Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie gibt Einblick in Babys Sicht der Welt

27.06.2003


Kleine Kinder sind nicht mit "angeborenem Wissen" ausgestattet


Oft wird angenommen, Babys wären mit einer Art "immanenter Wahrnehmung" ausgestattet. Einer aktuellen Studie zufolge sind ihre Wahrnehmungsfähigkeiten jedoch weit einfacher als bisher vermutet. Forscher der University of Lancaster legen nun die Ergebnisse einer für drei Jahre angelegten Studie vor. "Es besteht eine große Übereinkunft darüber, was Babys über die Welt wissen, aber unsere Ergebnisse legen eine viel vorsichtigere Annäherung an das Thema nahe", so Studienleiter Gavin Bremner, Department of Psychology an der University of Lancaster. Unterstützt wurde die Studie vom Economic and Social Research Council.

Die Forscher untersuchten, auf welche Weise Babys Objekte wahrnehmen können. "Als Erwachsene nehmen wir getrennte Objekte im Zusammenhang war. Auch dann, wenn sich diese Objekte bewegen oder wenn sie zeitweise hinter anderen Objekten versteckt sind", erklärt Bremner. Die Forscher stellten nun die Frage, ob die Fähigkeit angeboren ist, einzelne Bewegungen eines Objekts als Ganzes zu erkennen oder ob sie im Laufe der Kindheit erlernt wird. Für die Beantwortung ihrer Frage testeten sie Babys im Alter bis zu sechs Monaten. Das Team um Bremner zeigte den Kindern ein Objekt, das sich von links nach rechts bewegte, dabei aber auf halbem Weg hinter einer Wand verschwand und danach wieder auftauchte. "Wir führten eine Reihe von Untersuchungen durch, um herauszufinden, ob die Kinder solche Bewegungsabläufe als durchgehend wahrnehmen", so Bremner.


Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass für die Wahrnehmung des Bewegungsablaufes die Weite der Wand wichtig ist, und ebenso die Zeit, in der das Objekt dahinter versteckt ist. Vier Monate alte Babys erkannten die Bewegung als durchgehend, wenn die Wand schmal war und das Objekt nur für kurze Zeit außer Sicht kam. Zwei Monate alte Babys hingegen konnten die Bewegung nicht als durchgehend wahrnehmen, selbst bei einer sehr schmalen Wand. Bei Kindern im Alter von sechst Monaten macht es keinen Unterschied mehr, ob die Wand schmal oder weit ist; die Bewegung wird als durchgehend erkannt, so die Forscher. "Diese Ergebnisse sind wichtig, weil sie die Behauptung des Nativismus in Zweifel ziehen, wonach das Objekt-Bewusstsein von Geburt an entwickelt ist", bemerkt Bremner.

Nativismus ist die Bezeichnung für eine philosophische und psychologische Theorie, wonach sämtliche menschliche Verhaltensweisen, Eigenschaften und/oder Fähigkeiten sowie die Voraussetzungen der Wahrnehmung angeboren und genetisch bestimmt sind. Ausgeschlossen wird beim Nativismus der Einfluss von Lernvorgängen und Erfahrungen.

Bettina Benesch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lancs.ac.uk
http://www.esrc.ac.uk

Weitere Berichte zu: Baby Bewegungsablauf Nativismus Wahrnehmung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie