Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Hurrikans durch Erderwärmung

19.05.2008
US-Forscher: Intensität wird zunehmen

Hurrikans und tropische Wirbelstürme werden durch die Klimaerwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts nachlassen. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher des NOAA Geophysical Fluid Dynamics Laboratory.

Allerdings räumen die Wissenschaftler auch ein, dass es zu einer Zunahme der Intensität der Stürme kommen werde, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Geoscience. Ganz unwidersprochen sind die Ergebnisse der Wissenschaftler allerdings nicht, denn andere Experten beurteilen die Situation genau umgekehrt.

"Es gibt tatsächlich andere Studien, aber unsere Modellierung kommt eben nicht zu dem Schluss", erklärt Leitautor Tom Knutson. Vor allem werde es zu einer Abnahme der Hurrikan-Aktivität im Atlantik kommen, prophezeit der Forscher. "Zusätzlich wird die Intensität der Stürme zulegen. Auch die Menge an Niederschlägen wird zunehmen." Nach Angaben von Knutson gehe das International Panel on Climate Change IPCC von ähnlichen Voraussetzungen aus.

... mehr zu:
»Hurrikan »Wirbelsturm

"Die Zunahmen der Intensität werden allerdings sehr moderat ausfallen", erklärt der Wissenschaftler. Pro Erwärmung des Oberflächenwassers um einen Grad Celsius wird die Intensität um vier Prozent zunehmen. Die Studie komme zum Schluss, dass es zu einer Intensitätssteigerung um einen bis zwei Prozent kommen werde.

Zu einem Hurrikan kann es nur kommen, wenn die Oberflächenerwärmung des Wassers mindestens 26,5 Grad Celsius beträgt. Nach jüngsten Untersuchungen haben sich die Ozeane in den vergangenen Dekaden um rund 0,5 Grad Celsius erwärmt. Ein Grund dafür, warum es im Vorjahr trotz Hurrikan-Warnungen zu keinem nennenswerten Sturm gekommen sei, lag daran, dass die dafür nötige Temperatur im Atlantik nicht erreicht wurde.

"Einer der Gründe waren große Mengen an Saharastaub über dem tropischen Atlantik, die wie ein Spiegel für das Sonnenlicht wirkten und zu einer Reduktion der Erwärmung geführt haben, wie dies die Ozeanographin Eva Bauer vom Potsdam Institut für Klimaforschung im pressetext-Interview bestätigte. Die Meereserwärmung sei eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Bildung von Wirbelstürmen. "Die Entstehung von derart starken Ereignissen wie etwa Hurrikans hängt aber auch mit der vertikalen Temperaturverteilung der Atmosphäre zusammen. Diese wiederum wird von den atmosphärischen Vorgängen mitbestimmt", so die Forscherin. "Daher ist die Entstehung von Hurrikans auch von der Windscherung abhängig."

Die Angaben über die tropischen Wirbelstürme bleiben relativ ungenau, da es erst seit etwa 35 Jahren Satellitenbeobachtungen und damit genaue Aufzeichnungen über die Aktivitäten gebe. Für die Autoren bedeute das nunmehrige Studienergebnis allerdings keinen Einbruch über die Diskussion der wissenschaftlichen Debatte über die Auswirkungen des von Menschen verursachten Klimawandels und den Wirbelstürmen. "Wir sehen diese Studie nicht als das letzte Wort in dieser Diskussion", so Knutson.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gfdl.noaa.gov
http://www.pik-potsdam.de

Weitere Berichte zu: Hurrikan Wirbelsturm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics