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Frühjahrsergebnisse des Deutschen Mittelstands-Barometers

07.05.2008
Stimmung im Mittelstand kühlt ab - Arbeitsplatzentwicklung dennoch positiv
Die Ergebnisse der Frühjahrsbefragung des Deutschen Mittelstands-Barometers (DMB), einem Kooperationsprojekt der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Philipps-Universität Marburg, der BDO Deutsche Warentreuhand AG und dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), weisen auf eine gedämpfte Stimmung im Mittelstand hin. Laut Umfrage läuft der deutsche Konjunkturmotor in diesem Jahr zwar auf gutem Niveau weiter

- die Spitzenwerte von 2007 werden jedoch voraussichtlich nicht erreicht.

Die über 140 befragten Mittelstandsexperten schätzen die Geschäftslage mittelständischer Unternehmer längst nicht mehr so gut ein wie noch im Vorjahr und sehen eine Schwächung des Geschäftsklimas voraus. Auch die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt werden verhaltener bewertet: Fast 90 Prozent der Befragten erwarten zwar, dass die Arbeitsplatzentwicklung in den nächsten zwölf Monaten tendenziell positiv verlaufen wird.

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Rund 55 Prozent rechnen damit, dass Arbeitsplätze im Mittelstand gehalten werden können. Allerdings gehen im Vergleich zur Herbstbefragung 2007 weitaus weniger Experten von einem weiteren Arbeitsplatzaufbau aus. In der Summe wird der Mittelstand jedoch in diesem Jahr trotz möglicher Schwächung des Konjunkturklimas mehr Arbeitsplätze aufbauen als abbauen, so das Fazit der Expertenbefragung.

Positiv zeigt sich die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen
Bundesländern: Dort werden die Geschäftslage und die Bereitschaft zur Schaffung neuer Arbeitsplätze von den Experten optimistischer beurteilt als im Westen der Republik.

Problemfelder: schlechtes Unternehmerbild, mangelnde Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie zu hohe Steuer- und Abgabenbelastung

Trotz insgesamt guter Gesamtaussichten sehen die Experten wachsende Problemfelder für KMU. Insbesondere wird das Unternehmerbild in der Öffentlichkeit seit der Frühjahrsbefragung 2007 immer negativer beurteilt. "Moralisch verantwortlich und ehrlich handelnde Unternehmer scheinen aus Sicht der Öffentlichkeit in der Wirtschaft rar zu werden.

Die Ergebnisse legen nahe, dass es schlecht um das Unternehmerbild in der Öffentlichkeit bestellt ist. Damit haben Managerskandale wie Schmiergeldaffäre, Korruptionsvorwürfe oder Steuerhinterziehung deutliche Spuren im öffentlichen Meinungsbild hinterlassen", erklärt Professor Lingenfelder von der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft die Ergebnisse.

Ein positives Unternehmerbild müsse daher viel stärker in der Öffentlichkeit vertreten, eingefordert und kommuniziert werden. Des Weiteren müsse das Ausbildungsniveau der Nachwuchs- und Fachkräfte langfristig verbessert werden, um den steigenden Anforderungen der Wirtschaft Rechnung zu tragen. Hier seien nicht nur Unternehmen und Politik gefragt. Auch die Nachwuchskräfte und Arbeitnehmer müssen gleichzeitig gezielt in die eigene Bildung investieren, um langfristig den Anforderungen am Arbeitsmarkt gewachsen zu sein.

Um die Stimmung im Mittelstand dauerhaft zu verbessern, sollte es Aufgabe der Politik sein, typische mittelständische Problemfelder wie Bürokratie, Überregulierung sowie Steuer- und Abgabenbelastung auszuräumen. So fließt beispielsweise ein nicht unbedeutender Teil des ursprünglich für den Aufbau Ost vorgesehenen Solidaritätsbeitrags in den allgemeinen Haushalt. Zur Entlastung der Arbeitnehmer und zur Steigerung des Privaten Konsums sollte der Solidaritätszuschlag daher halbiert werden.

Zum Studiendesign

Für die Frühjahrsbefragung des DMB wurden über 140 Mittelstandsexperten aus ganz Deutschland befragt. Zu diesen zählen Vertreter des größten Mittelstandsverbandes, dem BVMW sowie ausgewählte mittelständische Unternehmer. Wie bei der umfassenden Unternehmerbefragung des DMB bildet auch hier die Einschätzung der Experten hinsichtlich der Stimmungs- und Geschäftslage mittelständischer Unternehmer den Kern der Studie.

Die komplette Studie finden Sie unter:
http://www.fmw-online.com/dmb_2008.html

Michael Lingenfelder | Philipps-Universität Marburg
Weitere Informationen:
http://www.fmw-online.com/dmb_2008.html

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