Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch alte Menschen mit chronischer Herzschwäche profitieren von körperlichem Ausdauertraining

30.08.2010
PA der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zum Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm

Ein vierwöchiges Ausdauertraining verbessert auch bei älteren Menschen die Leistungsfähigkeit des Herzens, selbst wenn sie an chronischer Herzschwäche (Herzinsuffizienz, HI) leiden.

Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung (120 Studienteilnehmer) von Dr. Marcus Sandri (Klinik für Kardiologie des Herzzentrums Leipzig), die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC; 28. August bis 1. September in Stockholm) vorgestellt wurde. Untersucht wurde der Einfluss des Trainings auf die Erweiterung der Blutgefäße („flussmediierte Vasidilatation“) und die Anzahl so genannter zirkulierender endothelialer Vorläuferzellen (EPC), die zum Beispiel für die Regeneration und Leistungsfähigkeit der Gefäßinnenwände verantwortlich sind und zur Bildung funktionell kompetenter Gefäße beitragen. Gemessen wurde mittels hochauflösendem Ultraschall und Durchflusszytometrie (FACS)

„Ein vierwöchiges Training führt bei älteren gesunden Probanden zu einer Verbesserung der Funktion des Endothel (innerste Wandschicht von Blutgefäßen) sowie zu einer signifikanten Verbesserung der EPC-Funktion. Bei Patienten mit Herzschwäche aller Altersgruppen führte die Trainingsintervention zu einer effektiven Verbesserung der Endothel-Funktion und einer signifikanten Zunahme der EPC-Anzahl mit einer Steigerung der funktionellen Kapazität der Zellen“, so Dr. Sandri in Stockholm. All diese Effekte waren bei älteren Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz nicht vermindert, „so dass das Potential von Trainingsinterventionen in einer Altersgruppe, in der die Häufigkeit der chronischen Herzschwäche besonders groß ist, zu unterstreichen ist.“

Das Endothel spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle beim Sauerstoffaustausch zwischen Gewebe und Blut, beeinflusst die Fließfähigkeit des Blutes und spielt eine Rolle bei Entzündungsvorgängen. Funktionsstörungen des Endothels haben pathologische Folgen. Endotheliale Dysfunktion wurde bereits als ein wichtiger Prädiktor zukünftiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkannt und geht makroskopischen Gefäßveränderungen zeitlich voraus.

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, die mit Sport beginnen möchte, sollte allerdings einige Punkte beachten, empfiehlt Dr. Sandri: Als erstes sollte man sich einen Termin in der kardiologischen Sprechstunde geben lassen. Dort sollte überprüft werden, ob die aktuelle medikamentöse Behandlung tatsächlich optimal auf die jeweilige HI abgestimmt ist. Außerdem ist ein Belastungstest erforderlich (Ergometrie oder Spiroergometrie), um die momentane Belastbarkeit zu überprüfen sowie den maximalen Puls unter körperlicher Anstrengung zu bestimmen (maximale Herzfrequenz), was später für die Wahl der Trainingsintensität im Sport wichtig ist.

Kontakt:

Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher der DGK)

Roland Bettschart, B&K - Medien- und Kommunikationsberatung GmbH

Mobil +43-676-6356775; Tel.: +43-1-3194378-22; bettschart@bkkommunikation.com

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen