Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steigende Nachfrage nach Hausautomation: zweistelliges Wachstum ab 2006

31.03.2003


Immer mehr Hausbesitzer sind zu Investitionen in intelligente Automationssysteme bereit. Entsprechend groß ist laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan das Wachstumspotenzial in einem Markt, der bisher noch ganz am Anfang seiner Entwicklung steht. Während 2002 mit Hausautomationsausrüstung und -Software europaweit lediglich 172 Millionen US-Dollar (2002) erwirtschaftet wurden, ist bis 2009 mit einem Anstieg auf 399 Millionen US-Dollar zu rechnen.


"Die Umrüstung von Wohnraum in eine technische Komfort- und Sicherheitszone stößt zunehmend auf Interesse," so John Raspin, Research Manager bei Frost & Sullivan. "Selbst wenn wir davon ausgehen, dass sich im Prognosezeitraum nur ein kleiner Anteil der Hausbesitzer für Automationssysteme entscheidet, wird der Markt erheblich profitieren." Auftrieb erhält die Branche zum einen durch wachsende Komfortansprüche, zum anderen durch technische Fortschritte in der Hausautomation, die unter anderem Optionen wie Fernsteuerung und automatische Regulierung von Heizung, Beleuchtung und Multimedia-Geräten, IT-Produkten sowie Sicherheitssysteme umfasst. Zwar verfügen viele Geräte bereits über einfache Kontrollfunktionen, ein Automationssystem bietet jedoch die Möglichkeit der Vernetzung und damit der Integration sämtlicher Komponenten. Auf diese Weise lassen sich Betrieb und Leistung aller angeschlossenen Geräte auch aus räumlicher Entfernung steuern und überwachen. Die innovativen Systeme sind außerdem mit interner und externer Kommunikationsfunktion ausgestattet und sind in der Lage, neue Befehle zu erkennen und umzusetzen.

Offene Standards lassen auf sich warten


Die Rasanz des technischen Fortschritts ist denn auch das Hauptmerkmal des Europamarkts für Hausautomation. Doch birgt die ständige Erweiterung des Angebotsspektrums nicht nur Vorteile, da manche potenzielle Nutzer eher zurückhaltend reagieren, weil sie weitere Neuerungen abwarten wollen. Ein bedeutender Trend ist beispielsweise der Schritt in Richtung offener Systeme, wobei es noch viele Jahre dauern wird, bis die Idee eines einzigen, international einheitlichen Systems für das Haus-Networking komplett umgesetzt ist.

Standardpakete könnten Nachfrage ankurbeln

Während Hausautomation bisher als Luxusprodukt galt und damit Kunden mit höherem Einkommen vorbehalten war, ist momentan ein Rückgang des Durchschnittspreises pro Anlage zu beobachten. Gleichzeitig sind jedoch die Kosten für Installation und Einrichtung von den spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten vor Ort abhängig und damit variabel, was manche Kunden wiederum abschreckt. "Um hier Transparenz zu schaffen, müssen die Anbieter Standardpakete entwickeln," rät Frost & Sullivan. "Dann wird die weitere Entwicklung der Nachfrage maßgeblich davon abhängen, wie günstig diese Pakete sind."

In den letzten Jahren rekrutierte sich ein Großteil der Kunden aus Besitzern frisch renovierter Häuser oder Neubauten, die mit der Installation von Automationssystemen zum einen Kaufanreize schaffen und zum anderen ihre Gewinnmargen steigern wollten. "Wer den bisherigen Zielmarkt um Besitzer von kleineren Eigentumseinheiten erweitern und den Bedarf an Nachrüstung steigern möchte, kommt nicht umhin, neue Wege zu beschreiten," so Raspin. "Dazu mag es notwendig sein, bei individuellen Projekten zunächst geringere Margen in Kauf zu nehmen. Wenn dann die Anzahl der Aufträge zunimmt, werden auch die Gewinne steigen."

Marketing soll Produktvorteile kommunizieren

Wie sich der Markt weiter entwickelt, hängt zudem davon ab, wie gut die Kunden über generelle Vorteile und technische Merkmale der Hausautomation informiert werden. Entsprechend weist die Studie auf die Bedeutung eines extensiven Marketing hin. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang laut Analyse die Kooperation mehrer Systemanbieter. Auch sollten Vertrieb und technischer Support über lokale Anbieter organisiert werden.

Kompatibilität von Netzwerken und Betriebspraktiken ist ein weiterer Faktor, den es im Zuge der Marktexpansion zu beachten gilt. Entsprechende Lösungen für eine einfachere Installation und eine größere Nutzerfreundlichkeit werden zwar bereits angestrebt, doch wird die praktische Umsetzung sicherlich noch Zeit brauchen.

Honeywell, Siemens und die Schneider-Gruppe sind gegenwärtig die größten Akteure im Europamarkt für Hausautomation. Gemeinsam erwirtschaften sie einen Umsatzanteil von 38 Prozent (2002). Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Karten neu gemischt werden, wenn die Preise fallen und weitere Zielmärkte erschlossen werden. n

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.buildingtechnologies.frost.com

Weitere Berichte zu: Automationssystem Europamarkt Hausautomation Installation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise