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Rotweininhaltstoff verlangsamt das Altern

05.06.2008
Resveratrol dämpft Alterungsprozesse in Herz und Muskeln

Eine in Weinen, roten Trauben und Granatäpfeln enthaltene Substanz, das Resveratrol, kann offenbar altersbezogene Veränderungen der Herzfunktion dämpfen und den Alterungsprozess verlangsamen. Das berichten Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison. Im Mausmodell habe sich gezeigt, dass bereits niedrige Dosierungen, regelmäßig verabreicht, einen ähnlich förderlichen Effekt auf die Lebensspanne hätte wie eine Kalorienrestriktion.

Frühere Untersuchungen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass man schon eine ganze Flasche Rotwein zu sich nehmen müsste, um die erforderliche Menge an Resveratrol aufzunehmen. "Der Stoff scheint aber schon in erheblich geringeren Dosen aktiv zu sein", sagt Studienleiter Tomas Prolla. Den Schätzungen der US-Forscher zufolge würde die Menge in einem Glas Rotwein genügen.

Der natürliche Alterungsprozess bei Tieren wie Menschen wird eingeleitet durch Veränderungen in der Aktivität und Funktion von tausenden Genen in den Organen. Die Gruppe um Prolla untersuchte daher, inwieweit Resveratrol die Genexpression bei Mäusen in Bezug auf Herz, Muskeln und Gehirn verändert. Bei Tieren, denen Resveratrol verabreicht wurden, hätten sich den Forschern zufolge denn auch weniger alterungsfördernde genetische Veränderungen als bei den konventionell gefütterten Mäusen eingestellt. Auch zeigten sich Ähnlichkeiten zwischen den Wirkungen von Resveratrol und einer kalorienreduzierten Ernährungsweise. So läge der Prozentsatz der Gene, die vom Alterungsprozess betroffen sind, in beiden Versuchen zwischen 90 und 92 Prozent. Prolla und seine Kollegen sind sich sicher, dass Resveratrol die Lebensqualität verbessern kann, indem es die verschiedenen Faktoren des Alterns, beispielsweise die Herzfunktion, positiv beeinflusst.

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"Resveratrol - als Nahrungsergänzung oder aus frischen Trauben oder Äpfeln - kann durchaus eine gesundheitsfördernde Wirkung haben, nicht nur in Bezug auf das Altern", meint Universitätsprofessor Walter Jäger vom Department für klinische Pharmazie und Diagnostik an der Universität Wien im Gespräch mit pressetext. "Es wurde ja bereits gezeigt, dass es die Expression bestimmter Sirtuin-Gene fördert. Außerdem wirkt es antioxidativ." Dennoch sei es schwierig eine wirksame Menge zu bestimmen, da die Substanz im Körper verstoffwechselt und zersetzt wird.

"Wie schnell Resveratrol und seine Stoffwechselprodukte abgebaut werden, wird derzeit untersucht", so Jäger. Vor allem für Kinder, ältere Menschen oder schwangere Frauen sei es daher ratsamer Resveratrol eher aus Weintrauben oder Äpfeln als aus Wein zu beziehen. Denn der von den Pflanzen als Schutz gegen Parasiten produzierte Stoff findet sich vor allem in der Schale der Früchte.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wisc.edu
http://merian.pch.univie.ac.at

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