Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemäß Studie enthalten viele "organische" Lebensmittel gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe

11.02.2004


Gemäß einer Studie, die voraussichtlich im April veröffentlicht wird, enthält eine Vielzahl der in Großbritannien verkauften organischen Lebensmittel oder Health Food-Produkte Spuren von gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen.



Professor Mark Partridge und Professor Denis Murphy vom Fachbereich Biotechnologie der University of Glamorgan, Großbritannien, testeten 25 sojahaltige Produkte in einem von der EU genehmigten Verfahren zur Feststellung von Spuren gentechnisch veränderter Inhaltsstoffe.

... mehr zu:
»CropScience »Rap


Dabei stellte sich heraus, dass 10 der 25 getesteten Proben gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe enthielten, obgleich acht der positiv getesteten Proben sogar als "Gentechnik-frei" oder "organisch" gekennzeichnet waren. Vier der Produkte, die Spuren von gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen enthielten, lagen über dem Grenzwert für organische Lebensmittel des britischen Verbands für biologische Lebensmittel (Soil Association), einschließlich einer vegetarischen Wurstmischung, die 0,7 Prozent gentechnisch veränderter Soja enthielt.

"Wir konnten in jüngster Zeit beobachten, dass viele Sojaprodukte inzwischen das Siegel "Gentechnik-frei" oder "organisch" tragen, was in beiden Fällen impliziert, dass diese Lebensmittel keine gentechnisch veränderten Inhaltsstoffe enthalten", erklärte Professor Murphy. "Der Großteil der derzeit weltweit produzierten Soja stammt jedoch aus gentechnisch veränderten Sorten."

"In Anbetracht der Tatsache, dass die Produktion gentechnisch veränderter Soja in den kommenden Jahren noch zunehmen wird, ist schwer einzusehen, wie "Gentechnik-frei"-Siegel zu rechtfertigen sind, wenn diese Lebensmittel nicht sehr viel strenger geprüft werden", schlussfolgerte er.

Befürworter der Herstellung gentechnisch veränderter Lebensmittel in Europa erlitten einen herben Rückschlag, als die belgische Regierung am 2. Februar einen EU-weiten Antrag des deutschen Unternehmens Bayer CropScience auf Anbau von herbizidresistentem Raps ablehnte.

Bei ihrer Entscheidung zog die Regierung den Rat einer Expertengruppe für Biosicherheit hinzu. Die Gruppe stützte sich in ihrem Bericht vermutlich auf die Ergebnisse der jüngsten Feldversuche in Großbritannien, in denen nachgewiesen wurde, dass herbizidresistenter Raps die Biodiversität vermindert.

Hätte Belgien den Antrag von Bayer CropScience genehmigt, wäre die Akte an den Europäischen Rat weitergeleitet worden, um eine endgültige Entscheidung über den Rapsanbau in der gesamten EU zu erzielen. Angesichts der Ablehnung des Antrags durch Belgien erscheint eine Genehmigung auf EU-Ebene nun jedoch sehr unwahrscheinlich.

Ein Sprecher von Bayer CropScience zweifelte an, dass die Entscheidung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe: "Wir haben ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Vorgehensweise der belgischen Regierung in dieser Angelegenheit. Unserer Meinung nach wurde die Entscheidung stark durch die belgische Politik beeinflusst. Die Experten äußerten zwar einige Bedenken, gaben jedoch an, dass es mit geeigneten Kontrollen möglich wäre, diesen Raps ohne Auswirkungen auf die Umwelt anzubauen."

Unterdessen begrüßten Umweltschutzgruppen die Entscheidung. Karen Simal von Greenpeace Belgien erklärte: "Dies ist ein Schlag ins Gesicht der Biotech-Industrie und ein Sieg für die Umwelt. Die belgische Regierung hat bestätigt, dass der Anbau von gentechnisch verändertem Raps der Umwelt schadet."

| cn
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21561&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: CropScience Rap

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise