Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebsrisiko: Kein Zusammenhang mit Marihuana-Konsum

07.05.2008
Neue Studie widerlegt bisherige Forschungsergebnisse

Selbst das regelmäßige und ausgiebige Rauchen von Marihuana hat keinerlei schädliche Auswirkungen auf das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Zu diesem Schluss kommt die bislang am breitesten angelegte Studie zu diesem Thema, die eine Forschergruppe der Universität von Kalifornien in Los Angeles durchgeführt hat.

Im Rahmen der vom National Institute of Drug Abuse geförderten Untersuchung wurden 1.200 Menschen aus Los Angeles, die an Lungen-, Hals- oder Kopfkrebs leiden, und 1.040 nicht erkrankte Personen nach dem Konsum von Marihuana in ihrem Leben befragt. Die Analyse der Untersuchungsergebnisse lieferte dabei keinerlei Beweis für eine tatsächliche Verknüpfung beider Faktoren.

Den Forschern zufolge gelte dies sogar für solche Fälle, in denen nachweislich ein sehr starker Gebrauch von dem Rauschmittel gemacht worden war.

... mehr zu:
»Marihuana

Die Wissenschaftler geben sich sehr überrascht über die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie. "Unsere Hypothese lautete anfangs eigentlich, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Marihuana und Lungenkrebs gibt. Dieser Zusammenhang sollte sich mit einem stärkeren Konsum noch verstärken", erklärt Donald Tashkin, Studienleiter und Pulmonologe an der Universität von Kalifornien.

Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich bereits mit der Erforschung von Marihuana und hat selbst bereits mehrere Untersuchungen zum Thema veröffentlicht. Diese wurden in der Vergangenheit von offiziellen Stellen bereits des Öfteren dazu herangezogen, um in der Öffentlichkeit auf die Gefahren der Substanz hinzuweisen. Obwohl Tashkin persönlich immer noch an die potenzielle Schädlichkeit von Marihuana glaubt, würde die aktuelle Untersuchung die bisherigen Bedenken widerlegen. "Was wir gefunden haben, ist, dass es überhaupt keinen Zusammenhang gibt", stellt Tashkin überrascht fest. "Wir vermuten sogar einen leicht positiven Effekt", ergänzt der Forscher.

Frühere Studien hatten immer wieder bestätigt, dass Marihuana krebserregende chemische Stoffe beinhaltet. Diese wurden in ihrer schädlichen Wirkung großteils mit denen im Tabak gleichgesetzt. "Als entscheidend könnte sich in diesem Zusammenhang allerdings herausstellen, dass Marihuana auch die Chemikalie THC enthält, die Alterszellen abtöten kann", meint Tashkin. Auf diese Weise sei es unter Umständen möglich, dass derartige Zellen sich gar nicht erst so weit entwickeln können, um Krebs zu beherbergen. Das Rauchen von Tabak-Zigaretten sei in dieser Hinsicht weitaus gefährlicher. Laut dem Forscher müssten Menschen, die täglich zwei oder mehr Päckchen zu sich nehmen, mit einem an die 20-fach größeren Lungenkrebsrisiko rechnen.

"Dies ist die größte Fall-Kontroll-Studie, die jemals zum Thema durchgeführt worden ist. Jeder Teilnehmer musste einen sehr umfangreichen Fragenkatalog zum Thema Marihuana-Konsum ausfüllen", stellt Tashkin fest. Die Befragten wurden dabei je nach dem Ausmaß ihres Konsums in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Als "heavy consumers" galten beispielsweise Menschen, die mehr als 22.000-mal in ihrem Leben die Droge zu sich genommen haben.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ucla.edu
http://www.nida.nih.gov

Weitere Berichte zu: Marihuana

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Form eine Funktion verleihen

23.06.2017 | Informationstechnologie

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms

23.06.2017 | Förderungen Preise