Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anbau von Gentech-Pflanzen: Ökonomische Katastrophe

17.09.2002


Britische Umweltorganisation präsentiert "Seeds of Doubt"-Studie

Der Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen innerhalb der letzten sechs Jahre war in den USA und Kanada ein ökonomisches Desaster. Zu diesem Ergebnis kommt die heute, Dienstag, in London präsentierte Studie "Seeds of Doubt". Nach der Studie steigen die Erträge von Gentech-Pflanzen nicht, aber die Kosten für Saatgut sind höher. Dadurch sinkt der Profit für die Bauern. Die Studie wurde von der Umweltorganisation Soil Association in Auftrag gegeben.

Auch die versprochene Einsparung von Pestiziden durch die herbizidresistenten Pflanzen ist nicht eingetreten, vielmehr sind als zusätzliches Problem mehrfach herbizidresistente Beikräuter entstanden. Die Abhängigkeit der Bauern von Pestiziden ist vielfach sogar noch erhöht worden. Nach Ansicht der Studie verursachten genetisch veränderte Pflanzen großflächige Verunreinigungen und haben an manchen Orten sogar Biobauern zur Aufgabe bestimmter Kulturpflanzen gezwungen, da diese keinen ökologischen Landbau mehr durchführen konnten. Auch in der Lebensmittelproduktion gab es in den vergangenen sechs Jahren immer wieder Skandale wie Verunreinigungen mit dem nicht zugelassenen Gentech-Mais "Starlink" . Viele Bauern sind zunehmend von Gentech-Pflanzen abhängig, weil mittlerweile eine gentechnikfreie Variante fehlt.

Nach Hochrechnungen haben genetisch veränderte Kulturpflanzen zwischen 1999 und 2001 der amerikanischen Wirtschaft mindestens 12 Mrd. Euro gekostet. Die Kosten wurden durch Förderungen, niedrigere Marktpreise, den Verlust von Exportmärkten und Produktrückrufe verursacht. Als teuer haben sich die Gentech-Pflanzen auch in punkto Gerichtskosten entpuppt: Sie sind vermehrt Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen über Patentschutz und Haftung.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.soilassociation.org/

Weitere Berichte zu: Gentech-Pflanze Kulturpflanze Pestizid Verunreinigung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten