Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Risiko für Inselautoimmunität bei Neugeborenen von Typ 1 Diabetikerinnen reduzieren

04.06.2008
Ergebnisse der BABYDIAB Studie vom Institut für Diabetesforschung in München

Ein leicht erhöhter Langzeitblutzuckerwert HbA1c bis 7% bei Schwangeren mit Typ 1 Diabetes reduziert das Risiko von Inselautoimmunität beim Kind. Auf dieses Ergebnis stießen die Forscher des Instituts für Diabetesforschung bei einer Auswertung der BABYDIAB Studie.

Mögliche Ursache ist die Tatsache, dass der Fötus während der Schwangerschaft einem leicht erhöhten Zuckerspiegel im Mutterleib ausgesetzt ist, der eine schützende Wirkung auslöst. Auf diese Weise ließe sich auch erklären, dass das Risiko der Kinder von Vätern mit Typ 1 Diabetes höher ist als das der Kinder von diabetischen Müttern.

Liegt der Langzeitblutzuckerwert bei Schwangeren mit Typ 1 Diabetes unter 5,7%, steigt das Risiko für Diabetes beim Kind auf den Wert, den Kinder von Vätern mit Typ 1 Diabetes aufweisen. Daher ist zu vermuten, dass durch eine zu strenge Einstellung des Stoffwechsels der Schutz im Mutterleib aufgehoben wird. Ist der HbA1c Wert bei der Mutter allerdings über 7%, steigt das Risiko noch weiter an. Vermutlich führt der erhöhte Blutglukosewert zu einer betazelltoxischen und entzündungsfördernden Reaktion.

Dass extrem erhöhte Langzeitblutzuckerwerte bei der Mutter ein erhöhtes Risiko für Typ 1 Diabetes beim Kind bedingen, konnte auch in anderen Studien bereits festgestellt werden. Allerdings ist neu, dass niedrige Langzeitblutzuckerwerte der Mutter ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für das Kind verbunden sind.

"Das Institut für Diabetesforschung wird die Auswirkungen einer strengen Blutzuckereinstellung weiterhin untersuchen, um den Betroffenen die bestmögliche Versorgung zu garantieren," so Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Leiterin des Instituts für Diabetesforschung.

Hintergrund

Im Jahr 1989 startete die Babydiab Studie, die weltweit größte Untersuchung zur Entstehung des Typ 1 Diabetes mellitus. Die Multizenter-Studie suchte bis ins Jahr 2000 Neugeborene, die aus Familien stammen, in denen mindestens ein Mitglied von Typ 1 Diabetes betroffen ist. Diese Kinder, über 1600 an der Zahl, werden bis heute betreut.

Ziel der BABYDIAB-Studie ist es, zu ermitteln, wann Insel-Autoantikörper erstmalig auftreten, welche genetischen Faktoren und Umweltfaktoren ihre Entwicklung beeinflussen und welche Charakteristika der Autoantikörper am stärksten mit der Entwicklung von Typ 1 Diabetes assoziiert sind. Bereits frühere Auswertungen der BABYDIAB-Studie zeigten, dass genetische Faktoren in einem bedeutsamen Zusammenhang zur Entstehung von Inselautoimmunität stehen und dass die dem Typ 1 Diabetes vorangehende Inselautoimmunität häufig schon in sehr frühem Alter auftreten kann.

Pressekontakt:

Christine Huber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Diabetesforschung
Leitung: Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
der Klinik und Poliklinik
für Kinder- und Jugendmedizin
(Direktor: Prof. Dr. Stefan Burdach)
der Technischen Universität München
Kölner Platz 1, 80804 München
Tel. 089/3068 3380
E-Mail: christine.huber@lrz.uni-muenchen.de

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifdf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie