse sollen laut NewScientist in Kürze in dem Fachmagazin The Lancet veröffentlicht werden.

Bei rund einer von 1.000 Operationen mit Narkose haben die Patienten Erinnerungen an den Eingriff. Für viele der Patienten sind diese Erinnerungen von kurzer Dauer und nicht besonders störend. Bis zu 50 Prozent können von den Gesprächen der Operateure berichten, dem Eingriff selbst und erinnern sich auch an die Schmerzen. Für manche wird diese Erfahrung zu einem Albtraum.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.b-aware-trial.org
http://www.newscientist.com
http://www.thelancet.com

Weitere Berichte zu: Monitor Narkose Wachheitsrisiko Wachzustand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte