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Versicherungsfähigkeit von Katastrophenrisiken

26.03.2003


Studie der TA-Akademie über die Versicherbarkeit von Katastrophenrisiken:


Nach Angaben Angaben der Schweizer Rückversicherung hat sich seit dem Jahr 1989 weltweit die Anzahl der Katastrophenschäden pro Jahr verdoppelt. Mit zunehmender Bevölkerungsdichte und steigenden Vermögenswerten stiegen gleichzeitig auch die Schäden pro Katastrophe an. "Katastrophenereignisse wie Erdbeben, Tankerunglücke und Terroranschläge werfen deshalb in zunehmendem Maße die Frage auf, ob Menschen sich gegen die Folgen dieser Ereignisse noch absichern können" so Dr. Gerhard Pfister von der TA-Akademie in Baden-Württemberg. In seiner Studie zur "Versicherungsfähigkeit von Katastrophenrisiken"* zeigt er auf, wie trotz dieser Entwicklungen eine Versicherbarkeit von Katastrophenrisiken gewährleistet werden kann.

Bei den üblichen versicherten Risiken werden die Kosten von Schadensfällen von den Einzahlungen an Versicherungsprämien gedeckt. Im Falle einer Katastrophe können die gesamten Schadenskosten für eine Versicherung jedoch erheblich größer sein als die Prämieneinnahmen. " Weil die einzelnen Schadensereignisse eine gemeinsame Ursache habenAufgrund der Abhängigkeit der einzelnen Schadensereignisse von einer gemeinsamen Ursache", so Gerhard Pfister, "sind die möglichen Schäden, die bei Eintritt der Katastrophe entstehen, nicht nur für einen einzelnen Versicherten, sondern auch für das Kollektiv der Versicherten hoch." Damit entsteht im Fall des Eintritts eines Katastrophenereignisses für Versicherungen ein erhöhtes Risiko, die Schäden nicht ausgleichen zu können. Ebenso Potenzielle Versicherungskunden schrecken potentielle Versicherungskunden vor dem Abschluß eines Versicherungsvertrages zurück, weil sie fürchten müssen, im Schadensfall nicht ausbezahlt zu werden. Katastrophenrisiken führen also zu einem Marktversagen.


Pfisters Studie beschäftigt sich mit den grundsätzlichen Möglichkeiten, wie diesem Marktversagen entgegengewirkt werden kann. Dabei wird besonders der "Alternative Risikotransfer" (ART) untersucht, der das Volumen der weltweiten Kapitalmärkte für die Absicherung gegen die Folgen von Katastrophenereignissen nutzen will. Neben den marktwirtschaftlichen Wegen zur Lösung des Versicherungsproblems von Katastrophenereignissen hält Gerhard Pfister jedoch auch eine staatliche Regulation für notwendig.

Neben staatlichen und marktwirtschaftlichen Lösungen diskutiert Gerhard Pfister auch dieDer Autor identifiziert außerdem Informationsdefizite, die einer stärkeren besseren Versicherbarkeit von Katastrophenrisiken entgegenstehen. Diese können anhand weitere Forschungen verringert werden. Hier ist die Forschung gefragt: Technisch-naturwissenschaftliche Abschätzungsmodelle spielen vor allem im Zusammenhang mit Naturkatastrophen eine wichtige Rolle. Bei Katastrophenereignissen, die vorsätzliches menschliches Handeln als Auslöser haben - etwa bei Terror-Risiken - werden nach seiner Auffassung zunehmend auch sozialwissenschaftliche Abschätzungsmodelle wichtig.

"Entscheidend ist jedoch", so Pfister, "wie die finanziellen Konsequenzen von Risiken gestreut werden können und welche Kosten bei dieser Streuung entstehen. Eine konstruktive Zusammenarbeit von Staat, Versicherungswirtschaft und institutionellen Kapitalanlegern kann helfen, diese Kosten zu minimieren."

Ansprechpartner:

Dr. Gerhard Pfister
Tel: 0711 - 9063-165
E-Mail: gerhard.pfister@ta-akademie.de

Dr. Birgit Spaeth | idw
Weitere Informationen:
http://www.ta-akademie.de

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