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TA-Akademie untersucht Motive für Studienfachwahl

24.07.2002


TA-Akademie untersucht Motive für Studienfachwahl
Studentinnen des Bauingenieurswesens wollen Karriere machen

Studentinnen des Bauingenieurwesens waren bereits in der Schule sehr leistungsorien-tiert, sie wurden in ihrer Entscheidung für dieses Studium sowohl vom Lehrer als auch vom Elternhaus gefördert. Das hat eine Studie der TA-Akademie zum Zusammenhang zwischen "Studium und Geschlecht"* ergeben. In einer Sekundäranalyse untersucht die Autorin der Studie, Birgit Blättel-Mink, die Hintergründe für die Studienfachwahl von baden-württembergischen Studentinnen und Studenten aus den vier Fachgebieten Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre (BWL), Chemie und Germanistik.

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Die angehenden Bauingenieurinnen erwarten ein hohes Gehalt, sind ausgesprochen karriereorientiert und sie glauben, dass ihr Studium und der spätere Beruf gut mit der Familie vereinbar ist. Insgesamt unterscheiden sich die Frauen, die sich für ein Ingeni-eurstudium entschieden haben, nicht nur von ihren männlichen Kommilitonen im glei-chen Fach, sondern auch von ihren Kommilitoninnen in anderen Fächern: ein Großteil ihrer Väter sind selbst Ingenieure oder Architekten. Die Frauen haben bereits in der Schule einen Hang zu Mathematik gezeigt und sie haben die besten Abiturnoten aller untersuchten Gruppen.
Ganz anders sieht es in den Naturwissenschaften aus: Chemie studieren Abiturientin-nen dann, wenn sie die gesellschaftliche Zukunft mitgestalten und anderen helfen wollen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schätzt diese Gruppe - weitaus rea-listischer als die angehenden Bauingenieurinnen - als schwierig ein. Sie werden weni-ger von außen in ihrer Begabung gefördert. Eine Überforderung im Grundstudium ist relativ häufig, und das Fach entspricht oft nicht dem, was sie sich erwartet haben.
BWL zeigt sich in Blättel-Minks Analyse als ein Fach, das sowohl Frauen als auch Männer weniger aufgrund von Neigung oder Interesse studieren, sondern weil sich die Studierenden eine Verbesserung ihrer Berufschancen erhoffen, verbunden mit einem hohen Einkommen.

Nicht zu unterschätzen ist bei der Studienfachwahl der Einfluss des Berufes der Eltern. Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Überwiegt z. B. in der Gruppe der BWL-Studentinnen der Lehrer als Vater und die kaufmännische Selbstän-dige bei den Müttern, so haben männliche BWL-Studenten viel häufiger Techniker zum Vater.
"Die Familie und ganz besonders die Schulen sind also die wichtigsten Einflussfakto-ren, die die Studienfachwahl vorbereiten", so Birgit Blättel Mink. Sie sieht es daher als dringliche Aufgaben der Schulen an, den technischen und naturwissenschaftlichen Unterricht speziell auf Mädchen und junge Frauen zuzuschneiden. "Getrennter Unter-richt von Jungen und Mädchen in diesen Fächern, insbesondere aber auch in Mathe-matik, wäre sicher eine Maßnahme, die es Mädchen erleichtern würde, z.B. ein Ingeni-eurstudium zu beginnen." Auch die Gestaltung des Unterrichts selbst, hat bedeutenden Einfluss: "Frauen können beispielsweise sehr viel besser mit Textaufgaben als mit Formeln umgehen", so Blättel-Mink. Diesem Umstand müsse der Lehrplan Rechnung tragen. Außerdem hält die Autorin eine Evaluation von Projekten für notwendig, die junge Frauen fördern sollen, in technische und naturwissenschaftliche Berufe einzu-steigen.


Ansprechpartnerinnen: PD Dr. Blättel-Mink, Tel: 0711/121-3890
E-Mail: birgit.blaettel-mink@soz.uni-stuttgart.de
Dr. Birgit Spaeth, Tel: 0711/9063-226
E-Mail: birgit.spaeth@ta-akademie.de


*Birgit Blättel-Mink: Studium und Geschlecht. Faktoren einer geschlechterdifferenten Studienfachwahl in Baden- Württemberg Arbeitsbericht der TA-Akademie Nr. 219. Bestellbar unter Fax-Nr. 0711/9063-299

Dr. Birgit Spaeth | idw
Weitere Informationen:
http://www.ta-akademie.de

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