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Rechtschreibung von Schülern auf die Probe gestellt

09.03.2004

Die Rechtschreibfähigkeiten von Schülern der dritten bis sechsten Klassen differieren in einer überraschend großen Bandbreite. Dies ist ein Ergebnis einer Doktorarbeit, die die Pädagogin Veronika Wachter derzeit an der Universität Hannover erarbeitet. Die Rechtschreibfertigkeiten einiger Schülerinnen und Schüler aus der sechsten Klasse entsprachen denen mancher Drittklässler. Im Gegenzug konnten einige der jüngsten Testteilnehmer mit vergleichbaren Ergebnissen der Sechstklässler aufwarten. Wachters Untersuchungen zielten auf die "Entwicklung und Störung fortgeschrittener Rechtschreibefertigkeiten". Die Grundlage zu den neuen Erkenntnissen stellten im Juni 2003 abgeschlossene Tests zur Rechtschreibfertigkeit der teilnehmenden Schüler dar.

Das Interesse für die kindliche Rechtschreibentwicklung und ihre Strukturen wurde bei Veronika Wachter während ihres Lehramtstudiums für Grund- und Hauptschulen geweckt. "Vereinzelte Schüler besitzen nicht die Rechtschreibfähigkeiten, die dem Alters- und Lernstadium entsprechen würden", berichtet Veronika Wachter aus ihrer praktischen Erfahrung. Ihr Promotionsvorhaben begründet sich auf den Annnahmen und Fragestellungen der Schriftspracherwerbsforschung. Diese zeigt, dass die bisherigen Modelle der Rechtschreibentwicklung um Überlegungen aus der Orthographietheorie ergänzt werden müssen, wenn sie den gesamten Rechtschreiberwerb beschreiben wollen. In ihrer Arbeit stellte die Doktorandin eine empirische Untersuchung an, bei der sie mit Hilfe eigens entwickelter Tests 225 Schülerinnen und Schüler zwei hannoverscher Schulen prüfte. Die Testanforderungen richteten sich an die Schüler der Klassen drei bis sechs. Unter besonderer Beobachtung standen die Rechtschreibfertigkeiten, wie zum Beispiel Groß- und Kleinschreibung, Gleichschreibung von Wortbausteinen und Ableiten.

Das Ziel und die Hoffnung von Veronika Wachter ist mit den aus ihrer Arbeit gewonnen Erkenntnissen die bestehenden Rechtschreiberwerbsmodelle weiter auszudifferenzieren und damit für die Arbeit in Schule und Lerntherapie fruchtbarer zu machen. Denn schließlich können die Fehlererhebungen an einer größeren Zahl von Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgänge der Rechtschreibdidaktik Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen und klären, was und wie wem zu lehren ist. Die Arbeit von Veronika Wachter wird begleitet und motiviert von Prof. Carl Ludwig Naumann vom Fachbereich Erziehungswissenschaften, Institut für deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik.

Dr. Stefanie Beier | Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

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