Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kosten der Parkinson-Krankheit

02.04.2004


Medikamente drehen an der Preisschraube, verringern aber die Pflegebedürftigkeit. Studie der Europa Fachhochschule Fresenius und der Deutschen Klinik für Diagnostik



Parkinson - die Erkrankung des Nervensystems ist für gut 250.000 Menschen eine schwere Belastung - und die Behandlung mit neuen Therapiemethoden eine kostspielige Angelegenheit. Bisher lagen nur grobe Schätzungen zu den direkten Kosten vor. In einer Studie haben die Europa Fachhochschule Fresenius (Idstein) und der Fachbereich Neurologie der Deutschen Klinik für Diagnostik DKD (Wiesbaden) neue Daten zu den direkten Kosten der Parkinson-Therapie erhoben. Ergebnis: "Vor allem die Medikamente drehen an der Preisschraube", so das Fazit von Professor Dr. Jens Jessen, Lehrstuhlinhaber für Gesundheitsökonomie an der Europa Fachhochschule Fresenius (EFF) in Idstein.



Die Studie erfasste zehn Monate lang die direkt anfallenden "Krankheitskosten" von 77 Patienten in ambulanter Behandlung: für Diagnostik, Medikamente, Therapie bei Neben- und Wechselwirkungen, ärztliche Betreuung (Arztbesuche), Überweisungen zu anderen Institutionen, stationäre Behandlung, Operationen und Pflegekosten oder Kosten, die durch vorzeitigen Therapieabbruch entstehen. Hinzu kommen Aufwendungen für besondere Unterstützungen wie z.B. durch eine Haushaltshilfe.

Als wichtigstes Ergebnis der Studie zeigt sich, dass die Medikamentenkosten unter den direkten Kosten den weitaus größten Teil ausmachen. Im Frühstadium der Krankheit belaufen sich die durchschnittlichen monatlichen Kosten für die medikamentöse Therapie auf 397,67 Euro. Mit zunehmender Krankheitsausprägung wachsen die Aufwendungen bis auf 645,77 Euro monatlich. Im Vergleich dazu belasten Heilmittel die Kostenträger durchschnittlich mit 25,46 Euro. Die ärztlichen Leistungen schlagen mit 15,73 Euro pro Monat zu Buche. 18,74 Euro müssen im Schnitt für medizinisch-technische Diagnoseuntersuchungen aufgebracht werden.

"Ein Aufwand, der sich lohnt!", so Jessen: "Eine differenzierte Therapie führt zwar zu einer deutlichen Steigerung der Medikamentenkosten, die Kosten für die stationäre Behandlung verringern sich jedoch und die Pflegebedürftigkeit wird zeitlich hinausgezögert."

Die Langzeitstudie wird fortgesetzt. Im nächsten Schritt werden an der Europa Fachhochschule Fresenius die indirekten Kosten (zum Beispiel Kosten durch Arbeitsunfähigkeit) erfasst.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Jens Jessen
Lehrstuhl Gesundheitsökonomie
Europa Fachhochschule Fresenius
Limburger Straße 2, 65510 Idstein
E-Mail: jessen@fh-fresenius.de

Bianca Stamm | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-fresenius.de

Weitere Berichte zu: Diagnostik Medikamentenkosten Parkinson Pflegebedürftigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive