Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Postbank Studie enthüllt Wissenslücke bei der Versorgungslücke

28.01.2004


Jeder zweite Deutsche kennt den Begriff "Versorgungslücke" nicht / 20 Prozent hoffen auf eine Erbschaft

3-Punkte-Plan der Postbank soll Defizite beheben

Nur sechs Prozent der Deutschen wissen, wie hoch die gesetzliche Rente ausfällt. 86 Prozent kennen den aktuellen Beitragssatz zur Rentenversicherung nicht oder benennen ihn falsch. Mehr als der Hälfte der Bundesbürger ist der Begriff "Versorgungslücke" unbekannt. Und junge Berufstätige unter 30 sowie Frauen sind am schlechtesten informiert. Das sind die ernüchternden Ergebnisse einer im Auftrag der Postbank durchgeführten Allensbach-Studie mit dem Titel "Was wissen die Deutschen über ihre Altersvorsorge?"

Dr. Wolfgang Klein, Privatkunden-Vorstand der Postbank, sagte bei der Präsentation der Studie vor Journalisten in Berlin: "Es ist Zeit zum Handeln. Wir müssen das Problembewusstsein der Bundesbürger deutlich verstärken und ein daraus resultierendes Handeln erzeugen. Andernfalls droht uns ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden, den wir später nicht oder nur unter großen finanziellen Belastungen wieder beheben können. Vielen Menschen droht die Verarmung im Alter."

Klein stellte einen 3-Punkte-Plan der Postbank vor, der in einem ersten Schritt helfen soll, die Defizite zu beheben:

1. sollte spätestens das Jahr 2005 zum "Jahr der Altersvorsorge" ausgerufen werden, um auf breiter Front bedarfsgerecht zur Altersvorsorge zu informieren.

2. müssen Vorsorgeangebote, ob betrieblich, privat und/oder staatlich gefördert, durch einfache und transparente Regeln verständlicher werden.

3. sollten die Unternehmen sich mindestens durch Informationsangebote für ihre Beschäftigten engagieren, idealerweise durch das Angebot konkreter Vorsorgemodelle auf betrieblicher Ebene.

Begriffe der aktuellen Renten-Diskussion sind kaum bekannt

Ernüchternd ist der Wissensstand der Deutschen in der aktuellen Renten-Diskussion - ungeachtet vielfacher Berichterstattung in den Medien: Die Begriffe "Versorgungslücke" und "Riester-Rente" kennen nicht einmal die Hälfte aller Befragten (48 bzw. 46 Prozent). Lediglich bei den Begriffen "Vorruhestand" sowie "Altersteilzeit" glauben 79 bzw. 60 Prozent, "ziemlich genau" Bescheid zu wissen.

Von den Berufsgruppen sind die Beamten am besten informiert, Arbeiter am schlechtesten. Zwischen den alten und neuen Bundesländern gibt es hingegen kaum Unterschiede beim Wissensstand. Und: Von den heutigen Rentnern und Pensionären halten immerhin 71 Prozent das, was sie bislang für ihre Altersvorsorge getan haben, für "ausreichend". Bei den Nicht-Rentnern und -Pensionären sind es dagegen nur 38 Prozent.

Was als ideale Altersvorsorge angesehen wird

63 Prozent der Deutschen benennen die staatliche Rente als ideale Form der Altersvorsorge. Auf Platz zwei liegt mit 59 Prozent das eigene Haus/die eigene Wohnung. Mit 40 Prozent auf Rang drei folgen private Lebens- und Rentenversicherungen. Die betriebliche Altersvorsorge bzw. Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst liegt mit 39 Prozent auf Rang fünf, gefolgt von Einnahmen aus Haus- und Grundbesitz mit 32 Prozent. Überraschend: Mit 19 Prozent setzen mehr Deutsche ihre Hoffnungen auf Erbschaften als Versorgungsmodell als etwa auf Einnahmen aus festverzinslichen Wertpapieren (17 Prozent) oder gar aus der Riester-Rente (zehn Prozent).

Was zur Altersversorgung zur Verfügung steht

87 Prozent der heutigen Rentner und Pensionäre leben von staatlicher Rente. Von den Nicht-Rentnern erwarten dagegen lediglich 70 Prozent Zuwendungen aus dieser Quelle. Beide Gruppen sehen aber mit 42 Prozent das eigene Haus oder die eigene Wohnung als zweitwichtigste Vorsorgeform. Auch bei der betrieblichen Altersversorgung bzw. Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst sind beide Gruppen in ihrer Einschätzung nahezu identisch (28 bzw. 25 Prozent). Deutliche Unterschiede gibt es hingegen bei privaten Lebens- und Rentenversicherungen. Während nur jeder zehnte heutige Rentner oder Pensionär Bezüge aus dieser Vorsorgeform erhält, setzen rund ein Viertel der heutigen Nicht-Rentner und -Pensionäre im Ruhestand darauf.

Wie in die Altersversorgung investiert wird

Nur 37 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren wollen künftig verstärkt in ihre Altersvorsorge investieren. 44 Prozent dagegen planen dies nicht. 19 Prozent sind noch unentschieden. Bei den Berufstätigen, die mehr investieren wollen, stehen private Rentenversicherungen mit 24 Prozent in der Gunst am höchsten, knapp vor dem Kauf eines Eigenheims mit 23 Prozent. Auf Platz drei rangieren mit 18 Prozent Lebensversicherungen, die als Rente ausgezahlt werden sollen.

Danach folgen Sparverträge (17 Prozent) und Immobilien zur Vermietung (14 Prozent). Ernüchternd: Private oder über den Arbeitgeber abgeschlossene Riester-Renten spielen mit lediglich acht beziehungsweise drei Prozent nach wie vor kaum eine Rolle.

Von wem Kompetenz bei der Beratung erwartet wird

"Wo erwarten Sie gute und zuverlässige Informationen, wenn Sie sich zum Thema Altersvorsorge informieren wollen?" Aus einer Liste mit 15 Vorgaben sehen knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen die Rentenversicherungsanstalten klar auf Platz eins. Auf die Ratschläge von Wirtschaftsmagazinen im Fernsehen sowie Verbraucherschutzzentralen setzen immerhin 37 bzw. 36 Prozent. Lebensversicherer wollen hingegen nur 25 Prozent der Deutschen um Rat fragen, Banken und Sparkassen mit 22 Prozent noch weniger.



Pressekontakt:


Joachim Strunk
Telefon0228 920 12100
Telefax0228 920 12199

eMailjoachim.strunk@postbank.de

Ralf Palm
Telefon 0228 920 12109
Telefax 0228 920 12198
EMail ralf.palm@postbank.de

| ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise