Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bis zu 2,3 Milliarden Euro Materialkosten könnten eingespart werden

19.07.2013
Studie zur Material- und Energieeffizienz in der deutschen metallverarbeitenden Industrie

Die deutschen metallverarbeitenden Betriebe könnten durch ein nachhaltiges Ressourcenmanagement und den Einsatz neuer Technologien in der Produktionstechnik jährlich bis zu 2,3 Milliarden Euro Materialkosten und bis zu 600 Millionen Euro Energiekosten einsparen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Untersuchung im Auftrag des Zentrums Ressourceneffizienz des Vereins Deutscher Ingenieure.

Die Studie wurde von Wissenschaftlern der TU Berlin unter der Leitung von Dipl.-Ing. Soner Emec vom Fachgebiet Montagetechnik und Fabrikbetrieb und des Logistik-Transferzentrums ITCL erstellt. Ihre Ergebnisse basieren auf einem mehrstufigen Analysemodell, Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Materialeffizienzagentur sowie Einschätzungen von Experten aus dem TU-Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb und dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik.

Angesichts der Verfünffachung von Preisen für Metalle wie zum Beispiel Kupfer und der Verdreifachung der Energiepreise in den vergangenen zehn Jahren stellt die Verbesserung der Ressourcenproduktivität in der deutschen metallverarbeitenden Industrie einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Das Ziel der Untersuchung war unter anderem eine Methodik zu entwickeln, die es ermöglicht, die Potenziale der Material- und Energieeffizienz für ausgewählte Branchen der metallverarbeitenden Industrie abzuschätzen.

Die Auswahl der betrachteten Branchen wie zum Beispiel Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung sowie Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen basiert auf einer Grobanalyse spezifischer Indikatoren aus der metallverarbeitenden Industrie, die sowohl den aktuellen Ressourcenverbrauch als auch zukünftige Branchenentwicklungen berücksichtigt.

Mit den ausgewählten Branchen werden 44 Prozent der Beschäftigten, mehr als die Hälfte der registrierten Unternehmen und rund 40 Prozent des erwirtschafteten Umsatzes des Wirtschaftszweiges „Herstellung von Metallerzeugnissen“ repräsentiert.

In der Feinanalyse wurden zu möglichen Effizienzpotenzialen die Bereiche neue Technologien, effizientere Peripherieanlagen wie Druckluft- und Pumpsysteme und Methoden zur Optimierung/Analyse von Prozessen untersucht und als Grundlage für die Hochrechnung genutzt. Diese ergab bei den Materialkosten jährliche Einsparungen bis zu 2,3 Milliarden Euro und bei den Energiekosten bis zu 600 Millionen Euro für die gesamte metallverarbeitende Industrie. Zur Zuordnung und Systematisierung der relevanten Effizienzpotenziale wurde eine prozessorientierte Sicht gewählt, die eine entsprechende Schwerpunktsetzung zukünftiger Maßnahmen zur Erhöhung der Ressourceneffizienz erlaubt.

Das höchste Einsparpotenzial im Bereich Material mit maximal 1.298 Millionen Euro konnte in der Branche „Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen, gewalzten Ringen und pulvermetallurgischen Erzeugnissen“ nachgewiesen werden. Im Bereich Energie liegen die höchsten Einsparmöglichkeiten mit 146 Millionen Euro in der Branche „Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung“.

Zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der metallverarbeitenden Industrie wurden drei Schwerpunktthemen identifiziert:

• Die Datenbasis, die einerseits eine Grundlage für belastbare Aussagen und Entscheidungen innerhalb der Unternehmen bildet und andererseits zur Kommunikation und Bewertung nach außen dient, muss verbessert werden.
• Des Weiteren sind Zertifizierungen im Bereich der Ressourceneffizienz differenziert nach verschiedenen Rohstoffarten weiterzuentwickeln.

• Zur gezielten Umsetzung und Bewertung bestehender Effizienzmaßnahmen werden vor allem die Weiterentwicklung und Implementierung integrierter Umwelt- und Ressourcenmanagementsysteme herangezogen.

Weitere Informationen zur Studie unter:
http://www.vdi-zre.de/metallstudie
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dipl.-Ing. Soner Emec, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fachgebiet Montagetechnik und Fabrikbetrieb am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der TU Berlin, Pascalstr. 8–9, 10587 Berlin, Tel.: 030/314-22852, E-Mail: Emec@mf.tu-berlin.de

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.vdi-zre.de/metallstudie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie